Noch etwas mehr als fünf Wochen bietet sich in der laufenden Periode die Möglichkeit, auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Borussia Mönchengladbach hat derweil mit dem Verbleib von Dante sowie den Zugängen von Yuki Otsu und Joshua King den »Großteil der Kaderplanung abgeschlossen«, wie Sportdirektor Max Eberl beim Familientag verlauten ließ. Bewegung dahingehend wird es wohl lediglich noch dann geben, sollte ein Spieler den VfL verlassen.
![]() |
| Max Eberl sieht die Kaderplanung zum Großteil abgeschlossen. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de |
Bei der Generalprobe am vergangenen Samstag im Testspiel gegen den FC Sunderland bot Borussias Trainer Lucien Favre vornehmlich die Spieler auf, mit denen er die kommende Saison fern ab der Gefahrenzone absolvieren möchte.
Dabei tauchten Tobias Levels, Mo Idrissou, Bamba Anderson und auch Michael Bradley nicht auf dem Spielberichtsbogen auf. »Michael hat mir gesagt, dass er einen neuen Verein sucht«, teilte Favre mit und bindet den US-Boy aufgrund dessen zumindest vorerst nicht mit in den Kader ein.
Zuletzt hatte der 23-Jährige beteuert, sich beim VfL »wohl zu fühlen und nicht zu 100 Prozent wechseln zu müssen«. Auch die geführten Gespräche mit Lucien Favre beschrieb der Ami als »gut«. In welche Richtung diese Gespräche gingen, bleibt allerdings offen.
»Das ist ein bisschen unlogisch. Vor einem halben Jahr, als es uns schlecht ging, hat er den Verein verlassen wollen. Und jetzt sagt er, es ist alles eitel Sonnenschein. Das passt irgendwie nicht«, befindet Max Eberl. »Sein Interesse ist, den Verein zu verlassen«, unterstreicht der Sportdirektor und wartet auf Offerten interessierter Clubs: »Da muss man jetzt mal abwarten, was passiert«.
Ein konkretes Angebot für den zentralen Mittelfeldspieler lag den „Fohlen" vor drei Wochen auf dem Tisch. »Das hat er abgelehnt«, so Eberl. Aktuellster Interessent soll laut Medienberichten derweil der italienische Serie A-Club SSC Neapel sein. »Neapel hat sich bei uns bis jetzt noch nicht gemeldet«, ließ Borussias Sportdirektor am Rande des Familientags des VfL wissen. »Wir warten auf Angebote für den Spieler«. Im Bezug auf die Personalie Michael Bradley sollte schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden, damit auf dieser Position eventuell noch nachgelegt werden kann.
Ebenso noch nicht bei der Borussia gemeldet haben sich „heiße" Interessenten für Idrissou und Levels. Dem Ur-Borussen sollen zwar diverse Anfragen vorliegen - allerdings noch nicht von konkreter Natur. »Da gibt es keinen neuen Stand«, sagt Eberl und wartet wohl auch dort auf Anfragen.
Denn die beiden Protagonisten spielen in den Planungen von Lucien Favre unterdessen nach wie vor keine gesteigerte Rolle mehr. »Der Stand ist, dass sie einen schwierigen Stand haben werden und wir ihnen ehrlich und offen gesagt haben, dass die Konkurrenz jetzt so groß sein wird, dass sie weniger spielen werden«, begründet Max Eberl und legt den beiden einen Vereinswechsel nahe.
Während Levels nicht an dem gesetzten Tony Jantschke und Matthias Zimmermann vorbei kommt, so hat Mo Idrissou bald Joshua King vor sich. »Joshua King wird am 01. August kommen, die letzte medizinische Untersuchung absolvieren und dann peu à peu an den Kader herangeführt«, sagt Max Eberl und erhofft sich von dem Norweger auch Druck auf die Arrivierten: »Er ist ein Spieler, der uns mit seiner großen Qualität hoffentlich Freude bereiten wird«.
Der 19-Jährige kann auf beiden Flügeln eingesetzt werden und dürfte sich nach vollständiger Genesung mit Otsu und Rupp um den Platz hinter Juan Arango streiten. Der Venezolaner wird nach seinem vierten Platz bei der Copa America erst am kommenden Sonntag zur Mannschaft stoßen und demnach im DFB-Pokalspiel beim SSV Jahn Regensburg nicht mit von der Partie sein. Aller Voraussicht nach wird KSC-Neuzugang Lukas Rupp den auf der linken Seite vertreten.
Und das auch, weil Yuki Otsu erst am heutigen Montag aus Japan an den Borussia-Park reist und für den Partie ebenso noch nicht infrage kommt. »Ob und wo er spielt, kann ich noch nicht sagen«, wollte sich Favre nach dem Test gegen Sunderland noch nicht auf Lukas Rupp festlegen, stellte dem 20-Jährigen jedoch ein durchaus gutes Zeugnis aus: »Lukas macht seine Sache bisher gut. Er kann fast überall spielen, ob links, rechts oder zentral. Das ist schon gut«.
Weniger gut ist unterdessen zumindest für Bamba Anderson die Tatsache, dass Dante seine Wechselabsichten vorerst in die Schublade gelegt hat und dem VfL zumindest für ein weiteres Jahr erhalten bleibt.
Denn somit ist der Brasilianer in der Rangfolge der Innenverteidiger wohl hinter Roel Brouwers „gerutscht". »Wir haben einen Kader, mit dem wir vordergründig planen. Wir haben vier Innenverteidiger und da ist Bamba momentan die Nummer vier«, erklärt Max Eberl. Zuletzt durfte der 23-Jährige im Testspiel von Borussias zweiter Mannschaft gegen den türkischen Erstligisten Orduspor vorspielen und hinterließ dabei einen ordentlichen Eindruck.
Gut möglich, dass der Innenverteidiger ausgeliehen wird, um auf hohem Niveau weitere Spielpraxis zu sammeln. »Das ist eine Überlegung«, sagt Eberl und fügt hinzu: »Aber momentan steht unser Kader und mit diesem arbeiten wir erst mal. Dann schauen wir, was noch passiert«.
Spätestens nach Schließung des Transferfensters am 31. August wird dahingebend Klarheit herrschen.






