Borussia profitiert vom Zwangsabstieg vom Bonner SC und Rot-Weiß Essen
Rein sportlich war die U23 von Borussia Mönchengladbach abgestiegen und hätte somit den durchaus bitteren Gang in die NRW-Liga antreten müssen. Doch nach dem Ende des heutigen Lizenzsierungsverfahren der Deutschen-Fußball-Liga (DFL) und des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB) bleiben die Jungfohlen aller Voraussicht nach wohl viertklassig. Eine offizielle Mitteilung bzw. Bestätigung seitens des DFB steht allerdings noch aus.
Gleich drei Vereine mussten bis zuletzt bangen, die erforderlichen Unterlagen zum Erhalt der Lizenz beim DFB in Frankfurt einzureichen. Zeit dazu hatte der DFB den Vereinen bis heute um 15:30 Uhr gegeben. Neben dem Bonner SC betraf dies auch die beiden Regionalligisten und Traditionsclubs Waldhof Mannheim und Rot-Weiß Essen.
Gerade auch der Club aus der Kulturhauptstadt Essen hatte in den vergangenen Tagen große Anstrengungen unternommen, um die kokettierte Finanzlücke in Höhe von 2,3 Millionen Euro zu decken.
Zuvor hatte der DFB den Essenern mitgeteilt, dass eine bei der Sparkasse Essen hinterlegte Bankbürgschaft nicht in Anspruch genommen werden darf. Neben der Errichtung eines Spendenkontos machten sich so am frühen Freitagmorgen unter der Führung von RWE-Legende Willi ‚Ente‘ Lippens mehrere Fans auf den Weg, um Sponsoren von einer Unterstützung zu überzeugen.
Da all diese Bemühungen wohl erfolglos blieben, muss der Traditionsverein nicht nur zwangsabsteigen, sondern hat zudem Antrag auf Insolvenz gestellt. In welche Liga der Verein nun einen Neuanfang startet, wird die Zeit zeigen. »Es ist RWE nicht gelungen, die Bedingungen des DFB für die Regionalliga-Lizenzerteilung zu erfüllen. Der Vorstand ist daher verpflichtet, unverzüglich Insolvenzantrag zu stellen, und würde sich ansonsten gem. § 42 Absatz 2 BGB schadensersatzpflichtig machen. Der Vorstand ist dieser Verpflichtung soeben nachgekommen und hat Insolvenz wegen Überschuldung beim Amtsgericht Essen beantragt«, gibt der Verein auf seiner Internetseite bekannt.
So ist dem Club an der Stelle zu wünschen, nun in ein ruhiges Fahrwasser zu gelangen und schnellstmöglich dahin zurückzukehren, wo er hin gehört - in den bezahlten Fußball.
Davon ab konnte der Bonner SC die Deckungslücke von insgesamt kokettierten 450.000 Euro nicht aufbringen und muss somit den Gang in die NRW-Liga antreten. »Alle Bemühungen waren letztendlich erfolglos: Aufsichtsrat und Präsidium haben eine Vielzahl von Gesprächen geführt, sowohl mit Bonner Unternehmen als auch außerhalb von Bonn. Leider gab es keine Zusagen, die mit dazu beigetragen hätten, die vom DFB gestellten Bedingungen bis zum Abgabetermin am heutigen Freitag um 15.30 Uhr zu erfüllen«, gibt der BSC auf seiner Webseite bekannt. Auch dem Club aus der früheren Bundeshauptstadt ist an der eine schnelle Rückkehr zu wünschen.
Neben Wormatia Worms, dass so zum zweiten Mal hintereinander profitiert, wird es so wohl auch die Borussia sein, die als Drittletzter der abgelaufenen Regionalliga West-Saison viertklassig bleibt. So kann Borussias Jugend- und Amateurkoordinator nun also umschwenken und die Planungen für eine weitere Regionalliga-Saison in Angriff nehmen. Für den Unterbau der Borussia sicherlich ein glimpfliches und glückliches Ende einer sportlich unglücklich verlaufenen Saison. Es bleibt nun zudem abzuwarten, wer die Jungfohlen nach der Trennung von Horst Wohlers übernimmt ...





