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HomeSeitenlinieSaison 2010 / 2011Rückschritt statt Fortschritt

Rückschritt statt Fortschritt

Wirkung des Trainerwechsels nach einem Spiel vorerst verpufft
 
Noch vor einer Woche war man bei Borussia Mönchengladbach und im Umfeld nach dem Trainerwechsel und dem damit verbundenen Sieg gegen den FC Schalke 04 zurecht guter Dinge: Die Hoffnung, die Klasse zu halten, war bei vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und auf das rettende Ufer wieder größer geworden, der Glaube an die Rettung auch. Gerade das Auftreten der Borussen hatte Mut gemacht. Doch bereits fünf Tage später hat dieser einen empfindlichen Dämpfer erlitten.

Es herrschte Aufbruchsstimmung dem ersten Saisonheimsieg in der vergangenen Woche gegen den FC Schalke 04. Allen voran die geschlossene Mannschaftsleistung hatte Anlass zur Hoffnung gegeben.

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Lucien Favre hat nach der 2:1-Niederlag in Wolfsburg wieder Sorgenfalten auf der Stirn (Foto: Marc Schöne / Fohlen-Hautnah.de)

Die Borussen ließen sich auch nach einem frühen Rückstand nicht beirren, sondern behielten den Kopf oben, spielten mit Mut im Verbund mit Leidenschaft und gingen so am Ende als verdienter Sieger vom Platz. Und das auch, weil man gerade Mittelfeld stets präsent war und den ‚Knappen' die Räume eng machte.

Genau das Gegenteil war in Wolfsburg der Fall. Die Borussen kamen im Mittelfeld überhaupt nicht zum Zuge und liefen lediglich hinterher. »In der ersten Halbzeit haben wir sicherlich nicht gut gespielt und nicht zu unserer eigenen Stärke gefunden«, musste Marco Reus zugeben.

Einzig Roman Neustädter war nach gut einer halben Stunde die einzig ‚echte' Einschussmöglichkeit vorbehalten. Kurze Zeit später war der Arbeitstag für den blassen Ex-Mainzer auch schon wieder beendet. Lucien Favre reagierte zwar in der Halbzeit auf die schwache Vorstellung und brachte mit de Camargo eine frische Offensivkraft, doch auch diese Maßnahme fruchtete nicht.

Im Gegenteil. Der VfL, in der Vorwoche noch überzeugend, zeigte sich über nahezu die gesamte Spielzeit völlig unerklärlich von der Rolle bekam zu keiner Zeit Gripp auf das Spiel. Ein Aufbäumen war nicht zu erkennen. »Wolfsburg hatte mehr die Gier, dass Spiel zu gewinnen. Das hat bei uns gefehlt«, bemängelte Reus.

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Das änderte sich erst, als die Gladbacher Borussia durch den verwandelten Foulelfmeter von Filip Daems ‚unverhofft' wieder in die Partie kam. Doch am Ende reichte es nicht trotz Möglichkeiten von Stranzl und Nordtveit nicht, nachzulegen und so etwas Zählbares aus der VW-Stadt mitzunehmen. »Am Ende hat uns die Durchschlagskraft gefehlt. Unter dem Strich war es auf jeden Fall zu wenig«, erkannte Reus.

So standen die Borussen verdient mit leeren Händen da und haben es abermals versäumt, eine gute Leistung in das nächste Spiel zu transportieren. »Wenn man als Kollektiv gut zusammenarbeitet, was wir gegen Schalke getan haben, dann hat es einfach jede Mannschaft schwer, uns zu schlagen«, befand Reus. »Wenn wir aber nicht an unsere Leistungsgrenze gehen, dann haben wir es schwer, Gegner zu schlagen«, haderte Borussias „Rakete", die jedoch in Wolfsburg nicht wie gewohnt zündete.

Borussias Trainer Lucien Favre dürfte die Partie große Bauchschmerzen und Fragezeichen bereitet haben. Unter dem Stich kann einzig und alleine die Schlussphase den Funken Hoffnung aufrecht erhellten, dass in den letzten zehn Spielen das Ruder doch noch rumgerissen wird.

Die Situation bleibt dennoch gleich: Eine gute Leistung wie gegen Schalke darf keine Eintagsfliege sein und es bedarf nach wie vor eine Serie, um den langsam schwindenden Glauben an den Klassenerhalt aufrecht zu erhalten. Gegen die TSG 1899 Hoffenheim muss damit in Form eines Dreiers begonnen werden. »Wir haben nicht mehr viel Zeit und müssen ein paar Dreier einfahren. Wir werden uns in der kommenden Trainingswoche neu sammeln und dann veruschen, Hoffenheim zu schlagen«, gibt Marco Reus die Marschroute vor.

Dazu ist jedoch im Gegensatz zu Wolfsburg eine deutliche Leistungssteigerung und eine geschlossene Mannschaftsleitung zwingend erforderlich und unumgänglich. Und das dann jedoch auch über mehrere Spieltage, die bekanntlich immer weniger werden, übergreifend...


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