Der 30-jährige Innenverteidiger kommt vom FC Vaduz zur Borussia
Seit zwei Tagen befindet sich nun auch die U23 von Borussia Mönchengladbach in der Vorbereitung für die am 07. August beginnende Regionalliga West Saison. Dazu bat Coach Sven Demandt seine Mannen am vergangenen Donnerstag zum Auftakttraining, fohlen-hautnah berichtete. Mit dabei auch der bis dato dritte externe Neuzugang Michael Stuckmann, den aus Lichtenstein kommend zurück nach Deutschland und an den Borussia-Park zog. Der Innenverteidiger kommt mit der Empfehlung von 267 Drittligaspielen zu den Jungfohlen und soll vor allen Dingen dem Defensivverbund mehr Stabilität geben. Wir sprachen mit dem 30-jährigen unter Anderem über seinen Wechsel zum VFL und über seine Ziele mit der U23 der Borussia.
Fohlen-hautnah: Michael, zunächst herzlich Willkommen bei der Borussia, wo du in Zukunft für die U23 auflaufen und mit deiner Erfahrung sicherlich viel an die jungen Spieler weitergeben wirst. Wie lange gilt dein Vertrag, warum hast du dich für einen Wechsel nach Gladbach entschieden und wie kam der Kontakt zustande?
Michael Stuckmann: Ich habe für zwei Jahre unterschrieben. Vor einer Woche ist Borussia über Hannes Bongartz, der in Gladbach ja bekanntlich mal Trainer war und mit dem ich so ein bisschen zusammenarbeite, an mich heran getreten. Ich war sofort angetan. Meine Familie und ich wollten auch wieder zurück in den Westen kommen.
Wir sind in Unna, wo wir ein Haus haben, beheimatet. Zuletzt habe ich mit dem FC Vaduz unter Trainer Pierre Littbarski in der 2. Schweizer Liga gespielt. Ich hatte sicherlich noch andere und ligatechnisch höhere Angebote, aber wenn ein Verein wie Gladbach anfragt, dann muss man nicht lange überlegen.
Zudem hatte ich sehr gute Gespräche mit Roland Virkus und Sven Demandt. Sie haben mir ein gutes Gefühl gegeben, dass sie mich wollen. Das hat mich überzeugt. Jetzt in Liga vier zu spielen, ist für mich sicherlich kein ‚Abstieg‘.
Fohlen-hautnah: Das heißt, dass du mit deiner Familie wieder in Unna leben wirst?
Michael Stuckmann: Genau. Ich werde mit meiner Frau und mit meiner Tochter wieder in unserem Haus wohnen, das ein Jahr leer stand, während wir in Lichtenstein wohnten. Ich werde dann pendeln und auch ein bis zwei Tage in Gladbach bleiben, wenn wir beispielsweise zweimal Training haben. Ich freue mich auf die Aufgabe bei der Borussia und nehme dafür auch gerne in Kauf, dass ich jetzt ein bisschen fahren und pendeln muss.
Fohlen-hautnah: »Ich habe von dort ein sehr gutes Angebot und die Chance, im hohen Fußballeralter noch einmal etwas ganz anderes zu erleben«, hast du vor einen Jahr gesagt, als du beim damaligen Drittligisten Wuppertaler SV nach fünf Jahren um Vertragsauflösung gebeten hast, um nach Lichtenstein zu wechseln. Warum hast du dem FC Vaduz nun bereits nach einem Jahr den Rücken gekehrt?
Michael Stuckmann: Wir sind mit dem klaren Ziel Aufstieg in die 1.Liga in die Saison gegangen. Es kamen jedoch mehrere Gründe zusammen, sodass wir das Ziel nicht erreicht haben. Wir hatten einen Kader von 26 Spielern und keine 2.Mannschaft. Demzufolge gab es natürlich Spieler, die unzufrieden waren, weil sie gar nicht zum Zuge kamen.
Wir hatten mit Sicherheit die Qualität, um oben mitzuspielen und aufzusteigen und hatten auch eine gute Truppe, aber gerade in der Rückrunde hatten wir viele Probleme. So haben wir das Ziel Aufstieg verpasst. Dennoch wollte mich der neue Trainer Eric Orie zwar halten, weil ich auch Kapitän war, aber wir wollten eben wieder zurück nach Deutschland.
Fohlen-hautnah: Würdest du einem jungen Spieler empfehlen bzw. raten, nach Vaduz und generell ins Ausland zu wechseln?
Michael Stuckmann: Der FC Vaduz hat sich sehr bemüht, das muss man wirklich sagen. Auch um die jungen Spieler. Da würde ich einem jungen Spieler schon empfehlen, hinzugehen, aber generell kann man das nicht sagen. Ein Schritt ins Ausland kann mit Sicherheit nicht schaden, muss aber gut geplant sein.
Heutzutage schicken Berater teilweise ihre Spieler einfach irgendwo hin und kümmern sich dann nicht mehr um den Spieler. Das war bei mir anders. Ich musste mich stets um meine Sachen und um meine Familie selber kümmern und habe so stets auf eigenen Füßen gestanden.
Fohlen-hautnah: Was reizt dich jetzt genau an der Aufgabe bei der Borussia?
Michael Stuckmann: Ich glaube, dass bei Borussia einiges entsteht. Ich möchte dabei helfen, dass das ein oder andere Talent den Sprung in den Profikader schafft und dann im Borussia-Park spielen darf. Bereits nach dem ersten Training habe ich zum Trainer gesagt, dass Qualität in der Truppe vorhanden ist. Jetzt gilt es, das ganze Gebilde in richtige Bahnen zu lenken und auf dem Platz zu zeigen. Es ist eine reizvolle und tolle Aufgabe, an der ich Spaß habe. Deshalb bin ich hier.
Fohlen-hautnah: Die U23 ist sportlich in der letzten Saison abgestiegen. Das soll in diesem Jahr tunlichst vermieden werden und du sollst dabei als Führungsspieler helfen...
Michael Stuckmann: Ich möchte mit der Mannschaft in der Regionalliga eine gute Rolle spielen und ich denke, dass wir das können und auch machen werden, weil eben die Qualität dafür vorhanden ist. Natürlich wollen wir eine andere Rolle als im letzten Jahr spielen, deshalb bin ich auch gekommen, aber ich glaube, dass man die genaue Zielsetzung an sich erst dann ausgeben kann, wenn man sich als Mannschaft gefunden hat. Also nun beispielsweise vorzugeben, wir müssen unter die ersten Acht oder dergleichen, wäre vermessen.
Zunächst gilt es, so früh wie möglich den Klassenerhalt zu schaffen. Dann kann man weitersehen. Die anderen Mannschaften wie zum Beispiel die Sportfreunde Lotte und Preußen Münster haben sich zwar auch gut verstärkt, aber ich glaube, dass wir uns dennoch in der Liga generell nicht verstecken müssen.
Es ist eine junge Mannschaft mit der man einiges bewegen kann. Natürlich muss man auch immer mit in Betracht ziehen und einkalkulieren, wer verletzt ist und wer von den Profis zu uns kommt, aber ich glaube, dass die Mannschaft auf Sicht eine gute Entwicklung nehmen kann.





