5.Spieltag: Borussia Mönchengladbach U23 - SC Wiedenbrück 2000 2:2 (2:0)
Auch nach dem vierten Spiel müssen die Amateure von Borussia Mönchengladbach weiterhin auf den ersten Sieg in der Regionalliga West warten. Vor 305 Zuschauern im Rheydter Grenzlandstadion reichte gegen den SC Wiedenbrück 2000 eine 2:0-Pausenführung nicht, um schlussendlich als Sieger vom Platz zu gehen. Für die U23 trafen Fabian Bäcker und Julian Korb.
Borussias Trainer Sven Demandt nahm im Gegensatz zur 0:1-Heimniederlage vor zwei Wochen gegen die Zweitvertretung des FC Schalke 04 eine personelle Änderung vor. Für Ekrim Engin, der zunächst auf der Bank Platz nahm, rückte Kevin Breuer nach seiner langen Verletzung erstmalig in das Aufgebot. Der 19-Jährige spielte von Beginn an und bildete an der Seite von Kapitän Michael Stuckmann die „Doppel-6“.
Vor Torhüter Marc-André ter-Stegen schickte Demandt die Viererabwehrkette mit den Außenverteidigern Tony Jantschke (rechts) und Jens Wissing (links) sowie die Innenverteidiger Tim Heubach und Niklas Dams aufs Spielfeld. Während vor dieser Michael Stuckmann und Kevin Breuer im defensiven Mittelfeld aufliefen, so besetzten Julian Korb (rechts) und Dennis Dowidat (links) die Außenbahnen. Als Sturmduo begannen Fabian Bäcker und Elias Kachunga.
Unter den Augen von Chef-Trainer Michael Frontzeck, Co-Trainer Manfred Stefes, Sportdirektor Max Eberl, Teammanager Steffen Korell und Torwarttrainer Uwe Kamps sowie den Spielern Marco Reus und Raúl Bobadilla war es die U23 der Borussia, die einen glänzenden Start erwischte.
Die Jungfohlen gingen von Beginn an entschlossen zu Werke, entwickelten Zug vor das Tor des SC Wiedenbrück, bei denen seit dieser Saison Ex-Borusse Michel Kniat mitwirkt, und brachten sich so bereits nach wenigen Minuten in Front. Gerade einmal drei Minuten waren gespielt, als Fabian Bäcker die 1:0-Führung für den VfL erzielte.
Nach einem tollen Doppelpassspiel mit Sturmpartner Elias Kachunga setzte sich der 20-Jährige im Strafraum gegen seinen Gegenspieler durch, umkurvte den herauslaufenden Torhüter Sebastian Lange und schob das Leder eiskalt ins Tor.
Ein Traumstart nach Maß, der die U23 der Borussia weiter beflügelte. Die Truppe von Sven Demandt spielte weiter nach vorne und baute mit der zweiten guten Möglichkeit die Führung aus. Elias Kachunga setzte Fabian Bäcker mit einem schönen Pass in Szene. Der 20-Jährige drang in den Strafraum der Wiedenbrücker ein, zeigte sich uneigennützig und bediente den halbrechts besser postierten Julian Korb, der freie Bahn hatte und das Leder mit einem satten Schuss ins linke untere Eck zur 2:0-Führung beförderte (13.).
Vier Minuten zuvor hatte die U23 der Borussia eine Schrecksekunde zu verdauen, denn Tony Jantschke verletzte sich ohne Fremdeinwirkung am rechten Fuß und musste ausgewechselt werden. Für den Youngster kam Sascha Tobor in die Partie (09.). Während der SC Wiedenbrück 2000 bis dato lediglich zwei Möglichkeiten in Form von Eckstößen zu verzeichnen hatte (06.), so bauten die Jungfohlen weiter Druck auf und kam so zu Möglichkeiten. Vor allen Dingen nach zügig nach vorne getragenen Kontern wurde es im Strafraum der Gäste gefährlich. So auch in Minute 18, als sich das gut harmonierende Sturmduo Elias Kachunga und Fabian Bäcker im Strafraum durchsetzte. Die scharfe Hereingabe von Fabian Bäcker wurde im letzten Moment zur Ecke geklärt.
In der Folgezeit drosselten die Borussen Amateure das Tempo und kamen demzufolge nur noch zu wenigen Vorstößen. Marc-André ter-Stegen, der bis dato einen recht ruhigen Nachmittag verbracht hatte, konnte sich nach etwa einer halben Stunde das erste Mal auszeichnen. Mit einer starken Parade war der Borussen Torhüter zur Stelle und lenkte den Distanzschuss von Altan Arslan zur Ecke (28.). Auch nach dieser war Ter Stegen auf dem Posten und entschärfte die Situation.
Der SC Wiedenbrück war nun besser im Spiel und kam zu guten Möglichkeiten. Doch auch Robert Mainka fand in Marc-André ter-Stegen seinen Meister. Der 18-Jährige reagierte bei dem Schuss aus etwa zehn Metern glänzend und brachte das Leder unter Kontrolle (32.).
Sieben Minuten vor der Pause dann mal wieder eine Offensivaktion der Gladbacher Borussia. Der agile Dennis Dowidat setzte seinen Distanzschuss aus etwa zwanzig Metern jedoch weit am linken Pfosten vorbei (38.). Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es zwischen beiden Toren noch mal interessant. Zunächst scheiterte der Wiedenbrücker Marc Polder mit seinem Schuss aus etwa vier Metern am erneut glänzend reagierenden Marc-André ter-Stegen (45.), ehe Elias Kachunga nach dem anschließenden Konter im Alleingang an Torhüter Lange scheiterte.
So ging es nach munteren 45 Minuten mit einer völlig verdienten 2:0-Führung für die lauffreudigen Borussen Amateure in die Kabinen. Auf Seiten der Jungfohlen hatte im ersten Durchgang gerade auch Julian Korb im rechten Mittelfeld auch im Offensivdrang mehr als überzeugen können. »Julian hat seine Sache der ordentlich gemacht. Er hat auf dieser Position ja auch schon bei den Profis gespeilt. Deshalb habe ich ihn dort heute mal eingesetzt«, war auch Sven Demandt mit seinem Schützling zufrieden. Ebenso wusste Jens Wissing zu gefallen, der mit Ruhe und einigen guten Vorstößen Werbung in eigener Sache machen konnte.
Beide Trainer nahmen zum zweiten Durchgang Wechsel vor. Sven Demandt brachte Jochen Schumacher für den erst in Minute neun eingewechselten Sascha Tobor, da dieser einen Schlag auf das Knie bekommen hatte. Anders als zu Spielbeginn war es nun der SC Wiedenbrück, der sich von Beginn an entschlossen präsentierte und zeigte, dass man aus Mönchengladbach nicht punktlos die Heimreise antreten wolle. Zwingende Tormöglichkeiten sprangen bei den Bemühungen jedoch zunächst nicht heraus.
Auf der anderen Seite versäumte es die U23 des VfL die Führung auszubauen und mit dem dritten Tor wohl endgültige Entscheidung herbeizuführen. Allen voran Fabian Bäcker, der das Leder aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbringen konnte (53.). Borussias Kräfte ließen nun sichtlich nach und auch im Angriffsspiel fehlten zudem Kreativität sowie Zielstrebigkeit.
Die Gäste aus Wiedenbrück hatten bis dato ebenso keine zwingende Torchance kreiert, kamen dennoch nach einer Standartsituation zum Anschlusstreffer. Nach Eckstoß von Soner Dayangan gelang die Kopfballverlängerung zu Marc Polder, der aus fünf Metern wenig Mühe hatte und das Spielgerät ebenfalls per Kopf zum 1:2 in die Maschen setzte (66.). Im weiteren Verlauf spielte sich das Geschehen eher zwischen beiden Strafräumen ab, wenngleich der SC Wiedenbrück mehr und mehr Oberwasser bekam.
Für die nicht mehr so entschlossene Borussia ergaben sich dann in der Schlussviertelstunde einige Möglichkeiten, den alten Torevorsprung wieder herzustellen. Zunächst traf der starke Julian Korb nur das Außennetz (77.), ehe der ebenso auffällige und überzeugende Dennis Dowidat mit seinen Distanzschüssen nicht zum erwünschten Erfolg kam (79., 81.).
Nutzt man vorne die eigenen Chancen nicht, so besagt eine alte Fußballweisheit dann auch, dass das im Umkehrschluss bestraft werden kann. So sollte es dann auch kommen. Der SC Wiedenbrück drängte in der Schlussphase auf den Ausgleich, scheiterte jedoch zunächst am überragenden Gladbacher Torhüter Marc-André ter-Stegen. Der 18-Jährige fischte mit einer tollen Flugeinlage den Kopfball von Dominik Jansen aus dem rechten Winkel (85.).
Die Jungfohlen hatten nun offensichtlich Konzentrationsmängel und bettelten förmlich nach dem Ausgleich. Diesen erzielten die Gäste dann zwei Minuten vor Schluss. Nach einem unnötig verursachten Freistoß fernab der Gefahrenzone war es der frühere Gladbacher Michel Kniat, der mit dem Kopf aus kurzer Distanz den verdienten 2:2-Ausgleichstreffer markierte (88.). »Das war ein unnötiges Foul. Die Standards waren schon vorher immer gefährlich und dann sollte man da kein Foulspiel machen«, ärgerte sich Borussias Trainer über die Freistoßsituation.
Eine Minute vor dem Abpfiff hatte der VfL zwar noch eine Eckballmöglichkeit, doch es sollte beim 2:2-Remis bleiben. Dieses hatten sich die Jungfohlen selbst zuzuschreiben, die im zweiten Durchgang nicht mehr so zielstrebig agierten und die es versäumten, mit den sich bietenden Tormöglichkeiten das wohl entscheidende Tor zu erzielen.
»Wenn das 3:0 für uns fällt, dann ist das 2:1 nicht möglich. Das dritte Tor war durchaus möglich gewesen. Es ist sehr ärgerlich, wenn man so kurz vor dem Ende noch den Ausgleich kassiert. Wir haben auch ein bisschen um den Ausgleich gebettelt was aber immer so ist, wenn man das dritte Tor nicht macht. Aber wir hatten heute auch eine sehr junge Mannschaft auf dem Platz. Da muss man dann auch mal dem Ganzen Tribut zollen«, sagte Sven Demandt.
»Wenn man zur Pause 2:0 führt, dann muss man es regeln, dass man zu Hause gewinnt. Wir bekommen durch zwei Stanbdards die Tore, was natürlich nicht passieren darf. Man kann sich zwar überlegen, ob man nicht vorher das dritte Tor hätte machen könen, aber ich denke, dass wir nach hinten heraus insgesamt wenig gemacht haben. Es ist sehr ärgerlich, dass wir den Ausgleich so kurz vor Schluss nach einem noch dazu mehr als fragwürdigen Freistoß hinnehmen mussten. Wir müssen das jetzt so hinnehmen, obwohl es sehr schade ist«, gab ein sichtlich enttäuschter Fabian Bäcker zu Protokoll.
Mit seiner Vorstellung konnte der agile und sich gut präsentierende Stürmer unter den Augen von Michael Frontzeck allerdings dennoch mehr als zufrieden sein. »Ich habe ein Tor geschossen und eins vorbereitet. Das ist nicht schlecht, aber es fühlt sich halt im Moment nicht so toll an, weil es im Endeffekt nichts gebracht hat. Klar bin ich mit meiner Leistung nicht unzufrieden, aber ich gehe heute bestimmt nicht zufrieden vom Spielfeld, weil ich dann zufrieden bin, wenn wir gewinnen und nicht, wenn wir Unentschieden spielen«,sagte Bäcker.
Viel Zeit, den durchaus verlorenen Punkten nachzutrauern bleibt den jungen Borussen allerdings nicht, denn bereits am kommenden Mittwoch geht es für die Amateure weiter. Dann trifft man um 17:30 Uhr im Lohrheidestadion Wattenscheid im Nachholspiel des 4.Spieltags auf die ebenfalls noch sieglose Zweitvertretung des VfL Bochum.
»Wir wollten heute den ersten Dreier landen, was wir leider nicht geschafft haben. Es ist sehr ärgerlich, wenn man in der letzten Minute den Ausgleich bekommt. Wir müssen jetzt sehen, dass wir so schnell wie möglich aus den Köpfen bekommen, das Positive mitnehmen und uns auf das Spiel in Bochum konzentrieren«, gibt Sven Demandt die Marschroute für die kommenden Tage vor. Die Partie in Bochum hat bereits eine Art Schlüsselspielcharakter...
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach U23: Ter Stegen - Jantschke (09. Tobor, 46. Schumacher), Dams, Heubach, Wissing - Breuer (68. Engin), Stuckmann - Korb, Dowidat - Bäcker, Kachunga
Weiter im Kader: Ball (ETW), Schlösser, Platzek, Podszus
SC Wiedenbrück 2000: Lange - Oesterhelweg, Degelmann, Kniat, Rogowski - Kickermann (46. Kollmeier), Mainka - Polder (72. Stiepermann), Dayangan, Arslan (46. Güraslan) - Jansen
Weiter im Kader: Mellwig (ETW), Erkaya, Schröder, Klitzsch
Gelbe Karten: Tobor, Schumacher / Mainka
Torschützen: 1:0 Bäcker (03.), 2:0 Korb (13.), 2:1 Polder (66.), 2:2 Kniat (88.)
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)





