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HomeSeitenlinieSaison 2011/2012Offene Personalien und Systemfrage

Offene Personalien und Systemfrage

Wer verteidigt mit Dante und stürmt Bobadilla erneut? - Favre hält an zwei Stürmern fest

Vor allen Dingen eine Frage beschäftige die Journalisten nach dem 1:1-Unentschieden gegen den VfB Stuttgart. Wer ersetzt Roel Brouwers nach seiner gelb-roten-Karte in der Innenverteidigung, wenn Martin Stranzl auch für das kommenden Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg nicht einsatzbereit ist? Die passende Antwort hatte Borussias Trainer Lucien Favre verständlicherweise auch dazu noch nicht parat.

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Raúl Bobadilla stürmte gegen den VfB von Beginn an. Und gegen Wolfsburg? Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

»Ich kann darauf nicht antworten und muss überlegen, denn ich weiß nicht, ob Martin bereit sein wird«, zuckte Favre mit den Schultern. »Wir werden in den kommenden Tagen sehen, ob es eine Chance gibt, dass er von Anfang spielt«.

Ob der Österreicher gegen die „Wölfe" seinen ersten Saisoneinsatz verbuchen kann, werden die kommenden Tage entscheiden. Sollte der Österreicher nicht spielen können, so hat Borussias Trainer schon ein paar Lösungen im Kopf: »Entweder muss Filip Daems nach innen oder Håvard Nordtveit nach hinten rücken«, so Favre. »Aber ich hoffe, dass Stranzl spielen kann«.

Darüber wird die kommende Trainingswoche, die ab Dienstag begtinnt, Aufschluss geben. Gerade Filip Daems würde sich aber mit der Rolle des Innenverteidigers wohl nur schwer anfreunden können.

Zumindest gegen den VfB Stuttgart kam Oscar Wendt als Lösung nicht infrage. Warum es keine Option war, nach dem Platzverweis von Brouwers Filip Daems nach innen zu ziehen und mit dem Schweden die linke Seite zu besetzten, wollte ein Journalist nach dem Spiel wissen. »Weil es so ist«, antwortete Favre prägnant und erläuterte: »Es war momentan so geplant, dass Nordtveit nach innen oder auf die rechte Seite rückt, wenn ein Innenverteidiger ausfällt oder Tony Jantschke Probleme bekommt«.

Mit Problemen zu kämpfen hatte Borussias Trainer wohl unerwartet mit der Besetzung der Offensive. So musste kurzfristig der Ausfall von Igor de Camargo kompensiert werden. Der belgische Nationalspieler zog sich einen Abriss des Dornfortsatzes am dritten Brustwirbel zu und bekam zunächst eine einwöchige Trainingspause verordnet. Und so scheint es derzeit mehr als fraglich, dass der Stürmer am Freitag gegen die "Wölfe" auflaufen kann.

»Alle waren sehr enttäuscht, als sie am Freitag gehört haben, dass Igor nicht spielen kann. Aber es bringt nichts darüber zu sprechen, ob er uns gefehlt hat, denn er ist verletzt und wir können das leider nicht ändern«, sagte Favre im Anschluss an das Unentschieden gegen Stuttgart. »Wir müssen ohne ihn auskommen und trotzdem positive Gedanken haben«.

»Klar ist er wichtig für uns, weil er vorne auch eine Figur für uns ist, aber wir haben auch andere Möglichkeiten«, so Favre weiter. Eine davon wäre diese gewesen, Marco Reus nach vorne zu ziehen und die rechte Seite mit Patrick Herrmann zu besetzten. »Das war auch eine Möglichkeit. Und auch Lukas Rupp kann das spielen«, sagte Favre und meinte: »Es war eine 50:50-Entscheidung«.

»Ich habe mir überlegt, mit wem ich im Sturm spiele«, so der Trainer weiter. Dort fiel dann letztendlich die Wahl auf Raúl Bobadilla, der erstmalig nach seiner Rückkehr die Möglichkeit bekam, seine Qualitäten unter Beweis zu stellen. Groß in Szene setzten konnte sich der Argentinier zwar nicht, allerdings hatte der bullige Stürmer auch einen schweren Stand. »Raúl hat in den letzten Wochen im Training gut gearbeitet. Es war nicht einfach für ihn und er hat noch enorm viel zu lernen, aber seine Leistung war okay«, befand Lucien Favre und zeigte sich mit der Darbietung seines Schützlings einverstanden.

Weitere Möglichkeiten wären Mathew Leckie und Joshua King gewesen. Der Norweger war eigentlich mit der U23 nach Elversberg gereist, wurde jedoch aufgrund des Ausfalls von de Camargo zurückbeordert.

»Joshua King ist noch nicht bereit und ich muss auch klar sagen, dass ich ihn noch zu wenig kenne. Mathew Leckie ist sehr jung und er hätte zu Hause das erste Mal direkt vor 50.000 Zuschauern gespielt, was nicht einfach ist«, erklärte Favre. »Deshalb habe ich mich für Raúl Bobadilla entschieden«.

Bleibt abzuwarten, für welche Variante sich der Schweizer am kommenden Freitag im Spiel gegen den VfL Wolfsburg entscheidet, sollte de Camargo auch dort nicht zur Verfügung stehen. Wohlmöglich wird Bobadilla erneut an der Seite von Mike Hanke von Beginn an stürmen.

Eine Systemumstellung kommt für Borussias Fußballehrer derzeit aber nicht infrage. »Ich habe mir überlegt, ob ich mit einem 4-2-3-1-System spiele. Aber mit einem Stürmer zu spielen, bringt für mich momentan nicht viel«, erläuterte der 53-Jährige seine Gedankenspiele. Und das wohl auch, weil ihm derzeit ím Mittelfeld dazu ein kreativer Spieler fehlt.

Und hatte eine Systemumstellung schnell zu den Akten gelegt. »Es ist nicht einfach zu beherrschen, wenn du mit zwei Stürmern gegen ein 4-2-3-1-System spielst. Bei zwei gegen drei ist es für Nordtveit und Neustädter schwer, weil sie immer in Unterzahl sind«, gab Favre zu bedenken und wusste, dass seine beiden "6er" das ein und andere Mal unter Druck gerieten. »Mit einem 4-4-2 brauchst du zwar mehr Läufe in die Tiefe um Gefahr zu entwickeln, was wir gegen Stuttgart zu wenig gemacht haben, aber momentan behalte ich trotzdem das System bei«.

Und schon am kommenden Freitag kann sich dieses erneut beweisen, mit welcher Besetzung auch immer ...


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