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Sven Demandt: »Als Mannschaft sehr gut präsentiert«

Borussias U23-Trainer im Gespräch

Noch ein Spiel gilt es für die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach zu absolvieren, ehe es in die wohl verdiente Sommerpause geht. Vor dem abschließenden Spiel gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund rangiert die Truppe von Trainer Sven Demandt in der Regionalliga West auf einem beachtlichen fünften Tabellenplatz. Vor dem Spiel gegen den BVB zog Sven Demandt im Gespräch mit unserer Redaktion vorab ein Saisonfazit und blickte in personeller Hinsicht auf die neue Spielzeit.

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Kann mit der Saison durchaus zufrieden sein: U23-Coach Sven Demandt. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de

Fohlen-Hautnah: Herr Demandt, vor dem letzten Spieltag gegen die Zweitvertretung von Borussia Dortmund rangiert ihre junge Truppe auf einem beachtlichen 5. Tabellenplatz. Eine Platzierung, die gerade nach dem letzten Jahr und nach Problemen zum Saisonstart sicherlich nicht zwingend zu erwarten war. Hätten Sie das so erwartet und hat es Sie auch etwas überrascht?

Sven Demandt: Am Anfang hatten wir tatsächlich in den ersten fünf Spielen ein bisschen Probleme. Spielerisch war das zwar schon ordentlich, aber wir haben nicht so gepunktet. Als sich dann die ersten Erfolgserlebnisse eingestellt haben, hat es ganz gut funktioniert.

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Unabhängig davon kannte ich die Jungs gut genug um zu wissen, was sie für eine Qualität haben. Deshalb war mir eigentlich auch nie bange, dass wir irgendwie in Abstiegsgefahr geraten. Das wir dann so lange so weit oben mitgespielt haben, war für mich auch etwas überraschend.

Aber es hat gezeigt, was möglich ist, wenn man es schafft, über einen langen Zeitraum am Limit zu spielen. Das haben wir sehr gut hinbekommen. In den letzten Spielen vielleicht nicht mehr ganz so gut aber unabhängig davon hatten wir nach der Winterpause schon ein paar personelle Probleme.

Da sind uns Spieler weggebrochen, die uns in der Hinrunde auch stark gemacht haben. Es gilt nun daran zu arbeiten, so eine Saison vielleicht völlig stabil hinzubekommen. Das wir aber gerade zu Saisonbeginn teilweise mit vier A-Jugendlichen so stabil waren, war schon toll.

Fohlen-Hautnah: Vor allen Dingen auch den langen Ausfall von Routinier Michael Stuckmann galt es dabei zu kompensieren ...

Sven Demandt: Wo „Stucki" und dann auch Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der in der Hinrunde komplett gespielt hat, weg waren, hatten wir schon ein paar Probleme. Und auch Yunus Malli hat in der Hinrunde ein bisschen den Unterschied ausgemacht. Das waren schon drei Jungs, die uns nach der Winterpause gefehlt haben. Dafür sind dann aber andere eingesprungen.

Fohlen-Hautnah: Ein Schlüssel zum Erfolg für die gute Saison dürfte somit ohne Zweifel gerade auch die mannschaftliche Geschlossenheit gewesen sein ...

Sven Demandt: Ja. Ich glaube schon, dass wir uns in allen Spielen sowohl auf als auch neben dem Platz als Mannschaft präsentiert haben. Ich habe den Jungs schon vor der Saison gesagt, dass es letztendlich auch auf jeden einzelnen Spielern zurückfallen wird, wenn wir uns als Mannschaft gut präsentieren und dementsprechende Ergebnisse haben.

Jeder wird davon profitieren, wenn die Mannschaft gut ist. Das haben die Jungs beherzigt. Klar schaut jeder auch irgendwo auf sich. Aber ich glaube, dass die Jungs schon verstanden haben, dass eben jeder einzelne profitiert, wenn wir als Mannschaft funktionieren. Egal, ob er spielt oder nicht. Denn es ist allemal besser, wenn man nicht spielt und oben steht. Das haben die Jungs sehr gut umgesetzt und deshalb haben wir uns auch so präsentiert, wie es bis jetzt war.

Fohlen-Hautnah: Wenn Sie einen Newcomer oder einen Spieler nennen müssten, der in dieser Saison besonders herausgestochen ist oder sie besonders positiv überrascht hat - wen würden Sie nennen?

Sven Demandt: Den habe ich ehrlich gesagt nicht, weil ich sage, dass wir uns eben als Mannschaft sehr gut präsentiert haben. Und da muss man ganz einfach sagen, dass nicht nur einer eine Entwicklung genommen hat, wo man sagt: Das war aber mehr als ordentlich, der hat sich weiter entwickelt. Da gab es schon sehr viele, die den nächsten Schritt gemacht haben. Deshalb wäre es unfair, einen heraus- oder hervorzuheben.

Fohlen-Hautnah: Kommen wir mal auf die neue Saison zu sprechen. In wie weit wird sich die Mannschaft in der kommenden Saison verändern? Mit Maik Odenthal wurde ja bereits ein junger Spieler vom Bonner SC verpflichtet.

Sven Demandt: Das ist richtig. Klar ist aber, dass wir im Großen und Ganzen zusammen bleiben und ganz wenig von außen holen werden. Von unserer U19 werden wir ein paar Jungs nach oben holen und ansonsten bleiben wir eben, wie gesagt, zusammen.

Fohlen-Hautnah: Was ist Maik Odenthal für ein Spielertyp?

Sven Demandt: Maik ist ein Mittelfeldspieler, der eher offensiv ausgerichtet ist. Er ist groß, schnell, fußballerisch gut und ein Linksfuß, wovon wir nicht allzu viele haben. Vor allen Dingen glaube ich, dass er mit seiner Entwicklung noch lange nicht am Ende, sondern da noch sehr viel möglich ist. Er hat jetzt das erste Jahr A-Jugend gespielt, davor war er bei einem kleinen Verein. Ich glaube, da geht noch richtig was, und das war auch ein Grund, warum wir ihn geholt haben.

Fohlen-Hautnah: Ist Julian Rupp vom FC Lustenau noch ein Thema?

Sven Demandt: Julian war bei uns im Probetraining und hat auch keinen schlechten Eindruck hinterlassen. Unabhängig davon ist die Problematik ja bekannt. Die Jungs, die wir holen, müssen besser als die sein, die wir haben. Und da wir gute Jungs haben, ist so etwas immer sehr schwierig.

Fohlen-Hautnah: Sie haben einige Jungs von der U19 angesprochen, die in der kommenden Saison zur U23 stoßen. Welche Spieler werden das sein?

Sven Demandt: Alexander Bieler, Nerciwan Khalil, Tim Harmes und Jesse Weißenfels werden in der kommenden Saison zu uns stoßen.

Fohlen-Hautnah: Was zeichnet all diese Spieler aus?

Sven Demandt: Fakt ist, dass alle vier Potenzial haben. Da gilt es, das weiter zu entwickeln. Ich glaube aber, dass gerade Alexander Bieler und Nerciwan Khalil, der bei uns in der Hinrunde gegen Mainz gespielt hat, etwas weiter als die anderen Jungs sind. Aber das muss letztendlich nichts heißen.

Fohlen-Hautnah: Ist auch Moritz Göttel, den Sie geholt haben und den Sie auch schon in die Regionalliga haben reinschnuppern lassen, einer, der im erweiterten Blickfeld steht?

Sven Demandt: Bei Moritz wissen wir, was er kann. Ich habe ihn gesehen und da hat mir sein Zug zum Tor imponiert. Er hat in dieser Saison vierzehn Tore gemacht, was für einen Jungjahrgang sehr ordentlich ist. Am Anfang hatte er noch Anpassungsprobleme, aber wenn man seine Entwicklung gerade in letzter Zeit und das letzte Spiel gegen Bayer Leverkusen (2 Tore, d. Red.) sieht, dann ist das kein Zufall. Ich glaube, dass er sich sehr gut weiter entwickelt und auch vom Körperlichen zugelegt hat.

Klar ist er auch für die U23 ein Thema. Wir sind ja nicht darauf ausgerichtet, Meister zu werden, sondern um die Talente weiter zu entwickeln. Da müssen wir jetzt mal schauen, wie wir damit bei ihm umgehen. Sein Einsatz und der von Alexander Bieler gegen Münster war ein Vorgriff auf das, was noch kommen kann und um den Jungs zu zeigen, dass wir an die Spieler denken und sie fördern. Da ist Moritz sicherlich ein Thema.

Fohlen-Hautnah: Dennis Dowidat und Niklas Daems bleiben der Borussia derweilen erhalten ...

Sven Demandt: Das freut mich sehr. Gerade auch für Niki, den ich noch aus der A-Jugend kenne, freut es mich. Er hat einen Schritt nach vorne gemacht und da ist jetzt die Frage: Wie weit geht dieser Schritt noch und gehen noch weitere Schritte. Das wird sich dann zeigen.

Beide haben eine gute Saison gespielt. Unabhängig davon glaube ich, dass beide mit ihrer Entwicklung noch lange nicht am Ende und gerade auf dem Sprung sind, bei uns Führungsspieler zu werden. Dahingehend müssen sie in meinen Augen auch noch zulegen, um diesen Anspruch „Führungsspieler" gerecht zu werden. Aber wie gesagt: Beide haben eine gute Saison gespielt, sind auf einem guten Weg und sind dafür belohnt worden.

Fohlen-Hautnah: Belohnt wurden die beiden auch dahingehend, dass sie in den letzten Wochen des Öfteren bei den Profis trainieren durften. Wie funktioniert da die Kommunikation zwischen ihnen und Lucien Favre?

Sven Demandt: Es ist schon immer so gewesen, dass die Zusammenarbeit mit der Profiabteilung und auch generell zwischen allen Abteilungen hier top ist. Daran hat sich logischerweise nichts geändert. Es ist eine Durchlässigkeit da, die glaube ich in keinem anderen Verein so ist. Von daher passt alles.

Fohlen-Hautnah: Abschließend dürfen und können Sie mit ihrer bisherigen Arbeit durchaus zufrieden sein. Sind Sie es auch?

Sven Demandt: Es ist natürlich nicht meine Aufgabe, meine Arbeit zu bewerten. Klar ist, dass ich meine Arbeit so mache, wie ich sie für richtig halte. Und wenn Sachen nicht funktionieren, dann bin ich logischerweise auch einer, der sich hinterfragt.

Aber ich denke, dass viele Dinge gut funktioniert haben. Ein alter Spruch eines früheren Trainers von mir war: „Es gibt keine Zufälle". Und ich glaube, dass es kein Zufall ist, dass wir Fünfter sind und vielleicht noch Dritter werden, weil wir ganz einfach alle gut gearbeitet haben.


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