Suchfunktion

facetwiet
Rss-Feed
HomeFohlenstallNews & HintergründeMoritz Göttel auf dem Weg nach oben

Moritz Göttel auf dem Weg nach oben

Nachwuchsstürmer mit Potenzial und Perspektive

Moritz Göttel wechselte im vergangenen Sommer mit der Empfehlung einer beachtlichen Torquote zur U19 von Borussia Mönchengladbach. Der Stürmer erzielte in der Saison 2009/2010 in 24 B-Junioren-Bundesligaspielen 21 Tore und zudem drei Tore in vier A-Junioren-Bundesligaspielen für den VfL Wolfsburg. Eine Topquote, die auch den Verantwortlichen der Borussia nicht im Verborgenen blieb. Der 18-Jährige ist durchaus mit einem Torriecher ausgestattet, den er auch im ersten Jahr bei den „Fohlen" unter Beweis stellt.

goettel3
Moritz Göttel: Ein Stürmer mit Potenzial und Perspektive. Foto: Marc Schöne, Fohlen-Hautnah.de

Zuvor hatte der Torschützenkönig der Saison 2009/2010 der B-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost seinen auslaufenden Vertrag in Wolfsburg nicht verlängert und sich trotz zahlreicher Angebote anderer Bundesligisten für die Borussia entschieden. »Ich hatte mehrere Angebote und habe mir vieles angeschaut, habe mich dann aber für Borussia entschieden«, sagt Göttel und liefert auch gleich die Beweggründe: »Hier haben mir die Rahmenbedingungen mit dem Stadion, mit dem Jugendinternat im Stadion und mit den kurzen Wegen, die man zum Trainingsplatz hat, am besten gefallen und mich überzeugt«.

»Dazu ist Borussia natürlich ein absoluter Traditionsverein mit geilen Fans, was auch noch mal Ausschlag gegeben hat«, schwärmt Göttel, dessen Vertrag bei der Borussia bis zum 30.06.2013 datiert ist. »Die Bedingungen hier sind eine der besten in Deutschland«.

Jugendscout Markus Hausweiler und U23-Trainer Sven Demandt hatten den Mittelstürmer vorab unter die Lupe genommen und dann Roland Virkus empfohlen. »Dann habe ich mich mit ihm in Braunschweig getroffen und da war relativ schnell klar, dass er zu uns wechselt«, erläutert Borussias Jugend- und Amateurkoordinator.

Die erste Arbeitswoche begann dann für Moritz Göttel bei den „Fohlen" gleich recht turbulent - jedoch im positiven Sinne. Zum 01. Juli 2010, war der damals 17-Jährige vom VfL Wolfsburg nach Gladbach gewechselt und hatte dort vier Tage später ein Appartement im Jugendinternat der Borussia bezogen.

Schon die erste Umgewöhnung für den gebürtigen Braunschweiger, der zuvor die 35km von seiner Heimatstadt in die VW-Stadt mit dem Fahrdienst der „Wölfe" zurückgelegt hatte. Erstmals von zuhause weg und in fremder Umgebung lebend, musste sich der Youngster fortan alleine durchschlagen.

»Das tut glaube ich jedem in seiner Entwicklung gut. Sicherlich ist es mir am Anfang schwer gefallen, aber man gewöhnt sich recht schnell dran«, befindet Göttel und sagt: »Wenn man viel um die Ohren und den Fußball hat, dann verfolgt man ein Ziel, dem man alles unterordnet. Dann denkt man auch nicht so viel nach«.

Tatsächlich hatte der Beidfuß in den ersten Tagen in Gladbach nicht so viel Zeit zum Nachdenken, denn es ging gerade fußballerisch gleich zur Sache. Fünf Tage nach seinem Einzug in den „Fohlenstall" des VfL stand bereits die erste Bewährungsprobe auf dem Programm - freitags abends im Testspiel der U19 gegen Eintracht Trier. Der Youngster fügte sich gleich gut ein und steuerte einen Treffer zum 6:1-Sieg der jungen Borussen bei.

Ein durchaus guter Einstand, der sich tags darauf noch toppen sollte. Ex-Cheftrainer Michael Frontzeck hatte den Mittelstürmer für den zu diesem Zeitpunkt angeschlagenen Igor de Camargo mit zum Testspiel beim FC Wegberg-Beeck genommen. Und das nicht lediglich als Zuschauer auf der Auswechselbank, sondern im zweiten Durchgang an der Seite von Fabian Bäcker als Sturmspitze. Auch hier stellte Göttel seinen Torriecher unter Beweis und netzte beim 5:0-Sieg einmal ein.

Moritz Göttel war gut angekommen beim VfL, und hatte also auch gleich eine Visitenkarte abgegeben, die sich durchaus hatte sehen lassen können. »Natürlich war das ein schönes Erlebnis und ein guter Einstand«, blickt der 18-Jährige auf seine ersten Tage beim VfL zurück und meint: »Aber darauf darf und kann man sich auf keinen Fall ausruhen. Später fragt dich keiner mehr, wie viele Testspiele du hattest«.

Keineswegs ruhte sich der Youngster auf seinem guten Einstand aus, sondern arbeitete im täglichen Training auf dem Platz weiter akribisch an sich. Und auch neben dem Platz forcierte der Youngster seine Eingewöhnung in das neue Umfeld. »Das hat alles sehr gut geklappt. Es wurde mir aber auch ziemlich einfach gemacht«, hatte der ehemalige „Wolf" damit keinerlei Schwierigkeiten.

Große Schwierigkeiten hat Göttel auch auf dem Platz nicht, wenngleich es noch an einigen Dingen zu arbeiten gilt. »Moritz hat sicherlich noch technische Defizite, aber er ist unheimlich zielstrebig«, sagt Roland Virkus.

Stets an seinen Defiziten pfeifend, erfüllt der Stürmer in der Truppe von Trainer Horst Steffen jedoch zumindest eine oder gar die Hauptaufgabe - nämlich das Toreschießen. Vierzehn Tore und acht Vorlagen in 25 Spielen sind da sicherlich keine schlechte Ausbeute. »Das ist gut, aber man darf sich nie zufrieden geben. Bei mir ist es so, dass ich mich nie ausruhe und immer mehr will«, ist der Youngster ehrgeizig und bleibt bescheiden.

»Wenn man als Jungjahrgang in der A-Jugend schon jetzt zweistellig trifft, dann ist man sicherlich ein Spieler, der Qualität hat«, befindet Virkus und unterstreicht: »Und das hat er zweifelsfrei«.

Seine Qualitäten durfte er auch schon unter Cheftrainer Lucien Favre bei mehreren Trainingseinheiten unter Beweis stellen und seine Visitenkarte abgeben. »Lucien Favre ist ein sehr guter Trainer«, schwärmt der Beidfuß und hat von dem Fußballlehrer schon das ein und andere Feedback erhalten. »Natürlich hat er mit mir im Training gesprochen und mir dabei auch Ratschläge gegeben. Die versucht man dann umzusetzen«.

Und auch in der Nachwuchsrunde stellt der Youngster seine Qualität unter Beweis. So erzielte er in sechs Spielen unter Manfred Stefes fünf Tore und zwei Vorlagen. »Seine Stärken liegen sicherlich im Torabschluss, in der Robustheit und in der Schnelligkeit«, beschreibt Borussias Co-Trainer und fügt hinzu: »Er ist ein junger und entwicklungsfähiger Spieler, der aber noch viel an sich arbeiten muss«.

»In Wolfsburg hat es gereicht, wenn er Tore macht. Wir finden diese Eigenschaft auch gut, aber du brauchst mehr, um nach oben zu kommen«, bekräftigt Borussias Jugend- und Amateurkoordinator. »Dazu wird der Junge ausgebildet«.

Davon, dass der Youngster den Sprung zu den Profis schaffen kann, sind die Verantwortlichen der Borussia indes überzeugt. »Ich habe Moritz damals gesehen und bin von seinen Qualitäten überzeugt«, sagt Sven Demandt, der den Mittelstürmer in dieser Spielzeit bereits mit zwei Kurzeinsätzen Regionalligaluft schnuppern ließ und ergänzt: »Wir haben Moritz Göttel ja nicht geholt, damit er nur A-Jugend spielt, das ist vollkommen klar. Auf Sicht ist er natürlich für uns und auch weiterführend ein Thema«.

Doch bevor der Traum eines jeden Fußballers Wirklichkeit wird, gilt es für den zuweilen etwas schüchtern wirkenden und ehrgeizigen Stürmer am Feintuning zu arbeiten und sein Potenzial voll auszuschöpfen. »Er muss jetzt seine nächsten Schritte machen. Der erste Schritt von Wolfsburg nach Gladbach war schwierig«, sagt Roland Virkus. »Wir glauben in ihm ein großes Potenzial zu sehen. Er muss sich jetzt weiter entwickeln, aber da bin ich guter Dinge. Er hat sich gerade in den letzen Wochen super entwickelt«.

Dazu, dass dies der Fall ist, trägt sicherlich auch bei, dass sich der Braunschweiger in seiner neuen Heimat mittlerweile wie zuhause fühlt. »Ich habe mich gut eingelebt und fühle mich bei Borussia sehr wohl«, versichert Göttel und ergänzt: »Aber in dem Verein muss man sich einfach auch wohlfühlen«.

Sicherlich eine mehr als gute Voraussetzung, um bei der Borussia den Sprung zu den Profis zu schaffen. Ob dieser letztendlich gelingt, ist von vielen Faktoren abhängig, eine Garantie gibt es dennoch nicht. So absolviert der 18-Jährige seit einem Jahr eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein. »Ich würde jedem raten, eine Ausbildung oder mit der Schule weiter zu machen«, steht Göttel auf dem Standpunkt. »Ich finde, dass man das auch braucht, denn es kann im Fußball sehr schnell gehen«.

»Ich habe mich für eine Ausbildung entschieden, um noch etwas in der Hinterhand zu haben, sollte es schief gehen, was man natürlich nicht hofft«, sagt der Mittelstürmer. »Man versucht aber, noch ein zweites Standbein zu haben«.

Doch zunächst möchte Göttel, der nicht mit Borussias ehemaligem Stadionsprecher Rolf Göttel verwandt ist, im Fußball und am liebsten bei der Borussia weit kommen - am besten bis in die Profimannschaft. »Natürlich möchte ich das Bestmögliche erreichen. Dazu versuche ich, mich jeden Tag zu verbessern und in jedem Spiel gute Leistungen zu bringen. Dann hoffe ich, mich weiter zu entwickeln«.

Bis zum Bundesligakader ist es zwar noch ein weiter Weg, doch Moritz Göttel hat das Zeug dazu und ist dahingehend auf einem guten Weg. Gut möglich also, dass die bisherigen guten und vielversprechenden Leistungen in der kommenden Saison zumindest schon mal in der Regionalliga vermehrt honoriert werden.

»Er kann im nächsten Jahr sicherlich auch eine Option für die U23 sein und reinschnuppern. Geplant ist es erst mal anders, aber man weiß ja nie, was passiert«, erklärt Roland Virkus. »Jeder entscheidet mit seiner eigenen Leistung, wo er letztendlich spielt. Er wird auf jeden Fall ein Perspektivspieler sein, das ist sicherlich so«.

»Die Perspektive ist glaube ich bei jedem gleich. Jeder hat es selbst in der Hand«, sagt Göttel und kann auf ein gutes erstes Jahr beim VfL zurückblicken. Daran will er in der kommenden Spielzeit anknüpfen und weiter mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen. »Du musst immer das Beste geben und Höchstleitungen bringen. Dann wird das alles sicherlich gesehen und honoriert. Alles andere wird sich dann ergeben ...«.


letzte Foren-Beiträge

Konter I schnell & direkt