Nach einer unter dem Strich schwachen Vorstellung trennte sich die zweite Mannschaft der Gladbacher Borussia am Freitagabend mit 0:0 gegen die Zweitvertretung von Bayer 04 Leverkusen und verpasste somit vorrübergehend den Sprung an die Tabellenspitze der Regionalliga West.
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| Janis Blaswich mit starker Leistung (Foto: Marc Schöne / Fohlen-Hautnah.de) |
Borussias Trainer Sven Demandt nahm im Vergleich zum 3:1-Auswärtssieg gegen SC Wiedenbrück drei Änderungen in der Startelf vor. Für Sebastian Schachten verteidige Jochen Schumacher auf der rechten Abwehrseite, während Muhittin Bastürk für den bei den Profis im Aufgebot stehenden Tony Jantschke mit Julian Korb auf „Doppel-6" agierte. In der Offensive durfte Marcel Platzek für Marcel Podszus beginnen. Desweiteren nahm Bernhard Janeczek erstmals auf der Bank der Amateure Platz.
299 Zuschauer im Rheydter Grenzlandstadion, unter die sich auch Bernd Kraus und Fortuna Düsseldorf Trainer Norbert Meier, der möglicherweise Dennis Dowidat und Fabian Bäcker unter die Lupe nahm, mischten, sahen von Beginn eine aggressiv zu Werke gehende Zweitvertretung von Bayer Leverkusen. Die Truppe von Trainer Ulf Kirsten war zu jeder Zeit Herr auf fremden Platz, setzte die Jungfohlen unter Druck und erspielte sich Möglichkeiten.
So auch nach etwas über einer Viertelstunde, als Marc Sand aus etwa zwanzig Metern abzog, jedoch im Gladbacher Schlussmann Janis Blaswich seinen Meister fand (18.). Auf der anderen Seite fanden die Borussen zu keiner Zeit in die Partie, leisteten sich unnötige Ballverluste im Mittelfeld und zeigten sich in diesem auch alles andere als kreativ.
Und das gerade auch deshalb, weil der ansonsten agile Dennis Dowidat zündelnde Ideen vermissen ließ. »Dennis hat Bälle gespielt, wo man sagt: Warum hat er jetzt die Idee? Normalerweise hat er im Spiel immer zwei, drei richtig gute Sachen, aber er hat in den meisten Momenten die falsche Entscheidung getroffen«, bemängelte Sven Demandt. »Wenn er uns dann von der Kreativität her ausfällt, was man bei ihm nicht gewohnt ist, dann haben wir schon ein bisschen ein Problem«.
Probleme hatten die Borussen in der Tat über die gesamten ersten 45 Minuten. Im Aufbauspiel fehlerhaft und demzufolge nicht offensiv nicht in Erscheinung getreten. Anders die Werkself, die fünf Minuten vor dem Pausenpfiff gut und gerne in Führung hätten gehen können, doch erneut bewahrte Borussias Schlussmann Janis Blaswich seine Mannschaft vor einem Rückstand. Der 19-Jährige reagierte nach einem Kopfball von Marc Sand aus kurzer Distanz mit einem starken Reflex und fing das Leder ab (40.).
So ging es nach 45 Minuten mit einem torlosen Remis in die Kabine. In dieser dürften sich der VfL eine heftige Ansprache von Sven Demandt angehört haben, denn das Auftreten der Jungfohlen war alles andere als einem Tabellenzweiten würdig.
Der Trainer reagierte und brachte Elias Kachunga für Muhittin Bastürk eine weitere Offensivkraft. Zunächst schien diese Maßnahme zu fruchten. Die Jungfohlen zeigten sich bissiger und engagierter, zwingende Torgelegenheiten blieben dennoch aus. »In den zehn bis fünfzehn Minuten nach der Pause dachte ich, jetzt wird es besser, aber wenn man ehrlich ist, ist es nicht viel besser geworden«, sagte Demandt.
Anders Bayer Leverkusen, für die Marc Sand (47.) und Kevin Kampl (50.) kurz nach dem Seitenwechsel zwei gute Möglichkeiten liegen ließ. Die wohl beste Gelegenheit hatte Berkay Dabanli, dessen Kopfball nach einer Ecke an die Querlatte donnerte (64.).
Auf der anderen Seite taten die Borussen zwar nach wie vor mehr, Nadelstiche blieben jedoch Fehlanzeige. Und dabei blieb es auch, als mit Marcel Podszus ein weiterer Offensivmann kam. »Das war Fußballerisch viel zu wenig«, monierte Borussias Trainer. Neunzehn Minuten vor Ende der Partie nahezu der einzig guten Spielzug der Borussia, den Fabian Bäcker einleitete. Der Stürmer ließ bei seinem Sololauf jedoch das richtige Timing vermissen, so dass diese Chance ungenutzt blieb (71.).
Ungenutzt ließ Bayer Leverkusen auch eine weitere gute Möglichkeit sieben Minuten vor Schluss. Und das auch, weil Janis Blaswich sich auch nicht durch einen Platzfehler überlisten ließ. Erneut zeigte der starke Schlussmann einen starken Reflex, als er nach einem 25-Meterfreistoß das kurz vor ihm aufspringende Leder mit dem Gesicht abwehrte (83.). »Janis hat gut gehalten. Er ist die letzten drei Spiele sehr stabil. Auch im Rauskommen, das macht er ganz sicher und er wirkt auch von der Erscheinung her gut«, lobte der Trainer.
So blieb es am Ende bei dem torlosen Remis, bei dem sich Sven Demandt lediglich über den wohl glücklichen Punkt freuen konnte. »Wenn wir so schlecht spielen, muss man froh darüber sein, wenn man noch einen Punkt holt. Da kann man nicht erwarten, dass man gewinnt. Wir hatten Glück, das wir keinen bekommen haben und Janis gut gehalten hat, resümierte Borussias Trainer und ergänzte: »Ich glaube schon, dass das unser schlechtestes Spiel war. Sowas kenne ich von meinen Jungs sonst nicht. Deshalb bin ich mit dem Punkt zufrieden, mit dem Spiel sicherlich nicht«.
Die kommenden Tage dürften somit alles andere als 'närrisch' werden, denn den Jungfohlen stehen offensichtlich harte Tage auf dem Trainingsplatz vor, wie Sven Demandt verriet: »An Karneval werden die Jungs jetzt nicht so viel Spaß haben«.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach U23: Blaswich - Schumacher, Dams, Heubach, Wissing - Bastürk (46. Kachunga), Korb - Schaaf (67. Younes), Dowidat - Bäcker, Platzek (73. Podszus)
Weiter im Kader: Ball (ETW), Janeczek, Tobor, Heupt
Bayer 04 Leverkusen II: Poremba - Koronkiewicz, Weiler, Dabanli, Eichmeier - Kramer (90. Ribeiro), Grummel - Siefkes (60. Zieba), Kampl, Sand (74. Marte) - Kreyer
Weiter im Kader: Lomb (ETW), Steffen, Riedl, Lima, Lanwer
Tore: Fehlanzeige
Gelbe Karten: Dowidat / Grummel
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Stefan Trautmann (Hannover)






