Nur wenige Tage nach dem Start in die Vorbereitung stand für die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach das erste Testspiel auf dem Programm. Und das hatte mit Maccabi Tel Aviv auch gleich einen Hochkaräter parat. Die „Jungfohlen" unterlagen im niederländischen Mierlo durch die Tore der Ex-Borussen Gal Alberman und Roberto Colautti zwar verdient mit 0:3, schlugen sich dennoch achtbar aus der Affäre.
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| Die "Jungfohlen" zogen sich gegen Maccabi ordentlich aus der Affäre. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de |
Borussias Trainer Sven Demandt musste in Mierlo auf zahlreiche seiner Spieler verzichten. Michael Stuckmann wurde nach seiner langwierigen Verletzung noch geschont, Nerciwan Khalil und Tim Heubach fehlten angeschlagen. Zudem standen die bei den Profis weilenden Dennis Dowidat, Alexander Bieler, Niklas Dams und Julian Korb nicht zur Verfügung.
Von Beginn war es verständlicherweise die Truppe von Maccabi Tel Aviv, die mit den Ex-Borussen Roberto Colautti und Gal Alberman auf dem etwas ‚unrunden' Geläuf das Heft in die Hand nahmen und die junge Borussen-Mannschaft unter Druck setzte. Doch zunächst boten die „Jungfohlen" dem Qualifikanten zur Europa League Paroli und hielten mit Kampfgeist dagegen. So dauerte es einige Minuten, ehe die Israelis zu ihrer ersten Gelegenheit in Form eines Eckstoßes kamen. Einbringen sollte dieser jedoch nichts (06.).
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Eine Minute später setzte der VfL die erste Duftmarke. Sascha Tobor zog aus etwas zwanzig Metern ab, drosch das Leder aber weit über das Tor (07.). Im Bezug auf Offensivaktivitäten sollte es das jedoch zunächst gewesen sein, denn Maccabi war nach wie vor das deutlich bessere Team und schnürte die Borussen in der eigenen Hälfte fest.
Zwingende Torchancen sollten aber nicht gelingen. Und das gerade auch deshalb, weil die „Jungfohlen" aufopferungsvoll kämpften und dagegen hielten. Doch nach etwas über zehn Minuten war auf Seiten der Israelis der Bann gebrochen. Ex-Borusse Gal Alberman nutzte eine Flanke von der linken Seite und staubte im Strafraum frei stehend zum 1:0 für Maccabi ab (13.). Ein Treffer, der aber durchaus vermeidbar gewesen wäre.
Mit der verdienten Führung im Rücken zog Maccabi noch mehr die Zügel an und marschierte nach vorne. Auf der anderen Seite zeigte die Truppe von Sven Demandt gegen die spielerisch selbstredend überlegenen Israelis im Spiel nach vorne zwar gute Ansätze, machte sich diese aber durch Ungenauigkeiten im Passspiel wieder kaputt.
Maccabi Tel Aviv hingegen münzte ihre Feldüberlegenheit in Tore um. Und wieder war es ein Ex-Borusse. Roberto Colautti kam nach einer Hereingabe von der linken Seite im Strafraum am langen Pfosten frei zum Kopfball und versenkte das Leder zur 2:0-Führung in die Maschen (25.).
Auch in der Folgezeit war Maccabi nahezu selbstverständlich jederzeit Herr der Lage und zwang den VfL zu großer Defensivarbeit. Das tat der Regionalligist auch und ließ bis auf einen Eckstoß (31.) und einen Distanzschuss (37.) nicht mehr viel zu. Neun Minuten vor der Pause gab Christopher Mandiangu nach Vorlage von Kevin Breuer den zweiten Torschuss ab, stellte Schlussmann Guy Heimov damit aber vor keine schwere Probe (36.).
So ging es für die U23 mit einem achtbaren 0:2-Rückstand in die Kabine. Und aus dieser schickte Sven Demandt frische Kräfte auf das Feld. Martin Kompalla hütete fortan für Joachim Ball das Tor, Marcel Podszus stürmte für Marcel Platzek, Neuzugang Maik Odenthal kam für Christopher Mandiangu in die Partie, Advo Iljazovic für Elias Kachunga und Christoph Kasak verteidigte für Bernhard Janecek.
»Es war schön gegen ihn zu spielen. Ich kenne ihn ja noch vom Training bei Borussia. Er hat schon in der Bundesliga bewiesen, das er ein guter Stürmer ist«, sagte Janeczek, der es überwiegend mit Roberto Colautti zu tun hatte und seine Sache dabei recht ordentlich machte. »Es ist natürlich immer hilfreich und lehrreich gegen solche Stürmer und solch gestandene Profis zu spielen. Da kann man sich viel von abschauen und lernen«.
Nach dem Seitenwechsel bot sich derweil das gleiche Bild. Borussia leistete Defensivarbeit, Maccabi bestimmte und machte das Spiel. Doch bei den Bemühungen führten eine weitere Ecke (56.) und ein Distanzschuss von Gal Alberman (60.) zunächst nicht zum gewünschten Erfolg. Doch nach etwas mehr als einer Stunde machte es Roberto Colautti besser. Der Stürmer nutzte eine an den Querbalken knallende verunglückte Flanke von Sabb'a und schob den Rebound locker zum 3:0 für Maccabi ein (63.).
Maccabi Tel Aviv blieb bis zum Schlusspfiff überlegen und fuhr Angriff auf Angriff, ein Tor sollte dabei aber nicht mehr gelingen. Die sich ordentlich präsentierenden Borussen kamen in den Schlussminuten noch zwei Offensivaktionen. Zwei Minuten vor Abpfiff stand der erste Eckstoß zu Buche (88.), ehe sich Iljazovic in der Schlussminute aus rund zwanzig Metern ein Herz fasste, das Spielgerät dabei aber weit über das Tor bugsierte (90.).
So blieb es aus Sicht der Borussia am Ende bei der verdienten 3:0- Niederlage, mit der man aber dennoch recht ‚zufrieden' sein konnte. Denn man hatte sich gegen den in allen Belangen überlegenen Gegner achtbar aus der Affäre geschlagen und zudem einiges lernen können. »Testspiele sind auch immer dazu da um zu testen und um was zu sehen. Da haben die Jungs auch gesehen, dass sie schon noch einiges vor sich haben«, befand Sven Demandt.
»Wenn man bedenkt, gegen wen wir gespielt haben, dann muss man sagen, dass es die Jungs ordentlich gemacht haben. Selbst die Tore in der ersten Halbzeit waren ein bisschen zu leicht, die hätten wir vielleicht auch sogar verhindern können«, analysierte der Fußballlehrer und resümierte: »Ich bin mit dem Spiel nicht unzufrieden. Das Spiel hat seinen Sinn und Zweck erfüllt«.
»Man hat gesehen, dass sie viel abgeklärter, körperlich deutlich robuster und viel erfahrener waren. Aber ich denke, wir haben versucht, es gut zu machen«, meinte Christopher Mandiangu und ergänzte: »Für uns war es ein guter Test. Auch um zu sehen, wo wir stehen«.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach U23: Ball (46. Kompalla) - Schumacher, Janeczek (46. Kasak), Harmes, Heupt - Schaaf, Breuer - Kachunga (46. Iljazovic), Tobor (62. Weißenfels), Mandiangu (46. Odenthal) - Platzek (46. Podszus)
Maccabi Tel Aviv: Heimov (46. Levy) - Vered (54. Malul), Nivaldo, Pavićević, Ziv - Alberman, Logasi (65. Saban) - Zizov, Dor (70. Dabur) - Colautti (72. Israilevich), Konate ( 61. Kehad)
Tore: 0:1 Alberman (13.), 0:2 Colautti (25.), 0:3 Colautti (63.)






