Es war ohne Zweifel eine dicke und positive Überraschung, die Borussia Mönchengladbach da mit dem historischen 1:0-Sieg beim FC Bayern München geschafft hat. Und so ist der VfL mit einem tollen Auftakt in die 49. Bundesligasaison gestartet. Diesen gilt es nun richtig zu „verarbeiten" und auf dem Boden zu bleiben.
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| Gegen Bayern dürfte der VfL jublen. Nun gilt es auf dem Boden zu bleiben. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Keine Frage, das geschlossen aufgetretene Kollektiv des VfL hat den Titelfavoriten aus München auch mit einer Portion Glück besiegt. Doch die Borussen erstarrten auch alles andere als in Ehrfurcht, sondern versuchten mitzuspielen und verteidigen clever.
So sind die ersten drei Punkte, mit denen man im Vorfeld nicht zwingend gerechnet hatte, im Sack. Es dürfte wenige Optimisten gegeben haben, die einen Sieg der „Fohlen" vorhergesagt haben. Ein Auftakt nach Maß, den es nun gilt richtig einzuordnen.
Und das mit dem Wissen, dass die kommenden Aufgaben sicherlich keine Selbstläufer werden. »Für uns ging es um einen wichtigen Saisonauftakt, den haben wir erst mal ganz gut hinbekommen. Jetzt gilt es, in den nächsten Wochen weiter Gas zu geben und nachzulegen«, weiß Marc-André ter Stegen und warnt: »Wir dürfen uns nie auf dem ausruhen, was wir erreicht haben. Wir müssen immer weiter machen«.
In der Tat müssen die Borussen in den kommenden Spielen weiter machen und dabei genauso konzentriert und diszipliniert zu Werke gehen, wie eben gegen den FC Bayern. Und dabei dann nicht träumen und „spinnen", sondern als solche die Gegner zur Verzweiflung bringen, wie das gegen den deutschen Rekordmeister der Fall war.
»Wir werden den Sieg natürlich mit in die nächsten Spiele nehmen. Ich denke, so ein Sieg gibt auch ein bisschen Selbstvertrauen«, sagt ter Stegen. »Und ich hoffe, dass wir das in den nächsten Wochen umsetzten können«.
Das wird auch von Nöten sein, denn der Saisonstart der letzten Saison dürfte noch in Erinnerung sein - wenn auch in ganz schlechter. Dort nämlich gab es eine 0:7-Klatsche gegen den VfB Stuttgart, der eine 0:4-Heimschlappe gegen Eintracht Frankfurt folgte. Und das alles nach einem furiosen 6:3-Auswärtssieg bei Bayer Leverkusen, wonach es Superlative hagelte.
»Wir wissen, was uns in der letzten Saison nach dem Sieg gegen Leverkusen passiert ist. Jetzt ist es aber ganz anders«, sagt Filip Daems. »Letztes Jahr haben wir bei dem Sieg in Leverkusen trotzdem noch einige Chancen vergeben und drei Tore kassiert. Ich denke, wenn man bei Bayern 1:0 gewinnt, dann ist das ein richtig gutes Ergebnis. Und die Linie der letzten Saison haben wir jetzt durchgezogen. Das wollen wir natürlich auch in den nächsten beiden Heimspielen, wo es auch richtig schwer wird, tun«.
Lobeshymnen im Überfluss gab es nun zwar nicht, aber dennoch ist nach dem Auftakttriumpf beim FC Bayern eine gewisse leichte Euphorie zu verspüren - zumindest unter einigen Fans. Und das auch nicht gänzlich zu Unrecht, denn im Gegensatz zum selben Zeitpunkt der letzten Saison ist die Borussia alles andere als eine ‚Schießbude'.
Trainer Lucien Favre hat es geschafft, dass seine Schützlinge saisonübergreifend über einen längeren Zeitraum clever gegen den Ball arbeiten, im Defensivverbund wenig anbrennen lassen und ihre Chancen nutzen.
Und genau jetzt wartet eben zunächst genau dieser VfB, der mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen den FC Schalke 04 in die Saison gestartet ist und mit dem der VfL noch zwei Rechnungen offen hat. »Ich denke, wir müssen nicht auf das schauen, was passiert ist. Jetzt ist eine neue Saison«, sagt Borussias Schlussmann. »So gehen wir auch das Spiel an. Da müssen wir schauen, dass wir wieder kompakt stehen und nach vorne Nadelstiche setzten«.
In der letzten Saison schien der Sieg in Leverkusen der Truppe nicht bekommen zu haben. Ein derartiges Gefühl hat man und einen derartigen Eindruck hinterlässt die Truppe nach dem Sieg gegen den FC Bayern zunächst nicht.
»Ich denke, wir wissen alle, wie wir das einschätzen müssen. Dass wir das Spiel gegen Bayern gewonnen haben heißt nicht, dass jetzt alles von alleine läuft«, mahnt ter Stegen und ergänzt: »Wir haben gerade das erste Spiel gewonnen und jetzt gilt es das gegen Stuttgart zu bestätigen. Da müssen wir wieder von Null anfangen«.
Die Borussia wird, um des Trainers Worte zu nutzten, nach wie vor um jeden Punkt kämpfen müssen. So wie beim 1:0-Sieg gegen den FC Bayern. »Es wird eine enorm schwere Saison«, warnt Lucien Favre immer wieder und hielt auch nach Bayern zurecht daran fest: »Wenn wir das Spiel analysieren, dann gibt es keine Gründe etwas anders zu denken, als das, was ich gesagt habe«.
Doch wenn seine Mannschaft den derzeit eingeschlagenen Weg weiter fortsetzt und noch optimiert, dann kann und darf man der Saison durchaus positiv entgegen sehen.






