Profi Patrick Herrmann und Kevin Breuer trafen für die "Jungfohlen"
Seit diesem Montag befindet sich die U23 von Borussia Mönchengladbach im Trainingslager in Goch. Im Rahmen dieses trat die Truppe von Trainer Sven Demandt am Dienstag im Testspiel Orduspor an. Und konnte dank der Tore von Patrick Herrmann und Kevin Breuer als verdienter 2:0-Sieger vom Platz gehen. Auf Seiten des Aufsteigers in die türkische Süper Lig war mit Ali Camdali ein alter Bekannter vertreten.
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| Patrick Herrmann traf gegen Orduspor zur 1:0-Führung. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de |
Gespielt wurde im niederländischen Siebengewald, unweit von Goch, auf der Anlage des dort ansässigen Clubs Stormvogels 28. Gegen den Club aus der Stadt Ordu, die an der östlichen Schwarzmeerküste liegt, konnte Borussias Trainer Sven Demandt auf Unterstützung aus dem Profikader zurückgreifen.
Luvien Favre hatte Bamba Anderson und Patrick Herrmann mit nach Siebengewald beordert, um Spielpraxis zu sammeln. Beide Protagonisten standen nahezu selbstverständlich in der Startelf, die sich wie folgt zusammensetzte. Vor Torhüter Janis Blaswich bildeten Jochen Schumacher, Bamba Anderson, Niklas Dams und Eric Schaff die Viererabwehrkette.
Vor dieser bot Demandt ein Mittelfeld mit Raute auf. Kapitän Michael Stuckmann ‚räumte' vor der Abwehr auf, Patrick Herrmann besetzte den rechten, Dennis Dowidat den linken Flügel und Julian Korb agierte offensiv. Im Sturm begannen Marcel Platzek und Elias Kachunga.
Auf Seiten von Orduspor, in der letzten Saison als Sieger des Play-off-Turniers in die Süper Lig aufgestiegen, stand mit Ali Camdali ein alter Bekannter zu Beginn nicht auf dem Feld. Der in Duisburg geborene Türke spielte von 1998 bis 2005 bei den Amateuren des VfL.
Und über Bayer Leverkusen II, Kayserispor, Kayseri Erciyesspor und Kocaelispor führte der Weg des 27-Jährigen zu Orduspor, dass nach dem Aufstieg erstmals seit 26 Jahren wieder in der ersten Liga an den Start geht. »Als ich gehört habe, dass wir gegen die U23 der Borussia spielen, habe ich mich sehr gefreut. Es ist schön, wieder alte Bekannte zu sehen«, strahlte Camdali und schaut auf seine Zeit beim VfL gerne zurück: »Ich hatte bei Borussia sieben schöne Jahre und da freut man sich, wenn man gegen sie mal wieder antreten darf«.
»Ich habe die Borussia auch in der Türkei via Sky verfolgt und habe natürlich auch mit gefiebert, als es gegen Bochum in der Relegation ging. Es war knapp. Aber es hat mich gefreut, dass sie es geschafft haben«, sagte der Ex-Borusse und drückt auch für die kommende Saison die Daumen: »Ich hoffe, dass es in der kommenden Saison anders für Borussia läuft. Das hätten sie auf jeden Fall verdient. Und ich hoffe, dass auch mal die Europa-Cup-Plätze in Angriff genommen werden können«.
Derweil gingen die stark besetzten „Jungfohlen" unter den Augen von Co-Trainer Manfred Stefes von Beginn an engagiert zu Werke und versuchten offensiv Akzente zu setzten. Und das taten die Borussen, die in dieser ungewohnten Formation wenig Zeit brauchten, um sich zu finden, auch dann nach wenigen Minuten. Patrick Herrmann zog aus zwanzig Metern ab, drosch das Leder jedoch am rechten oberen Eck vorbei (04.).
In der Folgezeit ließ der VfL wenig anbrennen und hielt den türkischen Aufsteiger auf Distanz. Dieser versuchte sich zwar offensiv in Szene zu setzen, fanden jedoch gegen die gut organisierten und kompakten „Fohlen" keine Mittel, sich in den Strafraum durchzutanken. Doch auch die Borussia gelang nicht vor das Tor der Türken, sodass auf beiden Seiten Torraumszenen Mangelware waren.
Bis zur 19. Spielminute. Da gab es die erste Ecke für den Club von der östlichen Schwarzmeerküste. Diese klärte Niklas Dams im Strafraum per Kopf, ehe Elias Kachunga an das Leder kam und mit seinem Pass auf Patrick Herrmann einen blitzschnellen Konter einleitete. Der 20-Jährige setzte von der eigenen Hälfte auf rechts zum Sololauf an, tankte sich bis in den Strafraum und vollendete mit einem schönen Schuss ins lange Eck zur 1:0-Führung für den VfL (20.).
Vier Minuten später konnte Orduspor den zweiten Eckstoß verbuchen. Bamba Anderson war hellwach, sodass diese nicht zum gewünschten Erfolg führte (24.). Mehr Möglichkeiten konnten sich die Türken, die im niederländischen Tegelen Quartier bezogen haben, nicht herausspielen. Und das gerade auch deshalb, weil der Defensivverbund der Borussia um den sich gut präsentierenden Bamba Anderson wenig bis gar nichts zuließ.
Die „Jungfohlen" hingegen bearbeiteten Orduspor im Mittelfeld und marschierten bei Ballbesitz nach vorne. Zunächst fehlte Marcel Platzek nach einer Hereingabe im Fünfmeterraum lediglich eine Fußspitze (35.), ehe der agile Dennis Dowidat einen Freistoß über die Abwehrmauer hinweg neben das Tor setzte (37.).
Und da auch der nächste Freistoß des Neuprofis nach Foulspiel an Kachunga nichts einbrachte, ging es mit einer 1:0-Führung für die Amateure des VfL in die Kabine. »In der ersten Halbzeit haben wir guten Fußball gespielt«, meinte Michael Stuckmann. Womit der Routinier durchaus Recht hatte.
Zum zweiten Durchgang schickte Sven Demandt seine Truppe mit zwei neuen Spielern auf das Spielfeld. Nerciwan Khalil kam für Jochen Schumacher, Alexander Bieler räumte nun für Michael Stuckmann vor der Abwehr auf. Die Kapitänsbinde übernahm derweil Niklas Dams.
Nach Wiederanpfiff setzte die Borussia die erste Duftmarke. Eric Schaaf setzte Elias Kachunga im Strafraum in Szene. Mit dem Kopf bugsierte der Stürmer das Spielgerät nur wenige Meter neben das rechte Eck (52.). Fünf Minuten später der erste Eckstoß, der nicht zum gewünschten Erfolg führte (57.).
Weitere drei Minuten später nahm Demandt weitere Wechsel vor. U19-Torjäger Moritz Göttel stürmte fortan für Marcel Platzek und Neuzugang Maik Odenthal kam für Dennis Dowidat, der in Zukunft wieder vornehmlich mit der U23 trainiert, in die Partie. Und auch für Patrick Herrmann war der Arbeitstag beendet.
Eine Stunde Spielpraxis, mit der der Youngster durchaus zufrieden sein konnte. »Für mich war es ganz gut, Spielpraxis zu sammeln, nach dem es gegen Porto nur für einen Kurzeinsatz gereicht hat«, sagte Herrmann und war mit seiner Leistung unter dem Strich zufrieden: »Es war in Ordnung, aber es geht immer noch besser. Und es war auch mal wieder gut und schön, ein Tor zu machen. Aber darauf ruhe ich mich nicht aus. Jetzt gilt es weiter Gas zu geben und dran zu bleiben«.
Dran blieben im weiteren Verlauf der zweiten Hälfte auch die „Jungfohlen". Diese hatten Orduspor nach wie vor im Griff und erspielten sich zudem Möglichkeiten. Dabei brachte eine Ecke von Bieler nichts ein, nachdem Kachunga mit einem schönen Schuss den türkischen Torhüter zu einer Rettungstat zwang (71.).
Sieben Minuten später brachte Sven Demandt weitere frische Kräfte. Niklas Dams, Julian Korb und Elias Kachunga verließen das Feld, Bernhard Janeczek, Kevin Breuer und Christopher Mandiangu kamen in die Partie (78.).
Es dauerte einige Minuten, bis sich die Amateure der Borussia nach den vielen Wechseln gefunden hatten. Aber dann hatte die U23 eine richtig gute Offensivaktion- Aus einer dieser resultierte das zweite Tor. Mandiangu setzte sich auf der linken Seite durch und flankte in den Strafraum. Dort gelang Breuer am langen Pfosten an den Ball und vollendete zum 2:0 für die VfL (86.).
In den Schlussminuten legte der VfL noch mal einen Zahn zu und hätte die Führung weiter aufbauen können. Doch da Bieler (88.) und Mandiangu mit ihren Abschlüssen (90.) das Ziel nur knapp verfehlten, blieb es am Ende bei dem 2:0-Sieg. Und den hatten sich die Amateure mehr als verdient.
»Wir haben ein ganz gutes Spiel gemacht und verdient gewonnen«, stellte Demandt seinen Mannen ein zurecht gutes Zeugnis aus und fügte hinzu: »Natürlich hatten wir heute, auch bedingt durch die Spieler von oben, eine Truppe beisammen, die sehr gut besetzt war. Aber wir haben insgesamt wenig zugelassen, hatten richtig gute Aktionen und haben dann nicht umsonst das 2:0 gemacht«.
Zum Abschluss des Trainingslagers in Goch, mit dem sich Demandt bisher zufrieden zeigte, treten die „Jungfohlen" am Freitag ab 16 Uhr gegen den türkischen Erstligisten MKE Ankaragücü an. »Sie spielen schon länger in der ersten Liga. Ich kann sie schwer einschätzen, aber ich denke, dass sie ein bisschen stärker sind«, meint Demandt. »Das wird sicherlich wieder ein guter Test für uns. Generell sind solche Spiele auf diesem Niveau wichtig für uns«.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach U23: Blaswich - Schumacher (46. Khalil), Anderson, Dams (78. Janeczek), Schaaf - Stuckmann (46. Bieler) - Herrmann (61. Tobor), Dowidat (61. Odenthal) - Korb (78. Breuer) - Platzek (61. Göttel), Kachunga (78. Mandiangu)
Weiter im Kader: Kompalla (ETW)
Tore: 1:0 Herrmann (20.), 2:0 Breuer (86.)






