Suchfunktion

facetwiet
Rss-Feed
HomeSeitenlinieSaison 2010 / 2011Zwischen Hoffen und Bangen

Zwischen Hoffen und Bangen

Tür zur 2.Liga mal weit geöffnet, mal wieder nicht

Was für Extreme für Borussia Mönchengladbach in dieser Saison. Gerade nach der Heimniederlage gegen Kaiserslautern klinisch tot und Schnurrstracks auf dem Weg in die 2. Liga, so bestand nach dem Derbysieg wieder berechtigte Hoffnung, zumindest den direkten Abstieg mit dem Erreichen des Relegationsplatzes abzuwenden. Daran hat sich glücklicherweise auch trotz der bitteren 0:1-Niederlage beim 1.FSV Mainz 05 nichts geändert. Ein ständiges Wechselbad der Gefühle.

favre_training
Lucien Favre wirft die Flinte noch nicht ins Korn. Foto: Marc Schöne, Fohlen-Hautnah.de

Es ist in diesen Tagen und Wochen wahrlich nicht einfach für den Fan der Gladbacher Borussia. Im Ligaendspurt gefühlsmäßig immer zwischen Hoffen und Bangen hatte man sich nach den beiden Niederlagen gegen Kaiserslautern und beim FC Bayern nahezu mit dem schier unaufhaltbarem und bitteren Gang in die Liga 2 ‚abgefunden, so keimte nach dem Derbysieg wieder berechtigte Hoffnung auf, zumindest den Relegationsplatz zu erreichen.

Und das nicht zuletzt deshalb, weil die Konkurrenz des VfL patzte. Borussia war wieder bis auf zwei Punkte dran an den Ausscheidungsspielen, auch vier Punkte auf das rettende Ufer waren und sind nicht gänzlich unerreichbar.

So hieß es für die „Fohlen" nach dem Sieg gegen den rheinischen Rivalen nachlegen, womit ein großes Problem bzw. Manko in dieser Saison hervorgeholt wird. Denn den Borussen gelang es bisher über die ganze Saison nicht, zwei Siege in Folge einzufahren. Dies sollte, ja musste nun beim FSV Mainz 05 gelingen. Jener selbsternannter Karnevalsverein, der zuvor sechs Heimspiele in Folge nicht gewonnen hatte.

„Mit dem Derbysieg im Nacken den Klassenerhalt packen!", hatten die Gladbach Fans zu Spielbeginn im Bruchwegstadion auf einen Banner geschrieben. Zumindest in Mainz hat das auch unter ‚Mithilfe' des Schiedsrichters nicht geklappt, wenngleich zumindest ein Teilerfolg durchaus im Bereich des Machbaren gewesen ist.

Dennoch ist der Abstieg vermeidbar und die Anhängerschaft hin und hergerissen, der Rechenschieber in diesen Tagen eines der wichtigsten Utensilien. Das dies trotz der bitteren Niederlage in Mainz dennoch auch nach dem 30.Spieltag nach wie vor möglich ist, ist erneut den Ergebnissen der Konkurrenz zu verdanken.

»Wir müssen abwarten, was passiert«, sagte Mike Hanke am Tag nach der Niederlage in Mainz. »Wenn Wolfsburg und St. Pauli unentschieden spielen und Stuttgart verliert, dann sieht es gar nicht mal so schlecht aus«.

Gespannt schauten die Borussen am Samstagnachmittag also nach Wolfsburg und in die Domstadt und man erwischte sich wohl auch dabei, dem ‚Erzfeind' ein wenig die Daumen zu drücken - bekanntlich vergebens, denn die heimstarken Domstädter hatten gegen den VfB Stuttgart keine Chance und unterlagen verdient mit 1:3.

Ein Wechselbad der Gefühle bot sich gerade beim Verfolgen des Spiels in der VW-Stadt, denn abwechselnd lag eine Mannschaft in Führung. Der FC St. Pauli gar bis eine Minute vor Schluss. Doch die „Wölfe" glichen aus, womit den Borussen am TV ein Stein vom Herzen gefallen sein dürfte, denn bei einem Sieger wäre die Hoffnung bei dann fünf Punkten wohl wieder gen Null tendiert bzw. bei lediglich theoretischer Hoffnung angesiedelt.

Doch so gab es ein optimales Ergebnis für den VfL, der somit lediglich drei Punkte auf den Relegationsplatz hat, den schweren Rucksack Torverhältnis mal nicht beachtet. Es sieht also in der Tat nicht schlecht aus, wie es Mike Hanke hoffte, und es ist also nach wie vor alles möglich. »Wir glauben bis zum Schluss dran«, lässt Mike Hanke keine Zweifel und ergänzt: »Wenn es rechnerisch nicht mehr möglich ist, dann können wir aufhören zu glauben, aber solange es noch möglich ist, sollten wir alles dran setzten«.

»Es ist extrem schwer, aber wir müssen glauben«, fordert Lucien Favre. »Es ist nicht unmöglich, auch wenn das Restprogramm nicht einfach ist«. In der Tat ist das Restprogramm mit den Spielen gegen Dortmund, Hannover, Freiburg und Hamburg nicht einfach, aber eben auch nicht unlösbar.

Der Glaube versetzt zuweilen Berge und einen solchen Berg bzw. dicken Brocken müssen die Borussen am kommenden Wochenende aus dem Weg räumen. Die Namenscousine aus Dortmund kommt in den Borussia-Park.

Dort kann und wird die Marschroute ohne Wenn und Aber auf drei Punkte ausgerichtet sein, ohne dabei die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive außer Acht zu lassen. »Jetzt werden wir immer in der Situation sein, immer einen Dreier erreichen zu müssen«, weiß Favre. »Da haben wir keine andere Wahl«. Ein Sieg gegen den BVB und einiges wäre im Bezug auf die Konstellation vielleicht ok. 'Einigeln' wird sich der Tabellenführer sicherlich nicht, was dem VfL zu Gute kommen sollte.

Borussia atmet also noch und hat nach wie vor gute Chancen, zumindest den direkten Abstieg zu vermeiden. »Nein. Sonst hätte ich gesagt, dass wir kaputt sind, aber das ist nicht die Wahrheit«, verneint Favre die Frage, ob er lediglich Berufsoptimismus ausstrahlt. »Ich würde es sagen, aber ich glaube, dass es möglich ist. Wir müssen neun Punkte machen, was schwer, aber möglich ist«.

Die Borussia lebt also auch nach dem 30.Spieltag weiter und so lautet das Motto eines jeden Borussen in diesen Tagen wohl: Zwischen Hoffen und Bangen. Hoffentlich mit einem guten Ende. Es ist nach wie vor noch möglich und so heißt es: Mit aller 'Gewalt' zum Klassenerhalt ...


letzte Foren-Beiträge

Konter I schnell & direkt