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HomeSeitenlinieSaison 2010 / 2011Bernhard Janeczek: Raus aus dem Internat und angriffsbereit

Bernhard Janeczek: Raus aus dem Internat und angriffsbereit

Der Österreicher hat weiterhin das Ziel Bundesliga vor Augen

Mitte April dieses Jahres verletzte sich Bernhard Janeczek in einer Trainingseinheit bei der U19 von Borussia Mönchengladbach schwer. Außenknöchel gebrochen, Riss des Innenbandes und Riss des Syndesmosebandes war die erschreckende Diagnose, die der Jungprofi hinnehmen musste. Ein halbes Jahr Fußballpause war die Folge. Nach einer langen Rehamaßnahme und hartem Aufbautraining ist der Österreicher nun im wahrsten Sinne des Wortes wieder gut zu Fuß und bereit, anzugreifen.

»Mein primäres Ziel ist natürlich zunächst fit zu werden und problemlos spielen zu können. Dann möchte ich natürlich Spielpraxis und weiter Erfahrung sammeln«, hatte sich der österreichische Nationalspieler im Trainingslager der Borussia in Saalfelden ein Ziel gesteckt.

Dieses hatte der Jungprofi im August erreicht, wo er im Derby der U19 gegen den 1. FC Köln erstmalig 90 Minuten auf dem Platz stand und mit dafür sorgte, dass die Jungfohlen am Ende als 3:2-Sieger vom Platz gehen konnten. Fünf Tage später schnupperte der Innenverteidiger erstmals nach seiner Verletzung Profiluft, als er im Testspiel bei Drittligist Rot-Weiss Ahlen eine Halbzeit an der Seite von Bamba Anderson zum Einsatz kam. Weitere 90-Minuten Einsätze erfolgten Mitte September in der A-Jugendbundesliga bei der 1:2-Niederlage gegen den MSV Duisburg und bei der 0:1-Niederlage gegen den FC Schalke 04. »All diese Spiele taten mir gut. Ich bin wieder zu 100 Prozent fit«, sagt Janeczek.

Im gestrigen Spiel der Nachwuchsrunde bei Standard Lüttich (2:2) durfte der 18-Jährige weitere 60 Minuten Spielpraxis sammeln und blieb dabei bis zu seiner Auswechslung ohne Gegentor. »Natürlich hätte ich lieber gewonnen, aber ich bin mit meiner Leistung im Großen und Ganzen zufrieden. An der Seite von so einem erfahrenen Spieler, wie Roel Brouwers zu spielen, bringt einen weiter und man kann da viel lernen«, sagt der Österreicher, der morgen mit den Profis zum Testspiel beim KRC Genk (19 Uhr) reisen wird. »Es ist angedacht, dass ich dort 30 Minuten zum Einsatz komme«.

»Ich versuche mich im Training anzubieten und wenn ich dann bei den Profis die Chance bekomme, möchte ich sie nutzen. Natürlich möchte ich auch Spielpraxis sammeln, und da ist es mir relativ egal, wo das sein wird, aber natürlich ist es auch mein Ziel, bei den Profis dabei zu sein. Ich bin bereit anzugreifen«, ist Janeczek auf dem Platz bereit für den nächsten Schritt.

Den nächsten Schritt hat der junge Österreicher bereits neben dem Platz getätigt, denn ein Jahr früher als geplant, hat der Jungprofi den „Fohlenstall“ der Borussia nach zwei Jahren im September verlassen und mit seiner Freundin in Mönchengladbach eine Wohnung bezogen.

»Das ist ein weiterer Schritt, um selbstständig zu werden. Desweiteren möchte ich mit meiner Freundin zusammen sein, was natürlich im Jugendinternat in der Form nicht möglich ist. Ich fühle mich in meinen eigenen vier Wänden schon sehr wohl«, erklärt der 18-Jährige, der auf die Zeit im Internat dennoch gerne zurückschaut. »Es war eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Besonders dankbar bin ich auch Frau Lintjens, die stets mit Rat und Tat zur Seite stand«.

Im Sommer hat Janeczek nun sein Fachabitur am Gymnasium in Rheindalen abgeschlossen und absolviert derzeit auf der Geschäftsstelle der Borussia ein Praktikum, damit dieses auch seine endgültige Anerkennung erhält. Damit der Youngster nicht wie bisher, von seiner Wohnung entweder mit dem Bus zum Training fahren oder abgeholt werden muss, bastelt er aktuell an seinem Führerschein. Fehlen dem 18-Jährigen derzeit noch sechs Stunden, um die theoretische Prüfung zu absolvieren, so stand vorgestern die erste Fahrstunde an. »Die hat richtig Spaß gemacht und war lustig. Ich habe lediglich einmal den Motor abgewürgt«, scherzt Janeczek.

Es läuft also alles in geordneten Bahnen bei Bernhard Janeczek, der nun daran arbeiten will, vielleicht schon gegen die TSG 1899 Hoffenheim eine Alternative für den 18er-Kader zu sein. Gerade bei der aktuell dünnen Personaldecke im Innenverteidigerbereich sicherlich keine Bemühungen, die auf gänzlich unfruchtbaren Boden basieren.

Dazu wird der gebürtige Wiener sowohl im täglichen Training als auch in den Testspielen versuchen, an einigen Dingen zu arbeiten und Michael Frontzeck zu überzeugen. »Verbessern oder an Dingen arbeiten kann man ja immer. Ein Spiel noch besser zu lesen, schneller Lösungen zu finden und Automatismen noch schneller zu begreifen sind alles Dinge, an denen ich noch arbeiten kann. Das alles geht von Training zu Training und von Spiel zu Spiel besser«.

So möchte sich der sympathische und nach wie vor auf dem Boden bleibende Youngster weiterhin mit harter und akribischer Arbeit an den Profikader heran kämpfen und zudem im kommenden Jahr auch international für sein Heimatland vertreten sein.

»Zunächst möchte ich verletzungsfrei bleiben, mich anbieten, den Sprung in die Bundesliga schaffen und natürlich versuchen, mich dort zu etablieren. Dazu möchte ich mich mit Österreich für die U19-Europameisterschaft 2011 in Rumänien qualifizieren und im nächsten Sommer die U20-Weltmeisterschaft spielen. Ich mache mir da aber bei allen Dingen keinen Druck. Wenn ich weiter hart arbeite und meine Leistung bringe, dann wird alles von alleine kommen«. Bis 2013 ist der talentierte Jungprofi noch an die Borussia gebunden. Zeit genug also, um die anvisierten Ziele in Gladbach zu verwirklichen.


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