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Dennis Dowidat: »Bin Herrn Favre für die Chance dankbar«

Der 21-Jährige stößt in der kommenden Saison in den Profikader des VfL

In der abgelaufenen Saison stand Dennis Dowidat für die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach in 33 von 34 Spielen in der Regionalliga West auf dem Platz, traf dabei neunmal in die Maschen und hatte auch als Kapitän auflaufend mit seinen konstant guten Leistungen großen Anteil am sehr guten Abschneiden der „Jungfohlen". Dies blieb auch bei Lucien Favre nicht im Verborgenen. Borussias Cheftrainer nahm dem Mittelfeldspieler mehrmals im Training unter die Lupe. Als verdienten Lohn erhielt Dowidat einen Profivertrag, der bis zum 30.06.2012 datiert ist. Wir sprachen mit dem 21-Jährigen unter anderem darüber und über seine Ziele bei der Borussia.

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Stößt in der kommenden Saison in den Profikader des VfL: Dennis Dowidat. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de

Fohlen-Hautnah: Dennis, zum Saisonabschluss ein 2:1-Sieg gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund, mit dem ihr die Saison als Tabellenfünfter der Regionalliga abgeschlossen habt. Ein Ergebnis, mit dem ihr sicherlich sehr gut leben und mit dem ihr mehr als zufrieden sein könnt ...

Dennis Dowidat: Auf jeden Fall. Nach der letzten Saison ist das eine überragende Leistung. Klar ist auch ein weinendes Auge dabei, weil man sich auch ein bisschen mehr vorgestellt hat, wenn man wenn man so lange oben dran war. Aber wenn man die Saison insgesamt Revue passieren lässt, dann muss man mit dem 5. Platz mehr als zufrieden sein. Gerade auch mit dieser jungen Mannschaft.

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Fohlen-Hautnah: Du hast es angesprochen. Wenn man so lange oben steht, möchte man auch mehr, sprich aufsteigen. Das hat aufgrund einer Schwächephase auf der Zielgerade letztendlich nicht geklappt. Woran lag das?

Dennis Dowidat: Wir haben eine wirklich junge Mannschaft. Niklas Dams und auch ich mussten bereits im zweiten Seniorenjahr schon viel Verantwortung übernehmen. Damit musst du erst mal zurechtkommen. Und das ist für junge Spieler nicht so einfach, denn wir sind eben eine junge Mannschaft.

Man muss aber auch sagen, dass Preußen Münster in der Breite einfach den besten Kader hatte. So eine erfahrene Mannschaft gewinnt dann eben am Saisonende neun Spiele hintereinander und wir hatten zuhause gegen Düsseldorf und in Köln zwei Spiele, wo wir Pech hatten und immer kurz vor Schluss das Tor bekommen haben.

Davon ist es dann als junge Mannschaft schon schwer, sich zu erholen wenn man auch sieht, dass Münster immer weiter weg zieht. Wo es dann wirklich gelaufen war, fiel jeder erst mal so ein bisschen in ein Loch und war mit sich selbst beschäftigt. Ich glaube aber, dass man das so einer jungen Mannschaft auch zugestehen muss. Dennoch haben wir unter dem Strich eine super Saison gespielt.

Fohlen-Hautnah: In der Tat, denn ihr habt euch ja auch aus diesem kleinen Tief herausgezogen ...

Dennis Dowidat: Ja. Wir haben uns gesagt, dass wir uns die gute Saison nicht kaputt machen wollen. Denn was hätte es uns gebracht, wenn wir am Ende auf Platz acht oder neun gelandet wären? Dann hätte jeder gesagt: Es war klar, dass die einbrechen. Das wollten wir nicht.

Wir haben uns da als Mannschaft nochmal zusammengerissen, haben an die Ehre appelliert und nochmal Gas gegeben. Das ist aufgegangen und spricht für den Charakter der Mannschaft. Keiner lässt sich da hängen.

Fohlen-Hautnah: Neben der guten Mischung und neben der Qualität ist sicherlich auch die mannschaftliche Geschlossenheit sowohl auf als auch neben dem Platz ein Schlüssel zum Erfolg ...

Dennis Dowidat: Absolut. Wir verstehen uns alle super. Es fahren jetzt wieder so viele mit auf Abschlusstour nach Mallorca und das spricht auch dafür, dass es in der Mannschaft einfach stimmt. Die älteren Spieler kümmern sich gut um die jungen. Es gibt da keinen, der außen vor ist. Allgemein ist das eine sehr homogene Truppe.

Fohlen-Hautnah: Wie hoch ist da deinen Augen der Anteil von Trainer Sven Demandt, der zu Saisonbeginn das Zepter von Horst Wohlers übernommen hat?

Dennis Dowidat: Er hat daran einen sehr hohen Anteil. Ich persönlich habe eine hohe Meinung von ihm. Und ich glaube, er hat uns in diesem Jahr mit seiner Art uns zu führen, seinen Stempel aufgedrückt. Wir waren zu jedem Spiel gut vorbereitet und er hat uns immer perfekt eingestellt.

Fohlen-Hautnah: »Beide haben eine gute Saison gespielt. Unabhängig davon glaube ich, dass beide mit ihrer Entwicklung noch lange nicht am Ende und gerade auf dem Sprung sind, bei uns Führungsspieler zu werden«, sagt Sven Demandt und meint damit auch Niklas Dams. Sicherlich warst du in dieser Saison auch als vorübergehender Kapitän eine Stütze der Mannschaft. Wie bist du mit deiner Leistung zufrieden?

Dennis Dowidat: Wenn du Kapitän bist, dann hat das auch viel mit Vertrauen zu tun. Das hat mir der Trainer gegeben und ausgesprochen. Und das spürt man dann als Spieler auch. Man weiß, dass man auch mal ein schlechteres Spiel abliefern darf und nicht direkt ausgetauscht wird. Damit kam ich eigentlich ganz gut klar. Ich war in den Jugendmannschaften auch schon Kapitän.

Man kann das zwar nicht mit einer Seniorenmannschaft vergleichen, aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Am Anfang habe ich dafür ein bisschen gebraucht, weil ich auch immer sehr viel mit mir selber beschäftigt war, aber irgendwann lernt man aus und von der Situation. Natürlich haben mir auch Spieler, wie Marcel Podszus sehr viel geholfen, der in der Mannschaft einen sehr guten Draht hat.

Wenn man dann fit ist, so wie ich es in diesem Jahr war, dann bekommt man auch wieder Vertrauen in seinen Körper. Nach so einer langen und schweren Verletzung, wie ich sie hatte, ist es eigentlich schon fast erstaunlich, dass ich bis auf eine Gelbsperre jedes Spiel gespielt habe. Das ich da verletzungsfrei durch die Saison gekommen bin, ist für mich sehr wichtig. Dass es dann mit neun Toren, so gut geklappt hat, freut mich natürlich.

Aber natürlich möchte ich jetzt mein Niveau halten. Mit der Saison habe ich mir jetzt selbst eine Messlatte gelegt. Ich weiß, dass es noch besser geht. Deshalb bin ich zwar mit meiner Saison zufrieden, aber ich weiß auch, dass ich arbeiten muss, damit es noch besser wird. Und ich glaube, dass ich es noch besser kann.

Fohlen-Hautnah: Zudem hast du gerade in den letzten Wochen unter Lucien Favre im Training der Profis öfters deine Visitenklarte abgeben dürfen. Hat Lucien Favre dir da ein Feedback gegeben?

Dennis Dowidat: Länger und persönlich gesprochen hat er mit mir noch nicht, aber ich habe einen Profivertrag angeboten bekommen. Und ich glaube, das zeigt ja eigentlich, dass er mit mir zufrieden war und mich nicht so schlecht findet. Ich habe die Chance bekommen, öfters bei den Profis mit zu trainieren und ich glaube, dass ich mich da gut präsentiert habe. Ich bin Herrn Favre auf jeden Fall für die Chance, die er mir gegeben hat, sehr dankbar. Das Vertrauen, was mir gegeben wurde, muss ich jetzt zurückzahlen - und zwar mit Leistung.

Fohlen-Hautnah: Du hast deinen Profivertrag, der ab 01. Juli in Kraft tritt, schon angesprochen. Für wie lange hast du unterschrieben?

Dennis Dowidat: Wir haben uns beiderseitig auf ein Jahr ohne Option geeinigt. Borussia hat gesagt, man wolle mir ein Jahr die Chance geben, mich zu präsentieren. Das ist für mich in Ordnung, denn wenn ich es nicht schaffe, dann kann ich mich nach einem Jahr umschauen. Ich werde aber Gas geben.

Wenn es dann reicht, ich meine Chancen bekomme, und der Verein dann im Winter auf mich zukommt und sagt, dass ich meine Chance genutzt habe und einen längerfristigen Vertrag bekomme, dann ist es für beide Seiten eigentlich eine Win-Win-Situation. Genauso umgekehrt. Wenn ich jetzt oben keine Rolle spiele und mich nicht durchsetzten kann, dann ist es für beide Seiten besser, wenn ich dann im Sommer vielleicht einen anderen Weg gehe.

Fohlen-Hautnah: Trotz sicherlich einiger Anfragen hast du dich dafür entschieden, bei Borussia zu verlängern. Was hat dafür den Ausschlag gegeben?

Dennis Dowidat: Ich habe ja von vornerein gesagt, dass ich nicht weg möchte. Ich hatte zwar lose Anfragen, habe aber mit keinem Verein gesprochen. Mein erster Ansprechpartner war und ist immer Borussia und als dann das Angebot kam, musste ich nicht lange überlegen. Ich fühle mich in Gladbach sehr wohl. Ich kenne den Verein sehr gut und er ist mir ans Herz gewachsen.

Wenn man dann die Chance hat, bei einem Traditionsverein, wie Borussia Mönchengladbach, einen Profivertrag zu unterschreiben, dann muss man nicht lange überlegen. Ich freue mich einfach, einem Bundesligakader dazu zu gehören. Davon träume ich, seit dem ich vier Jahre bin. Zudem stimmt auch die Perspektive. Ich sehe, dass Herr Favre ein Trainer ist, der auf junge Spieler setzt und der jedem eine ehrliche Chance gibt.

Das ist für mich ein ganz ausschlaggebender Punkt. Ich habe öfters bei den Profis trainiert und habe gesehen, dass das Training super ist und einem jungen Spieler sehr viel bringt. Ich habe jetzt eine faire Chance, mich zu beweisen. Ob es dann am Ende klappt oder nicht, liegt an mir.

Fohlen-Hautnah: Wie groß siehst du denn die Chance, dich oben durchzusetzen?

Dennis Dowidat: Natürlich gilt das Leistungsprinzip. Ich traue es mir aber zu.

Fohlen-Hautnah: Wenn du mal deine Ziele bei und mit Borussia skizzierst ...

Dennis Dowidat: Ich möchte so viel wie möglich von Spielern, wie Reus, Arango, Hanke und von Dante, wo ich hoffe, dass er bleibt, lernen und mitnehmen. Das sind alles Spieler mit Persönlichkeit, wo ich versuche, mir was abzuschauen. Dennoch versuche ich natürlich auch frech, meine Chance zu nutzen, und möchte meine eigenen Qualitäten einbringen.

Mein Ziel ist es auf jeden Fall mal im Kader zu sein. Der 25. Mann möchte ich nicht sein. Da traue ich mir schon zu und das Selbstvertrauen habe ich, dass ich mich da in die Mannschaft reinspiele. Damit die erste Elf zu meinen, wäre zwar vermessen, aber ich hoffe einfach, dass ich eine faire Chance bekomme. Dann liegt es eben an mir, sie zu nutzen. Dafür werde ich alles geben und dann wird sich zeigen, was dabei am Ende rauskommt.

Fohlen-Hautnah: Somit wirst du also am 23. Juni mit den Profis in die Saisonvorbereitung starten. Wie verbringst du abschließend die freie Zeit bis dahin?

Dennis Dowidat: Zunächst geht es mit der U23 fünf Tage zur Abschlussfahrt nach Mallorca. Danach fängt bereits die Konzentration auf den Trainingsstart an. Die drei Wochen bis dahin werde ich dann auch damit verbringen, den von unseren Fitnesstrainern erhaltenen Trainingsplan umzusetzen. Dann freue ich mich einfach auf den Trainingsauftakt bei den Profis und werde angreifen.


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