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Zum Greifen nah

Borussia dicht vor dem (vorläufigen) Klassenerhalt

Wer hätte das gedacht? - Borussia Mönchengladbach, noch vor Wochen eigentlich so gut wie weg vom Fenster, steht vor dem letzten Spieltag auf dem Relegationsplatz liegend vor der Rettung. Mit einem Sieg beim Hamburger SV ist der direkte Abstieg in jedem Fall vermieden und mit erneutem Blick bzw. Mithilfe der Konkurrenz ist sogar das gänzlich rettende Ufer möglich.

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Marco Reus und Mike Hanke sorgten mit ihren Toren gegen Freiburg für ein Fotofinish. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Nicht allzu viele Wochen ist es her, da war es zappenduster im Tabellenkeller. Borussia rangierte nahezu abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz und hielt sich überwiegend mit Durchhalteparolen über Wasser. Dieses stand dennoch nach wie vor bis zum Hals und man hatte nicht das Gefühl, dennoch aber irgendwie die Hoffnung, dass die Fohlen noch die Kurve bekommen würden.

Zu schwer schien der Rucksack aus der Hinrunde, die man mit lediglich zehn Punkten und einem Torverhältnis von minus 21 abschloss. Fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und sieben auf das gänzlich rettende Ufer standen zu Buche.

Doch Lucien Favre schenkte dem Glauben neue Hoffnung. Der Schweizer, der für Michael Frontzeck das Zepter am Borussia-Park übernahm, brachte den VfL mit akribischer Arbeit und hohem taktischen Verständnis wieder auf Kurs und drückte seiner Arbeit einen deutlichen Stempel auf. In der Hinrunde oftmals offen wie ein Scheunentor, kamen Gegentreffer nur noch selten oder gar nicht vor. Und auch im heimischen Borussia-Park ist mit dem VfL nicht mehr leicht Kirschen essen.

Die Handschrift des Taktik-Fuchs Lucien Favre war und ist deutlich erkennbar. 25 Punkte und ein Torverhältnis von 21:17 sprechen da in der bisherigen Rückrundentabelle auf Tabellenplatz acht liegend eine eindeutige Sprache. Als die Bundesliga am 30. Spieltag auf die Zielgerade einbog, setzte der VfL zum Schlussspurt an und übergab am 33. Spieltag den Staffelstab 'direkter Abstiegsplatz' an Eintracht Frankfurt ab. Und das erstmals seit dem 8.Spieltag.

Zuvor hatten die Borussen, fast mit dem Rücken zur Wand stehend, gerade im Schlussspurt mit geschlossenen Mannschaftsleistungen ihre Hausaufgaben gemacht und sich mit drei Siegen in Folge, allesamt zu null, auf beeindruckende Art und Weise in diese Ausgangsposition gebracht. Da gerade auch der Konkurrenz auf der Zielgerade die Puste auszugehen scheint, hat es der VfL nun selbst in der Hand, den direkten Abstieg zu vermieden - sei es über die Relegation oder mit Erreichen des gänzlich rettenden Ufers.

Die Fohlen haben sich freigeschwommen und sich dieses Fotofinish bzw. diese Möglichkeiten, ein noch vor Wochen nicht für möglich gehaltenes Fußballwunder von Mönchengladbach, gleichermaßen erarbeitet und verdient. Mit dem Sieg gegen den SC Freiburg, den Mike Hanke mit seinem ersten Saisontreffer im VfL-Trikot ebnete, und den gleichzeitigen Patzern der Kontrahenten Frankfurt und Köln, steht die nicht mehr für möglich gehaltene vorläufige oder auch gänzliche Rettung kurz bevor.

Anders als in den Wochen zuvor präsentiert sich die Mannschaft gefestigt und hält zudem dem Druck stand. Wie auch vor dem vorletzten Spieltag, dessen Gewinner eindeutig die Gladbacher Borussia ist, sind auch am letzten Spieltag zwei Szenarien möglich. Die Rettung ist jedoch zum Greifen nah und der VfL muss den Sack in Hamburg 'nur' noch zu machen.

Sicherlich ebenso keine einfache Aufgabe, die im Vorbeigehen zu bewältigen ist, doch zuzutrauen ist den mit Selbstvertrauen auftretenden Borussen ein positiver Ausgang in diesen Tagen allemal. So steht eines unmissverständlich und erfreulicherweise fest: Ein Sieg beim HSV - und er ist passé, der Super-Gau ...


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