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HomeSeitenlinieSaison 2010 / 2011Borussia-Fans hautnah: »Die Lage ist absolut gefährlich«

Borussia-Fans hautnah: »Die Lage ist absolut gefährlich«

Der Fanclub Bökel-Pilger Ahaus `99 im Interview

Bekanntlich hat Borussia Mönchengladbach eine große und breitgefächerte Fanschaar, die nicht nur unweit des Borussia-Parks beheimatet ist. Diese wollen wir ab und an durchleuchten und näher bringen. So haben wir uns diesmal dem offiziell bei der Borussia eingetragenen Fanclub Bökel-Pilger Ahaus `99 gewidmet, den wir an der Stelle vorstellen wollen. Stellvertretend für den Fanclub aus dem Münsterland haben wir uns im Vorfeld der Partie gegen den SV Werder Bremen mit dem 1.Vorsitzenden Andreas Hackfort unterhalten.

Fohlen-hautnah: Andreas, wie man aus dem Namen eures Fanclubs unschwer erkennen kann, existiert euer Fanclub nun schon elf Jahre. Beschreibe bitte an der Stelle kurz, wie und wann es zu der Gründung kam des Fanclubs Bökel-Pilger Ahaus `99 kam.

Andreas Hackfort: Ja. Ist quasi von einigen Gladbach-Fans an der Theke ins Leben gerufen worden, und da es hier immer sehr viele Borussen Anhänger gab, wurde es schnell ein Selbstläufer.

Fohlen-hautnah: Der Fanclubname lässt erkennen, dass dieser etwas mit dem altehrwürdigen Bökelberg, der nun leider nicht mehr existiert, zu tun hat. Eine Umbenennung in „Borussia-Park-Pilger“ kommt dennoch sicherlich nicht infrage…

Andreas Hackfort: Nein auf keinen Fall, denn mit unserem Namen verbinden wir sehr viel Geschichte rund um und mit dem Bökelberg. Zum VfL wird immer dieser „Berg“ gehören.

Fohlen-hautnah: Eure Mitgliederzahl liegt aktuell, inklusive Vorstand, bei beachtlichen 86 Mitgliedern. Kommen diese Mitglieder schon überwiegend aus dem Münsterland, oder wo sind all diese Borussen angesiedelt?

Andreas Hackfort: Also der größte Teil kommt hier direkt aus dem Umfeld und es gibt auch sehr viele Nichtmitglieder, die sehr gerne mit uns zum Nordpark, oder auch auswärts fahren.

Fohlen-hautnah: Laut eurer Internetseite sind in diesem Jahr bisher sechs „neue“ Borussen eurem Fanclub beigetreten. Kann man sich bei euch als Mitglied einfach „bewerben“, oder wie ist da das Procedere? Beschreibe mal, wie man sich ggf. bei euch anmelden kann, und welche Voraussetzungen erfüllt werden sollten oder auch müssen.

Andreas Hackfort: Zum einen, dass es denjenigen, die bei uns mitfahren, bei uns so gut gefällt und sie dann Mitglied werden möchten. Das lohnt sich auch, weil man sehr viele Vorteile im Club wahrnehmen kann (vergünstigte Auswärtsfahrten, Sommerfest, Weihnachtsfeier, Busfahrten zu Heimspielen, Devotionalienz-B Cabs, Shirts, Pins, Schals usw.).

Und ganz wichtig, bei uns fahren auch immer sehr viele Kinder mit. „The Next Generation“ - wir haben keine Chaoten im Club. Es gibt kein Theater und keine Randale. Alle Mitfahrer, selbst wenn sie dem anderen Verein angehören, werden mit Respekt und Niveau behandelt. Das macht uns halt, so denke ich, bei vielen Familien sehr beliebt.

Fohlen-hautnah: Sicherlich werdet ihr euch einige Events miteinander durchführen. Auf eurer Internetseite kann man Fotos von der Planwagenfahrt 2010 begutachten. Was plant ihr im Jahr generell für Events und habt ihr bei der obligatorischen Weihnachtsfeier auch einen Spieler zu Gast und wenn ja, wie kommt man daran?

Andreas Hackfort: Wir hatten schon Tobias Levels und Roberto Colautti bei uns zu Gast und auch Jünter war schon da. Auch Joris van Hout und Oliver Kirch gehören dazu. Wir haben einige gute Kontakte, die ich hier nicht unbedingt Preis geben möchte…

Fohlen-hautnah: Ihr seid auch ein bei Borussia Mönchengladbach offiziell eingetragener und beim Fanprojekt Mönchengladbach e.V. organisierter Fanclub. Was bringt dieser Beitritt für Vorteile bzw. auch für eventuelle Nachteile mit sich?

Andreas Hackfort: Also Nachteile hatten wir bisher keine. Die Vorteile… Ich denke mal, wir gehören einfach dazu zur großen Borussia Familie, da wir auch sehr viele Mitglieder haben, die im Fanprojekt Mitglied sind und durch ihren Beitrag das Fanprojekt unterstützen. Für den Einzelnen bietet zudem so auch eine große Chance auf Auswärtstickets.

Fohlen-hautnah: Seit dieser Saison hat gerade auch das Fanprojekt der Borussia das Ticketing umgestaltet. Neben der Auswärtsdauerkarte werden Einzeltickets gerade für Auswärtsspiele nur nach dem Motto: „Wer zuerst kommt, malt zuerst“, verkauft. Wie stellt sich die Kartensituation für euch als Fanclub dar?

Andreas Hackfort: Da wir, so denke ich mal, eine sehr gute Lobby haben, wir auch immer frühzeitig bestellen und mit dem Bezahlen auch immer alles sofort klappt, werden unsere Kartenwünsche ziemlich gut erfüllt.

Fohlen-hautnah: Nun ist es ja für euch bei rund 200 km keine allzu weite Strecke bis zum Borussia Park. Seid ihr da nahezu alle gemeinsam bei den Spielen unserer Borussia dabei, und wie wird das im Speziellen von euch organisiert?

Andreas Hackfort: Wir fahren zu jedem Heimspiel mit einem großen Bus, der auch fast immer zu 85% ausgelastet ist. Zu diversen Auswärtsspielen fahren wir auch mit dem Bus (Schalke, Dortmund, X-Town, Leverkusen). Eine große Auswärtsfahrt mit zwei Übernachtungen steht schon fest - im Mai nächsten Jahres gegen den HSV.

Fohlen-hautnah: Wo findet man euch, wenn ihr die Borussia bei Heimspielen unterstützt?

Andreas Hackfort: Sechs sitzen im Block 17 der Nordkurve, 35 stehen in Block 16 und zwei sitzen in Block Ost. Wir haben also 43 Dauerkarten. Ein großer Teil davon, so wie ich, sind  Kuttenträger NORDKURVE.

Fohlen-hautnah: Kommen wir zum Abschluss mal zur Borussia. Seit nunmehr sechzehn Monaten hat Michael Frontzeck bei der Borussia das Sagen an der Seitenlinie. Wie hast du, wie habt ihr im Fanclub die Verpflichtung damals aufgenommen, wie sieht du/ ihr die Entwicklung der Mannschaft und welches Zeugnis stellst du bzw. stellt euer Fanclub unserem Trainer bis hierhin aus?

Andreas Hackfort: Ja, der Michael hat bei uns erst einmal große Skepsis ausgelöst. Unsere Mitglieder waren damals so wie heute 50%  Pro und 50% Kontra. Bei dem Zeugnis kann ich nur für mich sprechen. Er macht seine Sache sehr gut, müsste nur mal öfter aus sich raus gehen, mehr Emotionen zeigen und die Distanz zu den Fans verringern. Das kommt stellenweise ein wenig arrogant daher. Aber wie gesagt, ich spreche für mich.

Fohlen-hautnah: Durchleuchten wir mal die aktuelle Situation unserer Borussia. Bis dato sind in der Bundesliga 8.Spieltage absolviert. Zuletzt gab es nach guten ersten 45 Minuten eine 3:2-Niederlage bei der TSG Hoffenheim, man verlor dabei zwei Spieler mit glatt Rot, und rangiert derzeit mit sechs Punkten auf Tabellenplatz 15. Wie beurteilst du die aktuelle Lage?

Andreas Hackfort: Die Lage ist absolut gefährlich, da wir gegen unsere Mitkonkurrenten nicht gepunktet haben und die Mannschaften, die noch unten stehen werden ziemlich schnell dort unten hinauskommen. Es ist Zeit, dass man vor allen Dingen auch zu Hause mal eine Serie startet und ein paar Dreier einfährt. Im Moment ist es zu einfach, bei uns zu gewinnen.

Fohlen-hautnah: Schauen wir auf den kommenden Gegner. Am Samstag kommt mit dem SV Werder Bremen ein Verein in den Borussia-Park, der derzeit wohl etwas hinter den eigenen Ansprüchen hinterherhinkt. Wie muss man gegen die Hanseaten zu Werke gehen und was macht dich und vielleicht auch die Mitglieder der Bökel-Pilger zuversichtlich, dass nach 90 Minuten der erste Heimsieg gefeiert werden kann?

Andreas Hackfort: Also ich selber bin fest davon überzeugt, dass wir gegen Bremen gewinnen werden. Die Mannschaft muss Leidenschaft zeigen, dann stehen wir Fans 100%  hinter unserem Team. Und wir müssen mit zwei Spitzen sowie mit einem offensiven Mittelfeld spielen und denen sofort zeigen, dass wir der Herr im Nordpark sind.

Fohlen-hautnah: Ex-Borusse Marko Marin wird dabei zum zweiten Mal an alter Wirkungsstädte auflaufen. In der letzten Saison hat es vereinzelt Pfiffe gegeben. In welcher Erinnerung hast du den „Zauberzwerg“ und wie wirst du persönlich ihn empfangen…?

Andreas Hackfort: Ich würde den „Zwerg“ nie auspfeifen. Er hat bei der Borussia immer alles gegeben. Dass wir halt nicht das Geld haben, um so einen Mann zu halten, war auch klar. Hauptsache er trifft nicht gegen uns… Dann, aber nur dann, könnte ich auch pfeifen…

Fohlen-hautnah: In einem Lied heißt es: „Wir sind ein Einigkeit von Brüdern“ und in einem anderen: „Ja wir schwören Stein und Bein auf die Elf vom Niederrhein“. Was wolltest du zum Schluss im Bezug auf die Mönchengladbacher Fanszene sowie über das Fandasein bei der Borussia generell, schon immer mal gesagt haben?

Andreas Hackfort: Also bei der Borussia find ich es stark, das sich die „Normalos“, die Kuttenträger und die Trikotträger alle gegenseitig akzeptieren und respektieren. Wir alle mögen halt nicht die Leute, die den Fußball als Trittbrett nehmen um Randale zu machen, oder die sich wie eine bestimmte Szene selbstdarstellt. Wir wollen alle nur eines: Spaß am Fußball und unsere Borussia - und das ein Leben lang. You‘ll Never Walk Alone und wir tragen alle die Raute im Herzen.


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