Gegen den FC Schalke 04 musste Borussia Mönchengladbach seine erste Saisonniederlage hinnehmen. Und nach zuvor zehn unbesiegten Spielen gingen die Borussen erstmals wieder als Verlierer vom Platz. Aus der Bahn werfen oder umwerfen wird bzw. sollte diese Niederlage die Borussen allerdings nicht, dennoch ist auf dem Boden bleiben angesagt.
![]() |
| Fanplakat gegen Schalke - Der aktuelle VfL passt wirklich. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Kein wahrlich einfaches Auftaktprogramm hatten die Borussen an den ersten vier Spieltagen zu bewältigen. Beginnend beim Rekordmeister FC Bayern München, zweimal zu Hause gegen den VfB Stuttgart sowie gegen den VfL Wolfsburg, und eben am vergangenen Sonntag gegen den FC Schalke 04.
Alles sicherlich keine Lautkundschaft, die man mal so eben besiegt. Und wer hätte es den Borussen ernsthaft zugetraut, dass man allen voran in München gewinnt und dann die ambitionierten „Wölfe" förmlich vom Platz fegt? Wohl kaum einer.
|
Verwandtes Thema: » Borussias Aufschwung |
Doch die Borussen schlugen die Bayern, holten einen Punkt gegen den VfB, schlugen die „Wölfe" und unterlagen dann eben nicht zwingend gegen die Königsblauen. »Dass wir verlieren, ist inzwischen eine Überraschung« nimmt Lucien Favre erfreut zur Kenntnis und ergänzt: »Das ist eine neue Situation für uns«.
So stehen nach den ersten vier Spielen gute sieben Punkte und Tabellenplatz fünf zu Buche. Ohne Zweifel keine schlechte Ausbeute. »Die Bilanz ist okay«, sagt Borussias Trainer, der die Bundesligatabelle bisher nicht beäugt hat: »Das mache ich nur am Ende«.
»Sieben Punkte sind ein guter Start, vor allem bei dem Kaliber der Gegner«, ist Max Eberl genauso zufrieden, wie Dante: »Wir haben gegen sehr schwere Gegner gespielt und ich denke, mit dem Start kann man zufrieden sein«.
Und das die Borussen diese Ausbeute nach vier Spielen auf dem Konto haben, kommt nicht von ungefähr. Denn seit Monaten setzt die Mannschaft den unter Lucien Favre eingeschlagenen Weg fort. Kompakt gegen den Ball arbeitend zeigen die „Fohlen" zudem auch erfrischenden Offensivfußball. »Wir spielen Fußball mit Qualität«, sagt Lucien Favre schlicht und ergreifend. »Und das mit Risiko«.
Mit den Borussen ist nicht mehr allzu leicht gut Kirschen essen. Und das auch gerade deshalb, weil der Defensivverbund nur noch schwer zu knacken ist. Seit nunmehr vierzehn Spielen kassiert der VfL nie mehr als ein Gegentor. »Das ist die Basis unseres Spiels und die Basis einer jeden Mannschaft in der Bundesliga, das du es in der Defensive gut hinbekommst und du es schaffst, kompakt zu stehen«, sagt Max Eberl. »Wichtig ist, dass jeder einzelne in jedem Spiel 100 Prozent gibt«.
Auch diese Einstellung legen die Borussen genauso an den Tag wie die Tatsache, dass das Gebilde nach einem Rückstand nicht komplett zusammenfällt. Wie eben auch gegen Schalke. „Wir haben wieder eine Mannschaft, die in die Bundesliga passt!", hatten Borussia-Fans in Gelsenkirchen ein Plakat ausgerollt.
Tatsächlich passt diese Mannschaft in die Bundesliga. Und das eben auch, weil Lucien Favre genau die Mannschaft, die in der vergangenen Saison den Klassenerhalt realisiert hat, mit Akribie und Fachkompetenz auf Kurs gebracht hat.
So darf man bisher durchaus attestieren, dass der VfL gut mithalten kann, »die Bäume aber eben auch nicht in den Himmel wachsen«, wie es Max Eberl nach der Niederlage gegen Schalke zu Protokoll gab. »Es kann doch niemand ernsthaft erwarten, dass Gladbach als Fast-Absteiger des Vorjahrs jetzt 34 Spieltage die Bundesliga überrollt. Da muss man schon die Kirche im Dorf lassen«, mahnt der Sportdirektor. »Es gibt keinen Grund zu träumen«.
Nach wie vor muss der VfL um jeden Punkt kämpfen und dafür geschlossen alles in die Waagschale legen. Und hat dies auch bisher mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln getan. »Wir spielen schon seit langem am Limit, manchmal haben wir mit 125 Prozent gespielt«, sagt Lucien Favre.
»Es ist nie schön zu verlieren, aber es war auch klar, dass das irgendwann mal kommt. Wir werden nicht einfach durch die Liga spazieren und irgendwann Meister werden«, so Mike Hanke nach der ersten Saisonniederlage. »Klar war es schön, mal oben zu stehen, aber das war eine Momentaufnahme. Sicherlich sind da andere Mannschaften, die vorne weg marschieren werden«.
Bisher sind die „Fohlen" zwar marschiert, dennoch gibt genug Verbesserungspotenzial. »Wir müssen noch mehr an Details und an Spielsituationen arbeiten«, so Lucien Favre. »Es gibt genug positive Dinge aber eben auch solche, die wir verbessern müssen«, ist Max Eberl gleicher Meinung.
Und so werden die Borussen nun auf Platz fünf liegend in die zweiwöchige Länderspielpause gehen und am Feintuning arbeiten. »Jetzt muss man die Länderspielpause dazu nutzen, um sich wieder neu zu ordnen, und dann gegen Kaiserslautern versuchen, wieder drei Punkte einzufahren«, gibt Borussias Sportdirektor die Marschrichtung vor.
»Vielleicht war es ganz gut, dass wir einen kleinen Dämpfer bekommen haben, und daraus jetzt wieder unsere Lehren ziehen können«, so Mike Hanke und ergänzt: »Jetzt stehen wir wieder auf und werden Kaiserslautern schlagen«. Und dann stehen die Borussen nach wie vor sehr gut da und zudem auch in einer vor der Saison zunächst nicht zwingend erwarteten Tabellenregion ...






