Borussias U23-Kapitän spricht über die ersten fünf Saisonspiele
Seit dieser Saison spielt Michael Stuckmann bei Borussia Mönchengladbach. Der 31-Jährige kam vom FC Vaduz nach Mönchengladbach und schnürt für die von Sven Demandt trainierte U23 die Schuhe. Von Spieltag eins an mit der Kapitänsbinde ausgestattet, nimmt der Routinier seine Führungsaufgaben gerade auch auf dem Platz mit großem Einsatz wahr. Bereits zwei Saisontore stehen bei dem vornehmlich in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld eingesetzten Routinier zu Buche. Vor der morgigen Partie bei der Zweitvertretung von Bayer Leverkusen spricht Michael Stuckmann unter Anderem über den bisherigen Saisonverlauf.
Fohlen-Hautnah: Michael, fünf Spiele sind in der Regionalliga West absolviert. Den vier Unentschieden steht eine Niederlage gegenüber. Ihr seid also immer noch ohne Sieg. Mit der Spielweise könnt ihr recht zufrieden sein, mit der Punkteausbeute allerdings nicht...
Michael Stuckmann: Das ist richtig. Bis auf das erste Spiel gegen Mainz haben wir bis dato spielerisch unsere und die Erwartungen der Trainer erfüllt. Mit der Punkteausbeute können wir momentan aber natürlich nicht zufrieden sein. Es fehlen uns mindestens drei Punkte, und das wäre durchaus möglich gewesen, wenn man nur an das Spiel in Lotte und an die Heimspiele gegen den FC Schalke II und gegen den SC Wiedenbrück denkt.
Fohlen-Hautnah: Warum hat es in Bochum erneut nicht mit dem ersten Sieg geklappt?
Michael Stuckmann: Wer auswärts vier Tore schießt und trotzdem nicht drei Punkte mit nach Hause nimmt, der hat es meiner Meinung nach auch einfach nicht verdient. Alle Tore resultierten aus individuellen Fehlern, die dringend abgestellt werden müssen, wenn wir in dieser Saison erfolgreich sein wollen.
Fohlen-Hautnah: Die Moral stimmt, was gerade auch das Spiel gegen Bochum gezeigt hat. Was fehlt derzeit dennoch, um als Sieger vom Platz zu gehen?
Michael Stuckmann: Zum einen müssen wir konsequenter beim ausnutzen der Torchancen werden. Zum Anderen müssen wir lernen, auch mal ruhiger zu spielen und nicht immer wie im Eishockey ein 90-minütiges Powerplay aufziehen. Das schafft nämlich keine Mannschaft der Welt…
Fohlen-Hautnah: Du hast das Tempo angesprochen. Das war gerade in den ersten 45 Minuten gegen den SC Wiedenbrück 200 sehr hoch. Da habt ihr sie förmlich an die Wand gespielt, wofür man dann im zweiten Durchgang vielleicht auch Tribut zollen musste...?
Michael Stuckmann: In der 2.Halbzeit haben wir eigentlich nur noch reagiert. Da ist Fußball wie das Leben - entweder man handelt, oder man wird behandelt. Da wir nicht mehr gehandelt haben und nur den Vorsprung verwalten wollten, sind wir dann leider in Form von zwei Gegentoren „behandelt“ worden. Das hat uns zwei Punkte gekostet.
Fohlen-Hautnah: Gegen Bochum hast du mit deinem zweiten Saisontreffer für den 4:4-Ausgleich und den Punkt gesorgt. Zudem bist du Kapitän und durchaus eine Stütze der Mannschaft. Du persönlich kannst also zufrieden sein und fühlst dich offensichtlich sehr wohl...
Michael Stuckmann: In der Tat fühle ich mich bei der Borussia sehr wohl. Ich spüre das Vertrauen der Mannschaft und der Trainer. Allerdings würde ich meine beiden Tore gerne gegen den einen oder anderen Punkt eintauschen. Die Saison ist allerdings noch jung und es sind noch massig Punkte zu vergeben.
Fohlen-Hautnah: Du wirst von Sven Demandt sowohl in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt. Welche Position liegt dir mehr oder ist es dir egal, ob du nun in der Verteidigung oder im defensiven Mittelfeld aufläufst?
Michael Stuckmann: Auch wenn ich jetzt 5 Euro ins Phrasenschwein zahlen muss - ich Spiele da, wo mich der Trainer aufstellt. Ich bin geholt worden, um der jungen Mannschaft zu helfen. Wenn der Trainer auf einer bestimmten Position Bedarf sieht, dann spiele ich da. Um mich hinten auszuruhen bin ich ja auch noch ein wenig zu jung. Das kann ich in 4-5 Jahren noch machen.
Fohlen-Hautnah: Du hast zuvor bekanntlich auch in Vaduz in der 2.Schweizer Liga gespielt. Was hast du in den ersten Spielen für die Borussia ligentechnisch für Unterschiede festgestellt?
Michael Stuckmann: Ein ganz elementarer Unterscheid ist die Qualität der Zweikämpfe. Diese werden nicht so intensiv geführt wie in der Schweiz oder aber in Liga 2 oder 3 in Deutschland. Der Sprung aus der Jugend in den Seniorenbereich ist hier schon groß. In fußballerischen Bereich sind die jungen Spieler schon sehr, sehr weit. An allem anderen müssen wir zusammen arbeiten. Das macht das Trainerteam und ich hoffe, dass Fortschritte schon am Samstag in Form von drei Punkten zu erkennen sind.
Fohlen-Hautnah: Aufgrund der Tabellensituation seid ihr schon früh in der Saison mehr oder weniger etwas unter Druck. Gerade für die jungen und weniger erfahrenen Spieler eine neue und nicht alltägliche Situation. Wie kannst du da als einer der erfahrenen Spieler helfen?
Michael Stuckmann: Ich bin ein positiv denkender Mensch, der allerdings auch klar und deutlich Defizite anspricht. Wir haben erst fünf Spiele gespielt, die Saison ist noch jung und die Liga ist eng beisammen. Wir sollten uns mehr Gedanken machen, wenn zu der Punkteausbeute auch noch schlechte Spielleistungen hinzu kommen würden. So bin ich jedoch optimistisch gestimmt. Natürlich versuche ich gerade in so einer Phase vorneweg zu gehen und gerade mit den jungen Spielern viel zu reden.
Fohlen-Hautnah: Am Samstag geht es also gegen die Amateure von Bayer 04 Leverkusen, bei denen aller Voraussicht nach auch Simon Rolfes mitmischen wird. Ich denke, dass ihr auch dort besonders motiviert sein werdet, denn da ist aus der letzen Saison noch eine Rechnung offen… Was denkst du wird es für ein Spiel und was müsst ihr dort besser machen, um als Sieger vom Platz zu gehen?
Michael Stuckmann: Wie bereits erwähnt. Allzu viel müssen wir gar nicht ändern. Wir müssen unsere Torchancen konsequenter nutzen und als Team gut organisiert gegen den Ball arbeiten. Dann denke ich, klappt es auch mit dem ersten Dreier. Ob nun ein Simon Rolfes mitspielt ist für mich nicht wirklich interessant. Ich konzentriere mich auf meine Mannschaft.





