Logan Bailly hat in dieser Saison wahrlich keinen einfachen Stand bei Borussia Mönchengladbach. Langanhaltende schwankende bis schwache Leistungen, Auszeit nach Torflut und Schlagzeilen neben dem Platz. Borussias extrovertierter lief seinem starken halben Jahr zu Beginn hinterher und wurde unter Ex-Coach Michael Frontzeck gar zur Nummer drei degradiert. Lucien Favre stellte den Belgier aus einem Bauchgefühl heraus wieder zwischen die Pfosten und dieser zahlte das Vertrauen allen voran beim Auswärtsspiel an der Weser zurück.
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| Borussias Torhüter zeigte in Bremen seine bisher beste Saisonleistung - Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de |
Gute Erinnerungen hatte Bailly an das Weserstadion, schließlich hatte er im Februar 2009 beim 1:1 die Bremer mit klasse Paraden und starken Reflexen schier zur Verzweiflung gebracht und so am Ende den Punkt festgehalten.
Im Oktober 2010 wieder das Duell gegen Werder Bremen. Diesmal jedoch im heimischen Borussia-Park. Der VfL verlor 1:4 und Bailly musste seinen Platz zwischen Pfosten räumen und bekam anschließend eine Verschnaufpause verordnet. Und das wohl auch, weil der Belgier zudem mit sich selbst beschäftigt war.
Doch der 25-Jährige steckte nicht auf, sondern blieb im wahrsten Sinne des Wortes am Ball, arbeitete akribisch und kämpfte sich zurück. »Die Pause war sicherlich nicht toll für Logan«, weiß auch sein Torwarttrainer Uwe Kamps. »Aber ich denke, da lernt man draus. Hoffentlich hat er auch daraus gelernt«.
Unter Lucien Favre ist der zweifache Familienvater nun wieder die Nummer eins. Borussias neuer Trainer hatte sich bei dem erneuten Torwartwechsel auf sein gutes Bauchgefühl verlassen. »Durch den Trainerwechsel hat Logan seine Chance bekommen und er ist gerade dabei, sie wahr zu nehmen«, meint Uwe Kamps.
»Wenn ein neuer Trainer kommt und dir sagt, dass er dich zurück in das Tor stellst, dann hast du nur eins zu machen: Das ist arbeiten und im Spiel zeigen, dass es richtig ist, dich ins Tor zu stellen«, sagt Logan Bailly.
Vor allen Dingen im Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen zahlte der Belgier das Vertrauen zurück und zeigte, welch Potenzial in ihm steckt und weshalb ihn Hans Meyer zu seiner Zeit 2009 an den Borussia-Park holte. »Das war wieder der Logan des ersten halben Jahres«, befindet Kamps und ergänzt: »Es freut mich für ihn, dass er nach seiner Pause die Kurve bekommt«.
In seinen ersten drei Spielen wurde der belgische Schlussmann zwar nicht sonderlich gefordert, was sich jedoch an der Weser änderte. Und hier zeigte Bailly wieder das, wozu er im Stand ist. Strafraumbeherrschung, richtiges Timing bei hohen Bällen, stark auf der Linie, gute Paraden und starke Reflexe.
All diese Dinge hatte Borussias Schlussmann in der jüngsten Vergangenheit größtenteils vermissen lassen. »Ich bin 25 Jahre und kein Roboter. Ich denke, jeder Fußballer hat gute und schlechte Phasen. Das ist Fußball«, sagt Bailly und fährt fort: »Manchmal hast du das gute Gefühl im Spiel, hast gute Reflexe und triffst die richtige Entscheidung, manchmal eben nicht. In Bremen hat das alles gut geklappt«.
Tatsächlich hatte Bailly seine Mannschaft in Bremen gerade im ersten Durchgang mit klasse Paraden im Spiel gehalten. »Logan ist sehr wichtig für uns und ich freue mich für ihn. Er hat eine sehr starke Leistung abgeliefert und wichtige Paraden gemacht. Das ist das, was wir jetzt brauchen«, lobte Dante seinen Schlussmann. »Aber er muss solche Leistungen auch abliefern, denn er hat Qualität und kann das«.
Allmählich findet der Belgier nun also zu alter Stärke zurück und zeigt sich als Rückhalt seiner Mannschaft. »Der Trainer gab mir die Möglichkeit zurückzukehren und ich denke, dass ich ihm das Vertrauen mit so guten Spielen wie gestern zurückzahle«, sagt Bailly.
»Ich hoffe, dass er da jetzt weitermacht. Man kann natürlich nicht sagen, dass er jetzt so jede Woche spielen muss, aber dass er auf einem guten Niveau weiterspielt«, hofft Uwe Kamps. »Dann wird er uns sicherlich bei unserer Mission helfen«.
Darauf, dass Ziel Klassenerhalt zu erreichen, legt der Belgier auch seinen Fokus und weist Spekulationen, beim FC Sevilla angeboten worden zu sein, von sich. »Ich habe das auch im Internet gelesen, aber ich weiß davon gar nichts«, sagt Bailly. »Sowas interessiert mich aber auch nicht. Ich konzentriere mich nur auf Borussia und denke nur an Borussia, nicht mehr«.
»Wir sind darüber sehr überrascht. Das sind alles Gerüchte, von denen wir weder was gehört haben noch wissen«, weist Vater und Berater Patrick Bailly, der Borussias Schlussmann mit seiner Firma B&H-Prokeeper berät, die Spekulationen im Bezug auf Sevilla zurück. »Es zählen für Logan nur Gladbach und der Klassenerhalt in der Bundesliga. Der Rest sind Gerüchte«.
Den Glauben, dass der VfL die Klasse hält, hat Borussias Schlussmann nicht verloren. »Natürlich glaube ich daran. Wenn nicht, dann sollte ich und dann sollte jeder aufhören mit Fußballspielen«, sagt Bailly. »Ich denke, in den letzten vier Wochen haben wir eine gute Borussia gesehen. Wenn jeder weiter sein Maximum gibt, dann werden wir in der Bundesliga bleiben«.
Sollte dennoch der ‚WorstCase' Abstieg eintreten, dann scheint der 25-Jährige offensichtlich durchaus gewillt, die Suppe mit auszulöffeln. »Dann habe ich noch zwei Jahre Vertrag und bin hier«, bekräftigt Bailly. »Logan spielt derzeit und ist glücklich in Gladbach. Er hat einen Vertrag bis 2013, der auch für die 2.Liga seine Gültigkeit besitzt. Und das ohne Ausstiegsklausel«, unterstreicht Patrick Bailly.
Konserviert und transportiert Logan Bailly seine starke Leitung, die er bei der ohne Frage glücklichen Punkteteilung in Bremen gezeigt hat, in die restlichen Saisonspiele, dann darf beim VfL über alles andere als von einem Torwartproblem gesprochen und mit einem starken Rückhalt weiter gehofft werden, dass die Borussen auch in der kommenden Saison erstklassig sind ...






