Während die Profis von Borussia Mönchengladbach um den Klassenerhalt in der Bundesliga kämpfen, so spielt die zweite Mannschaft der Borussia auch nach dem 1:0-Erfolg beim FC Homburg als aktueller Tabellenzweiter der Regionalliga West weiter mit um den Aufstieg in die 3. Liga. Wir sprachen mit Jugend- und Amateurkoordinator Roland Virkus über den derzeitigen Stand der Dinge und über einen möglichen Aufstieg in die 3. Liga.
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| Jugendscout Markus Hausweiler, Roland Virkus und U23-Coach Sven Demandt - Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de |
Fohlen-Hautnah: Herr Virkus, in Homburg musste Sven Demandt auf zahlreiche Akteure, darunter auch Eckpfeiler der Mannschaft, verzichten. Dennoch sprang am Ende dabei ein 1:0-Sieg heraus. Es scheint derzeit vieles von der Hand zu laufen ...
Roland Virkus: Man muss ja Folgendes sehen: In der Hinrunde konnten wir eigentlich sehr oft in dergleichen Struktur Fußball spielen, weil wir immer die gleichen Spieler zur Verfügung hatten. Wer da von oben kommt, kann man ja nie beeinflussen.
In den letzten Spielen ist es aber so, dass wir immer mit einer anderen Struktur spielen mussten. Jetzt war Dowidat gesperrt, Dams und Stuckmann sind verletzt. So hattest du nie dein Gerüst, was wir in der Hinrunde eigentlich immer zur Verfügung hatten. Ich denke schon, dass Dams, Stuckmann und Dowidat schon mit zum Gerüst dieser Mannschaft zählen. Das fehlt der Mannschaft jetzt seit drei Spielen und das merkt man ihr nicht an.
In Homburg warnen wir 70 Minuten die klar bessere Mannschaft und müssen höher als 1:0 führen. Die letzten zwanzig sind darin geschuldet, das gerade hinten die erfahrenen Leute fehlen.
Fohlen-Hautnah: Mit dem vierten Sieg in Folge hat man sich wieder auf den zweiten Platz vorgeschoben ...
Roland Virkus: Die Mannschaft ist gut drauf und wir versuchen jetzt natürlich, oben dran zu blieben, das ist ja klar.
Fohlen-Hautnah: Was im Umkehrschluss beutetet, dass man durchaus gewillt ist, aufzusteigen?
Roland Virkus: Man versucht so lange wie möglich, oben dran zu bleiben. Der Aufstieg kann letztendlich nicht unser primäres Ziel sein, aber wenn man sich einmal in diese Situation gebracht hat, dann ist es so, dass man versucht, oben dran zu bleiben. Dazu haben die Jungs auch den Ehrgeiz. Ob man jetzt aufsteigt ist auch davon abhängig, wie man vor den entscheidenden Spielen da steht.
Steht man dann noch in Schnupperweite zu Preußen Münster, Eintracht Trier und vielleicht auch der 1. FC Kaiserslautern. Wenn diese Spiele anstehen, dann muss man schauen, wie man steht. Stehen wir dann noch in Reichweite, dann ist doch klar, dass du bestimmt nicht extra verlieren willst ...
Wenn du dir das Ziel Aufstieg setzt, dann musst du natürlich diese Spiele gewinnen. Dazu gehören dann auch die Spiele gegen Elversberg, Düsseldorf und Bielefeld, die du gewinnen musst, wenn du richtig dran bleiben willst. Wenn das dann der Fall ist und bist in Reichweite, dann ist die Quintessenz natürlich um den Aufstieg mitzuspielen.
Fohlen-Hautnah: Damit, dass das in dieser Saison generell möglich ist, war nach dem letzten Jahr sicherlich nicht zwingend zu rechnen ...
Roland Virkus: Natürlich kommt das sehr unverhofft, weil wir nicht gedacht haben, dass wir auch in der Rückrunde so gut Punkten. Wir haben ja bis dato gegen die gleichen Mannschaften schon mehr Punkte geholt, als in der Hinrunde.
Fohlen-Hautnah: Warum läuft es dennoch so gut, auch wenn eben Stützen nicht zur Verfügung stehen und was ist das das Erfolgsrezept?
Roland Virkus: Wir haben eine gute Qualität in der Mannschaft und neben dem haben wir natürlich auch eine gute Stimmung in der Mannschaft und der Teamgeist ist gut. Alles das ist natürlich äußerst positiv. Wenn man dann sieht, wie die Jungs nach dem 1:0 in Homburg jubeln, dann sind das junge und hungrige Spieler, die etwas erreichen und sich präsentieren wollen.
Das ist für uns ja entscheidend, denn es ist die höchste Ausbildungsmannschaft. Du musst mit ihr zwar nicht aufsteigen, aber du musst Jungs für oben ausbilden. Jeder ist heiß, sich zu zeigen, und das ist eine schöne Geschichte.
Fohlen-Hautnah: Je höher eine zweite Mannschaft oder Ausbildungsmannschaft spielt, desto mehr werden zwangsläufig auch die Spieler gefordert. Sicherlich dürfte die 3.Liga ein Mehraufwand sein, der jedoch auch mit einer stärkeren Präsenz und mehr finanziellen Mitteln entlohnt wird. ‚Darf' man also aufsteigen?
Roland Virkus: ‚Aufsteigen dürfen' ist immer so eine Frage. Wenn die Jungs die Möglichkeit haben aufzusteigen, dann muss man letztendlich auch schauen, dass man es tut, aber soweit sind wir ja noch nicht. Wir befinden uns ja noch am Anfang der Rückrunde.
Wenn wir in den entscheidenden Spielen die Möglichkeit haben, dann muss man das innerhalb des Vereins strategisch diskutieren und schauen, ob der Verein sagt, die 3. Liga ist eine noch bessere Ausbildung als die Regionalliga, und in welchem Verhältnis Kosten und Nutzen stehen. Es ist schön, dass wir in so einer Situation sind aber wie gesagt, das muss man sehen, wenn es soweit ist.
Fohlen-Hautnah: Zumindest aktuell ist die Mannschaft auf dem besten Wege dorthin ...
Roland Virkus: Wenn man die Chance hat, in der 3.Liga zu spielen, dann ist es ja nichts Verwerfliches, diese Chance auch zu nutzen. Für die Jungs ist es doch das Ziel, in der höchst möglichen Liga zu spielen. Die höchst mögliche Liga für die zweite Mannschaft ist die 3.Liga.
Wenn man diese Chance hat, dann sollte man sich auch nutzen. Wir wollen ja immer Leitung und wir wollen immer Feuer, und da ist es doch klar, dass sich die Jungs Ziele setzten. Neben dem Ziel, sich oben anzubieten, ist es eben auch ihr Ziel, aufzusteigen.
Fohlen-Hautnah: Dann drücken wir die Daumen, dass diese Ziel am Ende erreicht und realisiert wird. Jochen Schumacher, Niklas Dams, Dennis Dowidat sind wichtige Spieler, bei denen unter anderen die Verträge am Saisonende auslaufen. Wie ist dort der derzeitige Stand der Dinge?
Roland Virkus: Es ist ganz klar, dass wir die drei unabhängig von der Ligazugehörigkeit halten wollen. Man muss natürlich auch die Spieler verstehen, die natürlich überlegen, was sie tun, wenn sie in einer anderen Liga spielen können. Das ist ein normaler Prozess. Für uns als Verein steht fest, dass wir mit allen dreien weiterarbeiten wollen. Wir geben ihnen da jetzt Zeit und dann schauen wir weiter.
Fohlen-Hautnah: Auch der Vertrag von Profi Tim Heubach läuft aus ...
Roland Virkus: Auch mit ihm werden wir reden, das ist doch klar. Da müssen wir erst mal die Situation abwarten. Tim hat sich vielleicht versprochen, oben zu spielen. Wenn man das nicht erreicht, dann orientiert man sich doch erst mal in höhere Ligen, was ein ganz normaler Prozess ist. Wir haben mit ihm noch nicht gesprochen, werden das sicherlich aber noch tun.
Fohlen-Hautnah: Generell ist festzuhalten, dass die U23 über einen starken Spielerkader verfügt ...
Roland Virkus: Mit unserer Transferpolitik liegen wir in diesem Jahr sehr ordentlich, auch wenn man keine Quote von 100 Prozent haben kann, denn dann wäre man überragend. Eins ist auch klar: Wir sind eine Ausbildungsmannschaft und da wirst du nicht alle Spieler für dich ausbilden. Da muss man es auch mal Akzeptierung und respektieren, wenn sich der ein oder andere anders orientiert, auch wenn wir es da vielleicht gerne hätten, dass er bei uns bleibt.
Fohlen-Hautnah: Kommen wir zum Schluss auf die U17 und U19 zu sprechen. Wie sind sie mit deren Abschneiden bis dato und mit dem generellen Abschneiden der Jugend- und Amateurabteilung zufrieden?
Roland Virkus: Die U19 ist Dritter und damit sind wir tabellarisch sicherlich zufrieden, wenn man bedenkt, wie viel Spieler wir davon nach oben gezogen haben. Dabei muss man dann in Betracht ziehen, dass wir da viel Qualität verloren haben. Wo wir nicht mit zufrieden waren, war das Ausscheiden im DFB-Pokal beim SC Freiburg und das Ausscheiden im Niederrheinpokal in Hamborn. Das darf nicht passieren, das ist ganz klar. Da gibt es nichts schönzureden.
Diese Mannschaft darf man aber auch nicht rein nach der Tabelle beurteilen, sondern danach, welche Perspektive die Spieler haben. Da haben eine ganze Reihe Spieler eine gute. Würden alle Spieler, die in der U19 spielen dürfen, dort spielen, dann würde sie in der Tabelle auch höher stehen. Wir haben uns dieses Jahr darauf fokussiert, die Spieler schnellstmöglich auszubilden, und das geht am besten in der höchsten Liga. Das ist dann eben die U23.
Die U17 ist doch klar. Die Mannschaft hat in diesem Jahr exorbitante Verletzungsprobleme und spielt zum ersten Mal eine Saison, wo im Kader sieben Jungjahrgänge stehen. Von denen stehen derzeit fünf immer in der Anfangsformation. Was erwartet man dann? Da muss mal auch mal eine schlechtere Saison hinnehmen.
Man darf nie etwas mit dem Abstieg zu tun haben, und man darf sich auch nicht 6:1 gegen Essen abfertigen lassen, aber das diese Saison schlechter werden würde, war uns klar. Dafür werden Sie dann im nächsten Jahr wieder mehr über die U17 schrieben können, denn die ist dann richtig gut.
Das Flackschiff muss voran fahren. Das ist die U23 und die fährt voran. Ich bin natürlich sehr zufrieden mit der U23 und alles andere entspricht unseren Erwartungen.






