„Totgesagte leben länger", besagt ein bekanntes deutsches Sprichwort. Das trifft aktuell allen voran auf Borussia Mönchengladbach zu. Noch vor Wochen und gerade nach der Heimniederlage gegen den 1.FC Kaiserslautern hatten ob des Restprogramms wohl nur noch die kühnsten Optimisten einen Pfifferling auf den VfL gesetzt. Doch nach dem 5:1-Sieg gegen den 1.FC Köln und auch aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz darf und kann wieder gehofft werden.
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| Glückliche Borussen nach Derbysieg - Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
»Jeder kann die Tabelle lesen«, hatte Borussias Trainer Lucien Favre immer wieder gesagt. Diese besagte vor dem 29. Spieltag fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und sieben auf das rettende Ufer.
Somit war die Ausgangslage vor dem Spiel gegen den rheinischen Rivalen klar. »Es müssen drei Punkte her«, wusste und unterstrich Favre im Vorfeld des Derbys. Und so mussten seine Profis gegen Köln in ein Spiel gehen, das unter dem Motto „Verlieren verboten" stand und bei dem die Borussen ‚gezwungen' waren, das Spiel an sich zu reißen und zu machen.
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Linktipp: Derbysieg! - Borussia fertigt Köln mit 5:1 ab |
Ein Umstand, der gerade auch in dieser Saison zuhause nur wenig gelang. Das war auch gegen Köln so, doch der VfL nahm das Heft in die Hand und brachte sich nach einer Standardsituation in Front, nachdem man bis zu diesem Zeitpunkt nur wenig Durchkommen beim kompakten FC hatte.
Doch fortan hatten die Borussen ein Loch in den Kölner Beton gebohrt und auch nach dem 3:1-Anschlusstreffer fünf Minuten nach der Pause ließ sich der VfL nicht aus der Ruhe bringen, setzte nach und gewann am Ende auch in der Höhe verdient mit 5:1.
Die Fohlen hatten also im wahrsten Sinne des Wortes den oftmals genannten Bock umgestoßen und durften sich am Ende des Tages nicht ‚nur' über den prestigeträchtigen Derbysieg, sondern auch darüber freuen, dass der Abstand auf den Relegationsplatz auf zwei und der Abstand auf das rettende Ufer auf vier Punkte verkürzt werden konnte.
Ein durchaus erfreulicher Umstand, der den Ergebnissen der Konkurrenz geschuldet ist. Gerade die Niederlagen von St. Pauli in Leverkusen und vom VfL Wolfsburg beim FC Schalke 04 haben der Borussia gehörig in die Karten gespielt.
Erfreulich und wichtig war und ist im Umkehrschluss, dass man daraus hat Kapital schlagen können. Somit ist Gladbach wieder dran und drin im Geschäft um den Klassenerhalt. »Es war sehr, sehr wichtig, zu gewinnen«, sagte Favre nach dem Spiel.
»Wir mussten unbedingt gewinnen und das haben wir dann auch getan«, pflichtete Doppeltorschütze Marco Reus seinem Trainer bei. »Im Derby zu gewinnen ist natürlich etwas Spezielles aber wir wussten auch was auf dem Spiel steht«. Auf dem Spiel stand die wohl letzte Chance, um in Sachen Klassenerhalt generell noch mal ein Wörtchen mitzureden. Diese hat die Borussia nun genutzt, sodass die Hoffnung wieder da und das Licht am Ende des Tunnels wieder heller ist, als noch vor Wochen gedacht.
Erreicht ist jedoch noch Nichts, sodass auch trotz des tollen Derbysieges alles andere als große Euphorie angesagt ist. »Wenn man sich die Tabellensituation anschaut, dann gibt es nichts zu feiern«, weiß Marco Reus den Sieg richtig einzuschätzen. Und so muss nun ähnlich wie nach dem zweiten Heimsieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim bereits am kommenden Freitag im Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 nachgelegt werden. »Das Restprogramm ist unheimlich schwer«, weiß Favre und rechnet vor: »Wir brauchen noch neun Punkte«.
Der immens wichtige Derbysieg sollte und muss Auftrieb und Selbstvertrauen geben, um in Rheinland-Pfalz nicht leer auszugehen. Auch dort müssen die Borussen geschlossen alles in die Waagschale legen und die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive finden, denn im Vorbeigehen wird bei den spielstarken Mainzern Nichts zu holen sein.
Sollte in Mainz ein Sieg gelingen und die Konkurrenz den Borussen gleichzeitig erneut in die Karten spielen, dann kann das noch vor Wochen nicht mehr für möglich gehaltene Fußballwunder tatsächlich und erfreulicherweise eintreten. Derzeit jedenfalls ist die erste Liga in Gladbach wieder bzw. noch ein Thema ...






