Der 20-Jährige Innenverteidiger im Interview
Am Samstag endete für Borussia Mönchengladbach mit dem Reisetag das Wintertrainingslager im spanischen La Cala de Mijas. Mit an der Costa del Sol waren wie gewöhnt auch zwei Eigengewächse, die in Borussias zweiter Mannschaft mit guten bis sehr guten auf sich aufmerksam gemacht haben. Neben Julian Korb machte auch Niklas Dams die Reise mit nach Spanien. Der 20-Jährige, unter Sven Demandt in der Innenverteidigung eine feste Größe, feierte im Gegensatz zu Korb sein Trainingslagerdebüt bei den Profis. Für den Beidfuß eine gute Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen.
Fohlen-hautnah: Niklas, für dich war es das erste Trainingslager mit den Profis. Wie schaust du auf die Woche in Spanien zurück?
Niklas Dams: Es ist natürlich vor allem von der Motivation her ein riesen Unterschied. Mittlerweile ist ja die Regionalliga mein Alltag und jetzt gegen Bundesligaspieler zu spielen, ist natürlich noch mal eine besondere Motivation. Ich denke, das hat ganz gut geklappt.
Fohlen-hautnah: Gut geklappt hat das in der Tat. Mit der U23 warst du schon mal in einem Trainingslager. Was war bei den Profis jetzt anders oder auch neu?
Niklas Dams: Natürlich ist bei den Profis alles noch mal ein bisschen professioneller. Dementsprechend kann man ein bisschen anders arbeiten und auch das Training ist natürlich auch etwas anders. Man kann in kleineren Gruppen arbeiten, weil mehr Trainer da sind. Die Trainingsabläufe sind zwar etwas anders, aber große Unterschiede vom Training her gibt es da nicht.
Fohlen-hautnah: Bisher hießen deine Gegner in der Regionalliga West beispielsweise Sercan Güvenisik oder auch Sebastian Stachnik, gegen Wolfsburg musstest du dich unter anderem mit Diego und Grafite auseinandersetzten. Wie schwer war es für dich, sich auf solche Weltklasse Stürmer einzustellen, was für Unterscheide hast du da auch in dem ganzen Spiel an sich und vielleicht auch im Bezug auf das Tempo festgestellt?
Niklas Dams: Ich vergleiche das immer mit damals, als ich als A-Jugend Spieler mit den Amateuren ins Trainingslager gefahren bin. Da bestand der größte Unterschied im Zweikampf. Es war körperbetonter. Das Spiel war zwar nicht unbedingt schneller als in der A-Jugend, aber körperlich noch mal etwas härter. Es wurden mehr und härtere Zweikämpfe geführt. Im Vergleich zu den Amateuren kommt jetzt noch mal etwas mehr Härte im Zweikampf hinzu und alles ist noch schneller.
Auch von der Athletik her sind alle deutlich weiter und die Spielgeschwindigkeit nimmt auch noch mal etwas zu. Es kommt bei allen Sachen noch eine Schippe drauf. Von daher ist es schon ein großer Unterschied, aber ich denke, wenn man das ein bis zwei Wochen trainiert, gewöhnt man sich relativ schnell daran. Durch das höhere Tempo ist es natürlich etwas anstrengender als bei uns, aber man gewöhnt sich da ganz schnell dran.
Fohlen-hautnah: In der zweiten Mannschaft spielst du unter Sven Demandt primär in der Innenverteidigung. Gegen den VfL Wolfsburg hast du auf der eher ungewöhnlichen rechten Seite gespielt. Spielst du da, wo dich der Trainer aufstellt, oder doch lieber innen?
Niklas Dams: Natürlich spiele ich da, wo der Trainer mich aufstellt, aber da ich öfter in der Innenverteidigung spiele, spiele ich da natürlich lieber. Ich habe aber auch kein Problem, außen zu spielen. In dieser Saison habe ich auch schon gegen Schalke Außenverteidiger gespielt und das hat auch ohne Probleme geklappt. Wenn ich bei den Profis war, habe ich bisher immer rechts außen gespielt. Von daher ist das kein Neuland für mich. Ich denke, ich konnte mich gut einfügen und habe da eigentlich auch keine Probleme.
Fohlen-hautnah: Du hast das Spiel gegen Wolfsburg angesprochen, wo du auf der rechten Seite einen ordentlichen Job und mit gestandenen Bundesligaprofis, zusammengespielt hast. Was nimmst du von solchen Spielern und aus solchen Spielen für deinen weiteren Weg mit?
Niklas Dams: Natürlich kann man sich bei solchen Spielern, die einen jungen Spieler wie mich immer unterstützen und auch Tipps geben, von jedem immer etwas abschauen. Was bezeichnend ist: Je höher man kommt, desto ruhiger sind die Spieler am Ball. Das versucht man sich natürlich auch abzuschauen. Dass man am Ball keine Hektik entwickelt, sondern schaut, dass man immer ruhig bleibt. Man kann sich auf jeden Fall von jedem etwas abschauen. Das ist schon eine super Sache.
Fohlen-hautnah: Dein Vertrag läuft im kommenden Sommer aus. Wie geht es mit dir weiter?
Niklas Dams: Ja, das ist richtig. Mein Vertrag läuft aus, aber wir werden uns demnächst mit dem Verein zusammensetzen. Dann denke ich, dass wir eine gute Lösung finden werden.
Fohlen-hautnah: Gab es dahingehend schon erste „Annäherungsgespräche“ und was hat man dir da vielleicht auch schon für Perspektiven aufgezeigt…?
Niklas Dams: Gespräche gab es natürlich schon. Dass ich mit den Profis im Trainingslager war, sehe ich jetzt auch als gutes Zeichen, dass mit mir geplant wird. Vielleicht nicht direkt für den Profibereich, aber es wird auf jeden Fall gezeigt: Du bist unser Perspektivspieler und wir wollen dich behalten. Das gibt mir schon mal ein gutes Zeichen. Wir werden demnächst Gespräche führen und dann wird sich zeigen, wie mein Weg hier bei Borussia weiter geht.
Fohlen-hautnah: Du bist also generell gewillt zu bleiben?
Niklas Dams: Ja natürlich. Ich wohne in der Nähe von Düsseldorf. Von daher wäre es optimal, wenn ich hier bleiben könnte. Das würde ich auch gerne. Es liegt an beiden Seiten, wie wir uns einigen können. Da werden wir schon eine gute Lösung finden.
Fohlen-hautnah: Ein Lösungsansatz wäre sicherlich Profi zu werden…
Niklas Dams: Natürlich wäre ein Profivertrag das Optimum und das wäre mir natürlich auch am liebsten. Das müssen aber andere entscheiden. Ich kann nur meine Leistung bringen. Das versuche ich tagtäglich sowohl im Training als auch in den Spielen bei der U23 zu machen. Sich schnell weiterzuentwickeln, ist natürlich mein Ziel. Das ist einfacher und geht schneller, wenn du mit besseren Spielern, wie den Profis trainierst. Ich denke, das Trainingslager ist ganz gut gelaufen. Ich konnte mich zeigen und jetzt müssen andere bewerten, ob es gereicht hat oder nicht.
Fohlen-hautnah: Was sind abschließend deine Nah und Fernziele, was nimmst du dir vor?
Niklas Dams: Für die nahe Zukunft möchte ich natürlich an das Trainingslager anknüpfen und gerne öfters bei den Profis trainieren. Dazu werde ich natürlich tagtäglich Gas geben. Desweiteren möchte ich natürlich so weit wie möglich mit der U23 in der Regionalliga oben dabei bleiben und mit vielleicht ein bisschen Glück sogar den Aufstieg in die 3. Liga schaffen. Ob wir dann aufsteigen können, liegt nicht ganz in unserer Hand. Das hängt auch immer davon ab, wie die erste Mannschaft abschneidet, aber wir wollen versuchen, es sportlich zu schaffen. Das ist das Ziel für die restliche Saison. Dann werden wir sehen, ob wie aufsteigen oder nicht.





