3.Spieltag: Borussia Mönchengladbach U23 - FC Schalke 04 II 0:1 (0:0)
Die U23 von Borussia Mönchengladbach bleibt auch nach dem dritten Spieltag in der Regionalliga West sieglos. Vor 475 Zuschauern im Rheydter Grenzlandstadion unterlag die Truppe von Trainer Sven Demandt der Zweitvertretung des FC Schalke 04 mit 0:1 und versäumte es dabei, aus den gerade im zweiten Durchgang zahlreich kreierten guten Möglichkeiten, Kapital zu schlagen.
Borussias Trainer Sven Demandt nahm im Gegensatz zum torlosen Unentschieden der Vorwoche gegen die Sportfreunde Lotte zwei personelle Änderungen vor. Für Sebastian Schachten, verteidigte Niklas Dams auf der rechten Seite und für Christian Schlösser, der zunächst auf der Bank Platz nahm, rückte Tony Jantschke in die Startelf. Der Youngster bildete mit Julian Korb die „Doppel-6“.
Ansonsten bot der Coach die Spieler auf, die in Lotte einen Punkt entführt hatten. Vor Torhüter Marc-André Ter-Stegen bildeten die Außenverteidiger Niklas Dams (rechts) und Jens Wissing (links) sowie die Innenverteidiger Tim Heubach und Kapitän Michael Stuckmann, der in der letzten Woche noch im defensiven Mittelfeld agierte. Dennis Dowidat (rechts) und Ekrem Engin (links) besetzten die Flügel im Mittelfeld. Als Sturmduo liefen Fabian Bäcker und Elias Kachunga auf.
Unter den Augen von Borussias Sportdirektor Max Eberl, Teammanager Steffen Korell, den Spielern Marco Reus und Roman Neustädter sowie von Ex-Borusse und Trainer von Rot-Weiß Ahlen Arie van Lent, waren es von Beginn an die Amateure der Borussia, die die Initiative ergriffen und versuchten, die Amateure den FC Schalke 04 unter Druck zu setzten. Doch gelingen wollte dies nicht so recht, da die „Knappen“ mit den bundesligaerfahrenen Spielern Albert Streit und Frank Fahrenhorst gerade auch in der Defensive sehr diszipliniert zu Werke gingen und nichts anbrennen ließen.
Gleiches traf allerdings auch auf die Jungfohlen zu, die ihrerseits im Defensivverbund ebenso gut organisiert und sicher agierten. Dazu trug auch Michael Stuckmann bei, der in Abwehr immer wieder das Kommando übernahm, seine Truppe dirigierte und antrieb. Anders sah es der U23-Coach bei Tim Heubach, der bei dem Gegentreffer nicht allzu gut aussah. »Für mich wirkte er heute im Gegensatz zur letzten Woche, wo er ein klasse Spiel gemacht hat, von Anfang an unsicher. Das Tor fiel auch ein bisschen über ihn. Auch wenn es nicht so auffiel, weil die Schalker wenige Chancen hatten, so wirkte er, wenn er den Ball hatte, auf mich nicht ruhig«.
Klare Torchancen blieben so zunächst Mangelware. Für den VfL ergab sich kurz nach Spielbeginn die erste Gelegenheit in Form einer Standardsituation, doch Dennis Dowidat setzte seinen Freistoß weit über das Tor (01.). Drei Minuten später brachte der erste Eckstoß der Gäste nichts ein, nachdem Michael Stuckmann im Strafraum geklärt hatte (04.).
Die U23 der Gladbacher Borussia marschierte gefällig nach vorne und verlagerte das Geschehen in der Anfangsviertelstunde zwar überwiegend in die Schalker Hälfte, ließ aber im Torabschluss die letzte Konsequenz vermissen. So auch der agile Ekrem Engin, dessen Distanzschuss aus etwa achtzehn Metern nur wenige Zentimeter über der Torlatte flog (11.).
Dem 19-Jährigen war acht Minuten später die bis dato beste Gelegenheit für die Jungfohlen vorbehalten. Nach einer schönen Flanke von Jens Wissing von der linken Seite brachte der Mittelfeldspieler seinen Kopfball aus kurzer Distanz allerdings weit am Tor vorbei (19.).
Weiterhin war es die Truppe von Sven Demandt, die über weite Strecken mehr Ballbesitz hatte, optisch überlegen war und gefällig nach spielte, dennoch gegen die kompakten Gäste wenig Akzente setzten konnte. Nach dem ersten Eckball, ausgeführt von rechts durch Dennis Dowidat, stellte Elias Kachunga den Schalker Keeper Lars Unnerstall vor keine allzu schwere Aufgabe (21.). »Er hat mir gut gefallen. Gegen einen erfahrenen Frank Fahrenhorst ist es nicht immer einfach. Da er hat er sich ein paar Mal schon gut durchgesetzt«, honorierte Sven Demandt.
Marc-André Ter-Stegen hatte bis zu diesem Zeitpunkt einen ruhigen Abend verbracht, da seine Vorderleute wenig zuließen. Gefordert wurde er 18-Jährige erstmals nach 34 Minuten, doch der Flachschuss des Schalkers Marco Quotschalla stellte den Gladbacher Torhüter vor kein großes Problem.
So ging es nach 45 Minuten, in denen die Jungfohlen zwar mehr vom Spiel hatten, aber nicht zwingend agierten, mit einem gerechten torlosen Unentschieden in die Kabine. Eine Führung wäre für die U23 des VfL jedoch durchaus im Bereich des Möglichen gewesen. »Die erste Halbzeit war nicht ganz so gut. Wir waren zwar feldüberlegen und hatten ein paar Möglichkeiten, aber keine zwingenden«, sagte U23-Coach Sven Demandt.
Während Schalkes Trainer Michael Boris einen Wechsel vornahm, so schickte Sven Demandt seine Mannschaft unverändert auf das Spielfeld. Kurz nach dem Wiederanpfiff hatte Elias Kachunga die erste Möglichkeit, doch sein Schuss wurde zu Ecke geblockt. Diese hatte im Anschluss, ausgeführt durch Dennis Dowidat, keinen Erfolg (46.).
Drei Minuten waren es die Gäste mit dem sicheren Routinier Frank Fahrenhorst, die Marc-André Ter-Stegen zu einem starken Reflex zwangen. Danny Latza zog aus sechzehn Metern ab, doch Gladbachs Torhüter reagierte trotz des verdeckten Schuss glänzend und brachte den Ball im Nachfassen unter Kontrolle (49.).
In der Folgezeit übernahmen die Jungfohlen wieder das Kommando, galoppierten schwungvoll nach vorne und erarbeiteten sich einige gute Tormöglichkeiten. Allen voran Fabian Bäcker, der zweimal die Führung auf dem Fuß hatte. Zunächst vergab der 20-Jährige aus etwa sieben Metern, als er seinen Flachschuss aus halblinker Position nur wenige Zentimeter am langen Pfosten vorbeischlenzte (56.), ehe der Stürmer drei Minuten später seinen Kopfball nach Eckstoß von Ekrem Engin haarscharf neben dem langen Pfosten einschlagen ließ (59.)
Kurze Zeit später war für Fabian Bäcker der Arbeitstag beendet. Für den 19-Jährigen kam Marcel Podszus in die Partie. »Das war so abgesprochen, das er nach 60 Minuten raus geht, weil er am Sonntag im Bundesliga-Kader steht«, erklärte Demandt die Auswechslung. »Fabian hat ein gutes Spiel gemacht. Es hat lediglich das Tor gefehlt, aber da war er nah dran. Er hatte zwei, drei richtig gute Aktionen, wo er sich gut bewegt. Auf mich hat er heute einen guten Eindruck gemacht und ich habe ihn sehr ungern rausgeholt«, lobte Borussias Coach seinen Schützling, der allerdings derzeit den durchaus vorhandenen Torriecher vermissen lässt und so aktuell im Bezug auf einen Bundesligaeinsatz wohl eher wenige Argumente liefert.
Auch nach der Auswechslung von Fabian Bäcker drängte die U23 auf den Führungstreffer. So ergab sich in Minute 61 gleich eine Doppelchance, doch zunächst scheiterte Ekrem Engin im „Gewühl“ am Schalker Torhüter Unnerstall, ehe Julian Korb seinen Distanzschuss weit über das Tor drosch. Gerade auch der gefällige und agile Ekrem Engin hätte bis dato das Spielgerät in den Maschen unterbringen können, doch der 19-Jährige vergab beste Möglichkeiten. »Er ist ein klasse Fußballer und spielt schon immer ganz gut aber sein Problem ist die die Effektivität«, war auch Sven Demandt mit der Ausbeute seines Schützlings nicht zufrieden.
Wie aus dem Nichts brachten sich die Schalker Amateure dann acht Minuten später in Front. Borussia verlor im Mittelfeld den Ball, der Schalker Danny Latza schickte Marco Quotschalla steil, dieser startete durch und legte den Ball am herauseilenden Marc-André ter-Stegen vorbei zur 0:1-Führung ins Tor der U23 (69.).
»Es war eine unglückliche Situation. Ich komme aus meinem Tor, weil er auch schon ziemlich alleine vor mir war, und verkürze ihm den Winkel. Er hat das gut gemacht. Es ist schwer zu sagen, ob ich auch in meinem Tor hätte bleiben können. Ich werde mir die Szene noch mal anschauen und analysieren«, beschrieb ter Stegen die Szene. »Wenn sich ein Torhüter da entscheidet da rauszugehen, dann ist das in Ordnung«, sagte Demandt, der eher die Fehler zuvor monierte. »Die Fehler sind vorher passiert. Wir verlieren den Ball und stehen dadurch hinten offen. Da haben wir einfach geschlafen, wofür wir bestraft worden sind«.
Auch nach dem Rückstand hatte der VfL mehr Ballbesitz und dränge auf den Ausgleich. »Auch nach dem 0:1 haben wir nach vorne gespielt und uns Möglichkeiten erarbeitet, um das Spiel Unentschieden zu gestalten«, befand Sven Demandt. Klare Torchancen sprangen dadurch zunächst jedoch nicht heraus, sodass Sven Demandt reagierte. Mit Christian Schlösser für Ekrem Engin (71.) und mit Marcel Platzek für Tim Heubach kamen frisch Offensivkräfte (80.).
Gerade in der Schlussphase zogen die Jungfohlen ein Power-Play auf und setzten die Gäste unter Druck, konnten daraus jedoch kein Kapital schlagen. So auch Marcel Podszus, der neun Minuten vor Ende die dickste Möglichkeit vergab und seinem Kopfball nach Flanke von Dennis Dowidat aus kurzer Distanz in im Tor unterbringen konnte (81.).
So blieb es am Ende bei der knappen und alles andere als verdienten 0:1-Niederlage der U23 von Borussia Mönchengladbach. Spielerisch konnten die Jungfohlen zwar durchaus Akzente setzten und überzeugen, versäumten es jedoch, aus den zahlreichen guten Möglichkeiten in Durchgang zwei Kapital zu schlagen.
»Wir hatten heute vorne unsere Probleme, unsere Chancen zu nutzen. Da hatten wir heute gerade in der zweiten Halbzeit vier, fünf richte dicke Dinger, wo wir „blank“ vor dem Tor stehen, und den Ball nicht reinmachen. Wie es dann so ist, bekommst du dann einen. Mit meinem Spiel bin ich zwar ganz zufrieden, aber natürlich bin ich enttäuscht«, so Jens Wissing, der auf der linken Abwehrseite auch mit einigen Vorstößen zu gefallen wusste.
»Wir hatten vorne viele Möglichkeiten und wenn du diese nicht nutzt, dann ist es so, dass du bestraft wirst .Es ist schade, dass du durch eine echte Chance das Spiel verlierst. Alles in allem ist es für uns bitter verlaufen«, gab der sichtlich geknickte Marc-André Ter-Stegen zu Protokoll.
Ein Tor aus drei Spielen, für das Kapitän Michael Stuckmann im ersten Saisonspiel sorgte, legen die momentanen Probleme der U23 offen. »Die Spielleistung war über die drei ersten Spiele in Ordnung. Besonders in der zweiten Halbzeit, wo wir richtig gut gespielt haben, haben wir unsere Torchancen nicht genutzt. Wenn du das nicht machst, dann ist es eine alte Fußballweisheit, dass du hinten eins bekommst. Dadurch verlieren wir das Spiel. Wir müssen vor dem Tor effektiver werden«, analysierte U23-Coach Sven Demandt.
So gibt der 45-Jährige die logische Marschroute für die folgenden Trainingstage aus, ehe es am nächsten Samstag gegen den Zweitvertretung des VFL Bochum geht. »Wir haben eine junge mannschaft, das wissen wir. Wir müssen mal ein Tor machen. Dazu müssen wir auch entschlossener sein. Wir müssen jetzt im Training noch mehr Gas geben und dort versuchen, die Bälle rein machen und uns so Selbstvertrauen holen«.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Bor. M’gladbach U23: ter Stegen - Dams, Heubach (80. Platzek), Stuckmann, Wissing - Korb, Jantschke - Kachunga, Dowidat, Engin (71. Schlösser) - Bäcker (60. Podszus)
Weiter im Kader: Blaswich (ETW), Breuer, Kacar, Schumacher
FC Schalke 04 II: Unnerstall - Kraska, Hermsen, Fahrenhorst, Stark - Latza, Streit - Glowacz (46. Pires), Pourie (85. Kühn), Müller (55. Langlitz) - Quotschalla
Weiter im Kader: Himmelmann (ETW), Incilli, Muhovic, Stevanovic
Tore: 0:1 Quotschalla (68.)
Gelbe Karten: Stuckmann / Stark, Streit, Pires Rodrigues, Quotschalla
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Lars Heitmann (Diepholz)





