Borussias Jugend- und Amateurkoordinator im Interview
Während die Profis von Borussia Mönchengladbach derzeit am Tabellenende der Fußballbundesliga stehen und dieses hoffentlich alsbald verlassen, so rangiert die zweite Mannschaft des VfL aktuell mit 28 Punkten auf dem 2.Tabellenpaltz der Regionalliga West. Die junge Truppe von Trainer Sven Demandt ist seit zwölf Spielen ungeschlagen und musste in den bisher fünfzehn Spielen lediglich eine Niederlage hinnehmen. Demzufolge kann Borussias Jugend- und Amateurkoordinator Roland Virkus mit dem bisherigen Saisonverlauf durchaus zufrieden sein.
Fohlen-hautnah: Herr Virkus, die U23 steht nach fünfzehn absolvierten Spielen, zwei sind noch nachzuholen, auf dem 2. Tabellenplatz der Regionalliga West. Das war nach dem sportlichen Abstieg im Vorjahr sicherlich nicht gänzlich zu erwarten…
Roland Virkus: Wir wussten, dass die fußballerische Qualität der Mannschaft besser ist, als im letzten Jahr, weil wir natürlich mit dem 92er-Jahrgang auch schon eine hohe fußballerische Qualität in der Mannschaft hatten. Wir haben jetzt mit Michael Stuckmann einen Leader dazubekommen, der sich mit dem zweiten Leader Marcel Podszus gut versteht.
Insgesamt wussten wir wie gesagt, dass die Mannschaft über mehr Potenzial verfügt als im Vorjahr, aber es ist so, dass wir natürlich nicht erwarten konnten, dass das so gut klappt. Scheinbar ist es so, dass die Mannschaft nach anfänglichen Schwierigkeiten von den Punkten her, momentan einen Lauf hat. Jetzt müssen wir schauen, dass wir so lang wie möglich in diesem Lauf bleiben, um so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Denn alles, was du jetzt erledigen kannst, musst du hinterher nicht mehr erledigen.
Fohlen-hautnah: Die jeweiligen Aufgaben erledigt die junge Truppe derzeit mit Bravour. Nach dem sportlichen Abstieg im letzten Jahr sieht es zumindest jetzt nach dem frühzeitigen Klassenerhalt aus. Mit Blick auf die Tabelle wäre aktuell mehr möglich…
Roland Virkus: Unser Ziel ist immer noch, und das bleibt auch so, so schnell wie möglich Punkte zu sammeln, um den Abstand nach unten groß zu halten und um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Man sieht ja, wie schnell es gehen kann oder wie schnell es im letzten Jahr gehen konnte.
40 Punkte haben im letzten Jahr nicht gereicht. Ich glaube einzuschätzen, dass 40 Punkte in diesem Jahr reichen werden. Das heißt, uns fehlen noch zwölf Punkte. Je eher du die hast, desto schöner ist es. Dann muss man schauen, was letztendlich passiert. Unser Ziel ist es, aus den restlichen Spielen bis zur Winterpause so viele Punkte wie möglich mitzunehmen. Dann schauen mir mal.
Unser hauptsächliches Ziel ist es, eine gute Saison zu spielen und nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Das wird auch so bleiben. Dass es im Moment so gut läuft ist wunderbar. Entscheidend ist mal zu schauen, wie die junge Mannschaft reagiert, wenn sie mal ein Spiel verliert.
Fohlen-hautnah: Derzeit gelingt der jungen Mannschaft auf der Welle des Erfolges nahezu alles, was im letzten Jahr in den Maßen nicht so der Fall war. Vieles scheint ein Selbstläufer zu sein. Wie schätzen Sie diese derzeit starke Phase ein?
Roland Virkus: Es ist ja auch so, dass du letztes Jahr so ein Spiel wie in Trier verloren hättest. Jetzt haben wir in Trier in der ersten Halbzeit beschissen Fußball gespielt und liegen 1:0 zurück, müssen aber gefühlt 2:0 oder 3:0 zurückliegen. Dann spielen wir eine ordentliche zweite Halbzeit und gewinnen das Spiel dann am Schluss mit zwei Aktionen 2:1, was sicherlich noch nicht mal unverdient war. Angelehnt an die erste Halbzeit war es schon glücklich, aber so ein Spiel hättest du eben letztes Jahr verloren.
Da sieht man wie es ist, wenn du auf einer Welle schwebst. Dann gewinnst du halt auch solche Spiele, die vielleicht mal nicht so gut sind. Andere Spiele wiederum, wie zum Beispiel in Verl, haben wir hochverdient gewonnen. Man muss jetzt abwarten. Jetzt kommen mit Münster, Lotte und Dortmund II sicherlich natürlich noch Brocken. Da musst du eine Mannschaft nicht motivieren, aber das sind Spiele wo du sagst, jetzt zeigt sich, wie gut die Mannschaft ist.
Fohlen-hautnah: Erfreulich ist auf der anderen Seite sicherlich auch, wie schnell sich gerade die jungen Spieler in dieser Liga zurecht gefunden haben…
Roland Virkus: Es ist für uns sicherlich ein schöner Nebeneffekt, dass sich neben den Punkten, die wir jetzt haben, auch der ein oder andere junge Spieler entwickelt. Aber dazu sind auch die älteren da. Es geht ja nicht nur um die jungen Spieler, wie Julian Korb, Yunus Malli, Elias Kachunga oder wer auch immer, sondern es geht auch um Spieler, wie Niklas Dams, der eine gute Entwicklung gemacht hat, oder um Eric Schaaf, der gut gespielt hat und momentan gut spielt. Über Dennis Dowidat müssen wir nicht reden.
Man darf aber nicht immer nur die jungen Spieler sehen. Die älteren blühen an der Seite auch auf. Marcel Podszus spielt eine zweite gute Saison. So Jungs muss man auch im Blick haben. Dann kommt ein Janis Blaswich ins Tor, der seine Sache super macht und sehr gut hält. Wir sind mit allen zufrieden. Insgesamt passt es mannschaftlich momentan. Es greift ein Rädchen ins andere. Die Jungs sind gut drauf und wir hoffen, dass wir den Lauf noch so lange wie möglich halten können.
Fohlen-hautnah: Mitverantwortlich für den derzeitigen Lauf ist sicherlich auch Michael Stuckmann, der sich auf und neben dem Platz als Führungsspieler präsentiert und die jungen Spieler an die Hand nimmt. Könnte man ihn als Glücksgriff bezeichnen?
Roland Virkus: Was uns fehlte war einfach der Spieler, der auch verbal auf die jungen Spieler einwirkt. Das macht Michael Stuckmann. Du hast natürlich auch schon so erfahrene Spieler, wie zum Beispiel ein Tim Heubach, aber das sind eher ruhige Vertreter. Das ist sicherlich nicht böse gemeint, aber das sind Spieler, die anders führen.
Ein Stuckmann ist ein wenig lauter. Er organisiert, er hilft den Jungs und er kritisiert die Jungs auch mal wenn es sein muss. Unabhängig von seiner Leistung, weil er nun mal ein gestandener Spieler ist. Wir müssen nicht darüber reden, dass Michael Stuckmann eine gute Verpflichtung war.
Das war auch für die Struktur eine ganz, ganz wichtige Verpflichtung. Davon leben auch andere Spieler, wie Marcel Podszus, der zwar kein Lautsprecher ist, der aber auf seine Art führt, für die Mannschaft unheimlich viel arbeitet und inzwischen auch seine Tore schießt.
Fohlen-hautnah: Die Mischung macht’s, sagt man so schön. Die aktuelle scheint mehr als zu stimmen…
Roland Virkus: Wir scheinen das richtige Rezept gefunden zu haben. Es gibt keinen Neid oder keine Missgunst, wenn der ein oder andere Spieler mal raus muss, wenn Spieler von oben kommen, was normal ist. Da moppert keiner, sondern jeder hat dafür Verständnis und jeder gibt dann Gas, um wieder in die Mannschaft zu kommen und seinen Wert für die Mannschaft zu zeigen. Das ist dass, was sich momentan tut.
Fohlen-hautnah: An dem derzeitigen Erfolg hat sicherlich auch Sven Demandt seinen Verdienst…
Roland Virkus: Horst Wohlers hatte auch seine Verdienste für den Verein. Man muss aber schon sagen, dass die Qualität in diesem Jahr eine andere ist, als im letzten. Sven Demandt hat auch Verdienste, gar keine Frage. Er scheint eine gute Ansprache an die jungen Leute zu haben, auch gar keine Frage. Das ist aber immer eine Sache des Teams innerhalb des Vereins. Da gehört ein Trainer dazu, wie ein Betreuer, ein Organisator und ein Spieler. Also dazu gehören viele. Sicherlich ist der Trainer ein Glied in der Kette, das ist klar. Wir sind mit der derzeitigen Situation sehr zufrieden. Schauen wir mal, wo es dann letztendlich endet.





