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HomeKonterSaison 2010/2011Polanski: Zurück zur Herzensangelegenheit?

Polanski: Zurück zur Herzensangelegenheit?

Rückkehr des 25-Jährigen zur Borussia?

Im Sommer 2008 nahm Eugen Polanski, mittlerweile beim 1. FSV Mainz 05 unter Vertrag, reiß aus und kehrte Borussia Mönchengladbach nach fünfzehn Jahren den Rücken. Allerdings ungewollt, denn der damals 22-Jährige wäre gerne geblieben, sah beim VfL jedoch keine Perspektive mehr. Ex-Trainer Jos Luhukay hatte dem Mittelfeldspieler seiner Zeit deutlich zu verstehen gegeben, nicht auf ihn zu setzen. Heuer, genau drei Jahre später, erwägt die Borussia offenbar, den Ex-Borussen ‚nach Hause' zu holen.

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Eugen Polanski: Noch in Diensten von Mainz, bald wieder beim VfL? Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Ablösefrei in Richtung Madrid, genauer gesagt zum FC Getafe, verließ Polanski seine fußballerische Heimat Mönchengladbach damals im Sommer 2008. Und das gerade deshalb, weil Jos Luhukay nicht auf ihn setzte. »Damals war die Situation in Gladbach unbefriedigend, denn ich habe nicht die Einsatzzeiten bekommen, wie ich sie mir gewünscht habe«, begründete Polanski im Februar 2010 im Interview mit unserer Redaktion.

Das war unter der spanischen Sonne ganz anders. Der in Polen geborene Beidfuß fand sich in der Primera División gleich gut zurecht, erkämpfte sich einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld und wurde zum Leitungsträger.

Es lief also gut in Spanien. Dennoch entschied er sich, den FC Getafe bereits nach einem Jahr aus persönlichen Gründen wieder zu verlassen. Genauere Angaben dazu machte Polanski nicht, doch die Vermutung dürfte nahe liegen, dass dem Fußballer allen voran die in Viersen lebenden Eltern fehlten. Gleiches dürfte für die Ehefrau gelten, deren Familie in Mönchengladbach lebt.

So war es nahezu ‚selbstverständlich', dass der bei Concordia Viersen groß gewordene Fußballprofi vor seiner Rückkehr nach Deutschland wieder mit der Borussia in Verbindung gebracht wurde. »Der Wunsch war sicherlich da, bzw. das Herz spielt immer eine Rolle, wenn man Borussia hört und wenn klar ist, dass man zurück nach Deutschland möchte«, sagt Polanski, der nie einen Hehl daraus macht, nach wie vor die Raute im Herzen zu tragen. »Dann denke ich an erster Stelle immer an Borussia«.

Doch zu einer Rückkehr zum VfL kommen sollte es bekanntlich nicht, denn schließlich schloss sich der ehemalige U21-Nationalspieler zunächst auf Leihbasis mit Kaufoption dem 1. FSV Mainz 05 an. Der in der kommenden Saison in der Europa League spielende „Karnevalsverein" nahm den Mittelfeldspieler im November 2010 schließlich gänzlich unter Vertrag und verlängerte den Kontrakt gleichzeitig bis Sommer 2014.

Häuslich niedergelassen hatte er sich mittlerweile in Bingen am Rhein. Und somit schon bedeutend näher zu seinen Wurzeln, die nun und schon eher ‚mal eben' erreichbar' sind, als noch zuvor in Spanien lebend. »Zu Hause ist es zwar nicht, denn das ist Mönchengladbach, aber es ist gemütlich hier und wir fühlen uns wohl«, ließ Polanski wissen.

Wann immer es seine Zeit erlaubt und zulässt, verschlägt es Polanski in seine Heimat Viersen. Und macht dabei auch stets einen Abstecher zu ‚seiner' Borussia. Zuletzt beim Hinspiel der Relegation im Borussia-Park gegen den VfL Bochum. Auch sonst ist der Ex-Borusse stets auf der Höhe, was seinen alten Verein betrifft. Sei es durchs Internet, durch Zeitungsberichte, durch Zusammenfassungen im Fernsehen oder durch Telefonate mit einem seiner besten Freunde Tobias Levels - Eugen Polanski ist immer auf Ballhöhe und nah dran an der Borussia.

Und das auch, weil gerade die Kontakte zu Mannschaftsarzt Dr. Hertl, zu Teammanager Steffen Korell und zu Max Eberl nach wie vor nicht ‚nur' vorhanden, sondern gut sind. »Man kennt und schätzt sich. Dazu war ich auch zu lange da, um das alles vergessen zu können. Borussia ist eine Herzensangelegenheit«, sagte der 25-Jährige. »Es ist auf jeden Fall immer sehr schön und von meiner Seite aus kann das ewig so bleiben«.

 »Ich glaube, dass wir Eugen irgendwann wieder in Gladbach sehen werden«, sagte Max Eberl dieser Tage im Interview mit dem Online-Magazin ‚Seitenwahl.de'. »Vielleicht kommt es irgendwann mal dazu. Das wäre sehr schön. Aber wie gesagt, ich habe es nicht bereut, dass ich nach Mainz gewechselt bin«, hatte Polanski vor dem Rückspiel der Borussia in Mainz der Saison 2009/2010 gesagt.

Das ‚Irgendwann' könnte nun früher als gedacht und schon zur neuen Saison der Fall sein. Denn wie die ‚Rheinische Post' dieser Tage berichtete, soll der VfL an einer Rückholaktion des Mainzers interessiert sein. »Gladbach ist für Eugen immer ein Thema. Mehr möchte ich dazu aktuell nicht sagen«, sagte Berater Dirk Hebel im Gespräch mit unserer Redaktion, der auch Marco Reus, Tobias Levels und Elias Kachunga vertritt und somit gerade mit Max Eberl sicherlich in regelmäßigem Austausch stehen dürfte ...

Generell dürfte das Vorhaben jedoch kein leichtes Unterfangen werden, denn Polanski, der sich derzeit in Dubai erholt, steht bei den Mainzern noch bis 2014 unter Vertrag und hat laut ‚Transfermarkt.de' einen Marktwert von 3,5 Millionen Euro. Billig dürfte eine Verpflichtung des im Mittelfeld flexibel einsetzbaren Ex-Gladbachers also nicht sein.

Möglich könnte dies sein, wenn beispielsweise Michael Bradley verkauft wird. Der US-Boy war in der Rückrunde an Aston Villa ausgeliehen und spielt wohl auch in der kommenden Saison in den Planungen des VfL keine gesteigerte Rolle mehr, wie Max Eberl unlängst durchblicken ließ.

Die mögliche Kaufoption, die am 31. Mai auslief, hat der Club aus Birmingham bis dato zumindest wissentlich noch nicht gezogen. Bleibt abzuwarten, ob dies noch der Fall sein wird. Die Klarheit dahingehend könnte sich durchaus noch etwas hinziehen, denn Villa dürfte zunächst bestrebt sein, einen neuen Teammanager für den zurückgetretenen Gerard Houllier zu finden, der dann in die Kaderplanung mit einbezogen werden kann.

Dazu kommt, dass Michael Bradley bei Nichtzustandekommen der Option- wenn keine anderslautende Vereinbarung getroffen wurde - natürlich auch ein Wörtchen mitzureden hat, bei welchem Verein er in Zukunft spielen möchte. Klar ist aber, dass er zum VfL zurückkehrt, sollte er keinen neuen Verein finden.

Neben der Entscheidung, den richtigen Verein zu wählen, möchte der US-Boy zunächst mit den USA den Gold-Cup erfolgreich bestreiten, und im Anschluss in den Hafen der Ehe laufen. Denn noch in diesem Sommer möchte Bradley seine Lebengefährtin vor den Traualtar führen.  

Eugen Polanski jedenfalls, könnte sowohl den defensiven als auch offensiven Part des zentralen Mittelfelds spielen. Lucien Favre hätte in dem 25-Jährigen zudem einen taktisch gut geschulten Spieler, der im Mittelfeld alles spielen kann, der sich gut entwickelt hat, auf dem Platz alles gibt, und mit dem er während Spiel ein Feintuning durchführen kann.

Gerade der offensive Teil der "Doppel-6" ist bei Borussia unterbesetzt. Roman Neustädter überzeugte auch nicht gerade mit Spielmacherqualitäten. Auch die eventuelle Neuverpflichtung Matthias Zimmermann vom Karlsruher SC ist eher für den defensiveren Part geeignet, den er auch in der U19-Nationalmannschaft neben Mario Götze einnimmt. 

Doch das alles ist Zukunftsmusik und bleibt abzuwarten. Spätestens nach seinem Urlaub in Dubai wird Eugen Polanski sicherlich auch mal in seiner Heimat Gladbach vorbeischauen. Ob das gerade in naher Zukunft privat und beruflich täglich möglich und der Fall sein wird, wird sich zeigen ...


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