Nach der bitteren 0:1-Niederlage gegen den 1.FC Kaiserslautern rückt für Borussia Mönchengladbach der dritte Abstieg aus der Fußballbundesliga näher. Nach den Samstagsspielen des 27. Spieltags sind es zwar nach wie vor fünf Punkte Abstand auf den Relegationsplatz und auf das rettende Ufer, doch gerade aufgrund der neuerlichen Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten und des Restprogramms, kann an den Klassenerhalt so niemand wirklich glauben.
![]() |
| Borussia taumelt in die zweite Liga Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Jeder kann die Tabelle lesen, sagte Lucien Favre nach der Niederlage gegen die „Roten Teufel". Tatsächlich sprechen die nackten Zahlen für sich. Durch den Sieg von Eintracht Frankfurt gegen den FC St. Pauli beträgt der Abstand bis zum Relegationsplatz zwar auch nach Abschluss des 27. Spieltags bei fünf Punkten Rückstand, doch bei noch sieben ausstehenden Spielen und dem Restprogramm sinkt die Hoffnung auf den Nullpunkt. »Es wird schwer«, weiß Favre. »Aber das war es schon vor meiner Ankunft«.
Dabei hatte der Schweizer Fußballlehrer nach seiner Ankunft dem Glauben und der Hoffnung frische Nahrung gegeben. Sieben Punkte aus vier Spielen sind keine schlechte Ausbeute, doch immer dann, wenn man gerade gegen direkte Konkurrenten die Möglichkeit hatte, einen Bigpoint zu landen und ran zu rücken, versagten die Borussen.
So auch gegen den 1.FC Kaiserslautern. Und das mit einer Vorstellung, die wenig Hoffnung macht, dass der dritte Abstieg noch abgewendet werden kann. Zu ängstlich und ohne Kreativität ergaben sich die Borussen nach dem Gegentor förmlich ihrem Schicksal und waren nicht in der Lage, die keineswegs überzeugenden in Gefahr zu bringen. »Rechnerisch ist zwar noch alles möglich, aber es ist auch klar, dass nach so
|
Linktipp |
einem Spiel die Hoffnung immer weniger wird«, weiß Thorben Marx.
Dennoch ‚abschenken' sollte und darf man die letzten Spiel nicht, wenngleich der Strohhalm, an den sich die Borussen klammern, äußerst dünn sein dürfte. »Wir müssen jetzt einfach weiter konzentriert arbeiten und versuchen, die Köpfe wieder hochzubekommen. Rechnerisch ist noch alles möglich«, sagt Marx.
»Das waren drei wichtige Punkte, die wir nicht genommen haben«, sagte Karim Matmour. »Das ist sehr bitter und die Luft wird immer dünner. Ich glaube aber immer noch dran«.
Dabei hilft jedoch wohl nur noch ein Fußballwunder und des Bedarf die Hilfe anderer, um zumindest noch auf den Relegationsplatz zu rutschen. »Aus eigener Kraft können wir es jetzt nicht mehr schaffen«, weiß Marx. »Daher müssen wir auch immer ein bisschen auf die anderen schauen«.
Um die Hilfe der anderen überhaupt in Anspruch nehmen zu können, müssen in den letzten Spielen zwingend die eigenen Hausaufgaben gemacht werden. »Das bringt natürlich nur etwas, wenn wir auch selber unsere Punkte holen«, so Marx.
In den letzten Spielen müssen sich die Borussen nun am Riemen reißen und noch mal all das in die Waagschale werfen, wozu sie zweifelsohne im Stande sind. »Wir müssen kämpfen und Topleistungen bringen«, fordert Lucien Favre. »Wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen oder uns verstecken. In dieser Situation müssen wir Charakter zeigen«, fordert Karim Matmour.
Ein Vorteil könnte es für den VfL sein, dass in den kommenden Spielen überwiegend Gegner kommen, bei denen man nicht gezwungen ist, das Spiel zu machen. Denn dazu sind die Borussen augenscheinlich nicht oder nur bedingt in der Lage.
In gewisser Weise geben die Borussen in den letzten Spielen nun auch eine Art Bewerbung für die kommende Saison ab, denn Lucien Favre wird nun genau hinschauen, mit welchem Personal er nach dem immer wahrscheinlicheren Abstieg die Operation Wiederaufstieg angehen kann.
Dass es diesbezüglich bereits Veränderungen in der Mannschaft mit beispielswiese jungen Spielern, wie Marc-Andre ter Stegen gibt, schloss Favre zumindest nach Lautern aus. »Momentan habe ich keine Überlegungen, in der Mannschaft etwas zu verändern«, sagte der 53-Jährige. »Wir spielen in München und das ist für einen jungen Spieler kein Geschenk«, meint Favre. »Du musst einen jungen Spieler im richtigen Moment bringen. Das ist wichtig für mich«.
So werden Lucien Favre und die Borussen nun die zweiwöchige Länderspielpause nutzen, um sich auf die kommende Aufgabe beim FC Bayern München vorzubereiten. »Auch in München müssen wir alles versuchen, auch wenn das sicher kein einfaches Spiel wird«, gibt Marx die Parole aus und ergänzte: »Vielleicht gelingt uns ja eine große Überraschung«.
Gegen die "Roten Teufel" trugen die Borussen aufgrund des Erdbebens in Japan Trauerflor. Einen solchen können sowohl die Borussen als auch die Anhänger, stand nach dem 27. Spieltag wohl auch am Ende der Saison tragen, es sei denn, es geschieht noch ein Fußballwunder ...






