Während in und um Mönchengladbach die Vorbereitungen auf die FIFA Frauen-WM auf Hochtouren laufen und sich die Profis der Borussia noch bis nächster Woche in Urlaub befinden, so ließ der VfL am frühen Mittwochabend mit einer echten Überraschung aufhorchen: „Hans Meyer viertes Präsidiumsmitglied", lautete die Überschrift auf der vereinseigenen Internetseite.
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| Hans Meyer wird Präsidiumsmitglied beim VfL. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Der 68-Jährige wurde auf Vorschlag des Präsidiums um Präsident Rolf Königs als viertes Präsidiumsmitglied gewählt. Der Aufsichtsrat entschied sich einstimmig für die Wahl des früheren Auswahlspielers der ehemaligen DDR.
»Bei Borussia gibt es kein System Königs und keine Alleinherrschaft. Wir sind ein Team, und das wird auch so bleiben«, unterstrich Rolf Königs unlängst auf der vergangenen Mitgliederversammlung und ergänzte: »Jede Entscheidung wird im Präsidium und mit der Geschäftsleitung auch sehr kontrovers diskutiert. Und da wiegt meine Stimme nicht mehr als die meiner beiden Vize-Präsidenten«.
Mit der Installierung des gerade bei den VfL-Fans beliebten Hans Meyer, der dem im Präsidium für den Bereich Sport zuständigen Vize-Präsident Rainer Bonhof unterstützend und mit Rat und Tat zur Seite stehen wird, hat Borussias Präsident dieses mit Fachkompetenz zumindest nominell nachhaltig und gut unterstrichen.
»Fußball ist unser Kerngeschäft, deshalb ist uns sportliche Kompetenz im Präsidium wichtig. Wir haben mit der Einbindung von Rainer Bonhof im Februar 2009 einen wichtigen Schritt gemacht und sehen in der Berufung von Hans Meyer ins Präsidium eine logische Weiterentwicklung«, sagt Präsident Rolf Königs.
Für Hans Meyer, seit 2003 Ehrenmitglied der Borussia, ist es bereits die dritte Amtszeit bei den „Fohlen". Bereits von September 1999 bis März 2003 und von Oktober 2008 bis Juni 2009 war er als Cheftrainer bei Borussia tätig und sorgte dabei nicht zuletzt durch seine letzte Rettungsaktion ohne Zweifel für Glücksmomente in der Geschichte des VfL.
Gerade in den letzten Monaten wurde der Trainerfuchs oftmals mit Vereinen in Verbindung gebracht, lehnte Angebote für die Trainerbank jedoch ab. »Ich habe mich in den letzten Monaten bewusst gegen eine nochmalige Tätigkeit als Vereinstrainer entschieden. Die Aussicht, mich in Borussias Präsidium bei der sportlichen Entwicklung des Clubs mit einzubringen, hat mich dagegen sehr gereizt«, begründet Hans Meyer seine Entscheidung.
In Zukunft also wird der erfolgreiche und kompetente Fußballlehrer der Borussia und dabei im Speziellen Rainer Bonhof zur Seite stehen und eng mit Max Eberl sowie Cheftrainer Lucien Favre zusammenarbeiten. »Ich freue mich auf die Arbeit bei Borussia, insbesondere auf den Austausch mit meinem Präsidiumskollegen Rainer Bonhof, Sportdirektor Max Eberl und Trainer Lucien Favre«, sagt Hans Meyer. Um dies mit der nötigen und von ihm auch nicht anders zu erwartenden Akribie zu tun, wird der 68-Jährige in Zukunft sicherlich vermehrt am und um den Borussia-Park zu sehen sein.
Hans Meyer mit ins Boot zu nehmen, ist sicherlich eine gute Entscheidung. Schließlich kennt der 68-Jährige sowohl das Umfeld und die handelnden Personen nur zu genau. Abzuwarten bleibt, wie sich diese Konstellation auf das Tagesgeschäft in positiver Hinsicht auswirken, wie das Zusammenspiel mit Rainer Bonhof funktioniert, und wie Hans Meyer sein Amt aus der Ferne in Nürnberg lebend wahrnehmen wird. Wunderdinge dürfen davon ab auch von dem erfahrenen „Fuchs" nicht erwartet werden und die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz.
Doch die Verantwortlichen der Borussia scheinen sich die allen voran turbulenten letzten Wochen und Monate zu Herzen genommen zu haben und arbeiten auch hinter den Kulissen daran, den VfL auf und neben dem Platz kontinuierlich nach vorne zu bringen. Dahingehend ist Hans Meyer sicherlich schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. So darf man gespannt sein, ob getreu einem deutschen Märchen auch mit Hans im Boot beim VfL das Glück und mehr zurück kommt ...






