Am kommenden Dienstag wird die „Initiative Borussia" auf einer Pressekonferenz ihr ‚Schattenkabinett" um Frontmann Stefan Effenberg präsentieren. Am Sonntag Bezog der ‚Tiger' in der Sendung Sky90 Stellung zu seinen Vorhaben und zu Borussia Mönchengladbach. Die Borussia wollte sich laut des TV-Senders indes nicht äußern. Fohlen-Hautnan hat im Folgenden ein paar Kernaussagen zusammengefasst.
Stefan Effenberg in der Sendung Sky90 ...
- Es muss eine Umstrukturierung im Kader gegen. Es sind 33 Spieler im Kader, das ist natürlich viel zu groß. Der muss verkleinert werden. Da lässt man mehr oder weniger Geld liegen.
- Die Jugendarbeit von Borussia: Da gibt es hier jetzt ein Kompliment für, weil die ist hervorragend. Nur ich bin der Meinung, dass junge Spieler, die schon die Möglichkeit haben, dass man sie in den Profibereich heranführt - das was Favre jetzt in kleinen Schritten macht - , hätte schon in der Vergangenheit passieren müssen und muss auch in der Zukunft noch extremer ausgearbeitet werden.
- Ich glaube, dass die Qualität vorhanden ist, aus dieser Mannschaft eigentlich mehr zu machen. Ich glaube, Lucien Favre hat es in den Spielen, seit dem er da ist, gezeigt. Man erkennt seine Handschrift und ich glaube auch, wenn Favre von Anfang an da gewesen wäre, dann würde man jetzt nicht so zittern, wie man zittert.
- Auch sportliche Kompetenz muss herein. Für mich ist eine sportliche Kompetenz, wenn du in der Hinrunde zehn Punkte holst und 47 Gegentore schluckst, dann müssen die Verantwortlichen des Vereins die Reißleine ziehen. Dass heißt, den Trainer zu entlassen. Ich mag Michael Frontzeck, aber da hätte schon reagiert werden müssen.
- Ich möchte die Fäden in der Hand haben und viele Dinge selber sehen. Horst Köppel wird kommen und mir zur Seite stehen. Er ist eine Identifikationsfigur, die enorm wichtig ist, für eine Aufbruchsstimmung und für eine bessere Zukunft.
- Zu Max Ebel: Wenn ein Max Eberl da steht und sagt: Wir bringen da Unruhe rein. Gladbach hat gewonnen gegen Hannover. Ab und zu muss man sich auch mal reiben um Erfolg zu haben. Ein schlechtes Argument, was er da bringt. Und auch in der Hinrunde, war komplett Ruhe im Verein. Auch da standen zehn Punkte und 47 Gegentorte. Diese Dinge, die die andere Seite jetzt argumentiert, sind für mich nicht zu begreifen und auch nicht greifbar. Mit Sicherheit hat Max Eberl auch gut Dinge gemacht. Darüber brauchen wir gar nicht reden, Ich möchte Max Eberl auch in keinster Weise kritisieren. Er hat viele gute Dinge gemacht, nur es muss der nächste Schritt gegangen werden. Ich glaube, durch meine nationalen und auch internationalen Kontakte kann ich das zum Vorteil von Borussia Mönchengladbach noch weiter ausbauen.
- Wenn Rainer Bonhof mir bei einem Spiel im Borussia-Park, den genauen Tag kann ich nicht mehr sagen, da es schon was zurückliegt, an der Seitenlinie in der Halbzeit über den Weg läuft und mir sagt: Stefan, bitte tue uns allen einen Gefallen und packe hier mit an, damit es wieder besser läuft, dann lasse ich das jetzt mal so stehen.
- Mit der ganzen Philosophie, die der Verein in den letzten Jahren vertritt und auch diese Argumente, die sie bringen: Die Fans hinzuhalten, keine Selbstkritik zu äußern, sondern alles nur schön zu reden. Damit habe nicht nur ich ein Problem, sondern auch viele Fans.
- Wir haben einen klaren Plan, wir stehen auf und sagen, wir müssen jetzt etwas verändern. Und ich habe auch, und das ist nicht irgendwie so daher gesagt: Entweder jetzt oder nie. Am 29.Mai, anders geht es nicht. Die Herren, die jetzt da sitzen, die sagen: Wir wollen uns an dem Erfolg messen lassen.
Fakt ist: Borussia Mönchengladbach ist 17., Fakt ist: Der letzte einstellige Tabellenplatz von Borussia Mönchengladbach war in der Saison 1995/96, da habe ich noch gespielt. Die Fans dann immer so hinzuhalten und zu sagen: Ja im nächsten Jahr wird es besser oder vor dieser Saison; Ja, jetzt in diesem Jahr klappt es wieder und wieder stehen sie unten drin. Das irgendwann die Fans auch die Schnauze voll haben ...
- Ich wünsche mir natürlich, dass sie drin bleiben. Ich habe die Raute im Herzen. Dass, was man mir ja auch vorwirft, ich habe sie nicht im Herzen. Ich habe sie sehr wohl im Herzen. Mehr als der eine oder andere der im Amt ist. Ich möchte natürlich, dass Borussia Mönchengladbach drin bleibt, aber wir sind auf alles vorberietet. Ob der Weg in die 2. Liga gehen sollte, was ich mir nicht wünsche, oder ob Gladbach in der 1. Liga bleibt. Wir haben einen klaren Plan - für beides.
... Effenberg im Telefongespräch mit Thomas Ludwig, 1. Vorsitzender des Mönchengladbacher Fanprojekts:
- Es werden nie im Leben Anteile verkauft. Die Seele Borussias bleibt immer so, wie es sein muss. Da gebe ich mein Wort für und dazu stehe ich zu 100 Prozent. Wir bauen auch keine Traumschlösser oder sonst was. Es geht sich auch nicht um die Person Stefan Effenberg. Es geht sich nur darum, Borussia Mönchengladbach sportlich wieder da´hin zu bringen, wo sie hingehört. Wenn wir da gemeinsam zusammenarbeiten, und meine Tür ist absolut auf. Ich freue mich auf ein Gespräch und ich hoffe, dass es zustande kommt. Es kann am 29.05. nur ein Ziel geben: Eine Geschichte zu schreiben für eine sportlich bessere Zukunft von Borussia. Ich glaube, da sollten wir zusammen dran pfeilen.





