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Taşkın Çalış verlässt die Borussia in Richtung Türkei

Der türkische U19-Nationalspieler wird Profi in seiner Heimat

Taşkın Çalış, türkischer U19-Nationalspieler und noch in Diensten von Borussia Mönchengladbach, verlässt die „Fohlen" am Saisonende. Ziel des 17-Jährigen ist sein Heimatland, wo er sich beim türkischen Erstligisten Gaziantepspor den Traum vom Fußballprofi erfüllt.

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Markus Hausweiler und Roland Virkus lassen Çalış nur ungern ziehen. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de

Beim VfL hatte der defensive Mittelfeldspieler noch einen laufenden Kontrakt bis Sommer 2012. Ziehen lassen wollte man den türkischen Jugendnationalspieler seitens der Verantwortlichen der Borussia zunächst indes nicht. »Ich hätte ihn gerne weiter bei uns spielen sehen, aber der Junge wollte unbedingt in die Türkei«, erklärt Roland Virkus und ergänzt: »Letztendlich muss uns ein Spieler auch zeigen, dass sein ganzes Herz bei Borussia Mönchengladbach ist. Der Junge hätte hier nicht verlängert und wäre dann ein Jahr später gewechselt«.

»Wir haben lange überlegt und es war eine schwierige Entscheidung, weil er bei uns ein hohes Ansehen hat. Aber wenn der Junge sagt, dass er unbedingt in seinem Heimatland Profi werden und dort spielen möchte, weil es sein größter Traum ist, dann wollten wir ihm keine Steine in den Weg legen und ihm diesen Traum erfüllen«, lässt Borussias Jugend- und Amateurkoordinator den Youngster nur ungern ziehen.

Eine Entscheidung, für die er VfL offenbar ein stattliches „Schmerzensgeld" erhält. Türkischen Medienberichten zufolge überweist der Club aus Südostanatolien 650.000 Euro auf das Konto der Borussia. »Es gibt natürlich eine Ablösesumme, aber Zahlen kommentieren wir nicht«, hält sich Virkus verständlicherweise bedeckt. Dazu dürfen sich jedoch auch die früheren Vereine Bonner SC und Alemannia Aachen auf eine sogenannte Ausbildungsentschädigung freuen.

»Für uns war es aber auch kein Problem, den Spieler abzugeben, weil wir sowohl in unserem Kader als auch in unserer Jugendakademie gleiche Spielertypen haben«, hat Roland Virkus Ersatz in den eigenen Reihen und meint damit gerade Julian Korb und Tony Jantschke.

Verstärkt in den Fokus des letztjährigen Tabellenvierten der türkischen Süper Lig gespielt haben dürfte sich Çalış im vergangenen Jahr bei der U17-Europameisterschaft in Liechtenstein, wo er mit starken Leistungen auf sich aufmerksam machte. Die UEFA zählte den Türken im Anschluss zu den zehn besten Spielern des Turniers.

Wenngleich es Çalış aufgrund eines am 17. Spieltag erlittenen Fußbruches in der vergangenen Saison auf lediglich zwölf Einsätze bei Borussias U19 in der A-Junioren-Bundesliga brachte, schlug Gaziantepspor zu und sicherte sich die Dienste des türkischen Jugendnationalspielers. Beim kommenden Europa League-Teilnehmer erhält der 17-Jährige einen bis Sommer 2016 gültigen Fünfjahresvertrag als Profi. »Er fühlt sich in der Türkei wohl und glaubt, dass er dort einfacher als in Deutschland Profi werden kann«, erläutert Roland Virkus.

Profivertrag und Europa League - beides Anreize, die Taşkın Çalış den Wechsel in seine Heimat noch schmackhafter machten. »In der kommenden Saison in der Europa League spielen zu können war für mich sehr anlockend. Zudem sehe ich gerade als Türke die Chancen in der Türkei besser«, meint der am 25. Juli achtzehn Jahre alt werdende Mittelfeldspieler und will nun auch seinem neuen Mitspieler Cenk Tosun nacheifern.

Der in Wetzlar geborene Deutsch-Türke wechselte im Januar dieses Jahres von Eintracht Frankfurt für eine kokettierte Ablösesumme von 500.000 Euro nach Gaziantepspor, wurde auf Anhieb zum Leistungsträger und hatte bei vierzehn Einsätzen mit zehn Toren und sechs Vorlagen maßgeblichen Anteil daran, dass Gaziantepspor renommierte Vereine, wie Beşiktaş und Galatasaray Istanbul hinter sich ließ. Auch Nationaltrainer Guus Hiddink würdigte die Leistungen des 20-Jährigen und berief ihn im März in den Kader für das EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich.

Ob Taşkın Çalış eine ähnliche und kometenhafte Entwicklung bei Gaziantepspor nimmt und sich von vornerein durchsetzten kann, bleibt abzuwarten. »Es ist schwer zu sagen, aber er kann es schaffen«, traut es Roland Virkus dem Youngster jedenfalls zu und ergänzt: »Wir gönnen es ihm, keine Frage«. Dem kann man sich durchaus anschließen.


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