Nach dem neunten Spieltag grüßt Borussia Mönchengladbach mit siebzehn Punkten auf der Habenseite vom zweiten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Gedacht hätten das vor der Saison wohl nur wenige. Wohin die Reise des VfL in dieser Saison gehen kann, werden indes die nun kommenden Spiele zeigen.
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| Bleibt der VfL in der Erfolgsspur und jubelt weiter? Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
»Wir hatten einen Start, der sehr ordentlich war«, sagte Max Eberl vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. Und das ist auch noch nach dem 2:2-Remis gegen die Bayer-Elf so, wenngleich die Borussen dort ohne Zweifel zwei Punkte haben liegen lassen.
In diesem Punkt waren sich die Protagonisten nach dem Spiel einig. Gleichwohl konnte man unter dem Strich erfreut festhalten, gegen den amtierenden Vizemeister spielerisch dominiert und diesen mehr als am Rande einer Niederlage gehabt zu haben.
Gerade im Bezug auf die spielerische Komponente darf man sich positiv die Augen reiben und feststellen, dass Lucien Favre seine Schützlinge in den letzten Monaten kontinuierlich weiterentwickelt und nach vorne gebracht hat.
Und das nicht ‚nur' im Bezug auf einen sattelfesten Defensivverbund, sondern neben dem intelligenten Verteidigen wird auch attraktiver Offensivfußball geboten. So ist es sicherlich kein Zufall, dass der VfL in neun Spielen erst sechs Gegentreffer hinnehmen musste und bereits siebzehn Zähler auf der Habenseite verbuchen konnte.
Auf der anderen Seite stehen jedoch erst elf geschossene Tore, wovon Kapitän Filip Daems drei per Elfmeter zugesteuert hat. Und es hätten zudem noch mehr Punkte sein können. Womit das derzeit einzige, aber schwerwiegende Manko schnell genannt ist: Die mangelnde Chancenverwertung, mit der sich die Borussen sowohl gegen Schalke und Freiburg als auch gegen Leverkusen um einen verdienten Lohn bzw. um mehr Ertrag gebracht haben.
Zwar ist es sicherlich bitter, dass nun mit Igor de Camargo und Raul Bobadilla ausgerechnet zunächst zwei Offensivkräfte ausfallen, aber nun müssen und dürfen auch andere in die Bresche springen und zeigen, dass es bisher falsch war, nicht so auf sie zu setzten.
Es gilt an der Torausbeute zu arbeiten, um auch in den kommenden Wochen bestehen und um sich bis zur Winterpause ein dickes Polster ‚anfressen' zu können. Denn mit den Spielen gegen Hoffenheim, Hannover, Berlin und Bremen, Köln und Dortmund kommen nun »andere Kaliber«, wie es Lucien Favre unlängst untermauerte.
»Jetzt kommen natürlich die Messlatten, die uns zeigen werden, wie gut und wie stabil wir tatsächlich sind«, ist Max Eberl der gleichen Meinung.
»Die Liga ist sehr eng beisammen«, sagt Marc-André ter Stegen und hat damit durchaus Recht. Denn gerade auch den Siegen des 1. FC Köln gegen Hannover 96 und vom 1. FC Kaiserslautern gegen den FC Schalke 04 ist es zu verdanken, dass der VfL mit einem Punkt aus zwei Spielen immer noch auf Rang zwei rangiert. Und bis zum rheinischen Rivalen aus der Domstadt, der aktuell auf Platz zehn steht, sind es lediglich vier Punkte.
Nicht gerade viel, um eventuell auch schnell wieder in ein Gefilde zu gelangen, in das man so gar nicht rein möchte. Die Mannschaft jedenfalls zeigt sich derzeit gefestigt und ist zudem mit einem Selbstbewusstsein ausgestattet, dass zumindest derzeit nicht darauf schließen lässt, in eine Tabellenregion zu kommen, die einem Sorgenfalten auf die Stirn geben würde.
Der Weg ist bekanntlich das Ziel. Und da der derzeit eingeschlagene der durchaus richtige ist, darf man guter Dinge sein, dass man sich zumindest jenseits der unteren Tabellenhälfte fern halten kann. Denn genau die Mannschaft, die wie Lucien Favre nicht müde wird zu erwähnen genau die ist, die in der gegangenen Saison in aller letze Sekunde den Klassenerhalt geschafft hat, ist in sich gereift und hat sich das derzeitige ihr zu Teil werdende Lob erarbeitet und vor allen Dingen erspielt. Es macht Spaß, den mannschaftlich geschlossen auftretenden „Fohlen" bei ihrer ‚Arbeit zuzusehen.
»Klar ist es ein schönes Gefühl, wenn unsere momentane Leistung überall anerkannt wird. Es ist schön, wenn Komplimente auch von so einem Mann wie Franz Beckenbauer kommen«, freut sich Dante auch über die zuletzt lobenden Worte des ‚Kaisers'. »Aber wir müssen weiter machen und ich will, dass Franz Beckenbauer sowas auch am Ende der Saison sagen kann«.
Was bedeutet, dass die Borussen weiter kräftig Punkte sammeln. Der Weg nach oben ist vielleicht nicht schwer, doch dort zu bleiben eher sehr. Um weiter erfolgreich zu sein und um eine ruhige Saison spielen zu können, »müssen wir schauen, dass wir jetzt nicht nachlassen, sondern konzentriert weiter arbeiten und Punkte holen«, gibt ter Stegen dazu die zwingend notwenige Marschrichtung vor.
»Es wird eine schwere Saison. Wir müssen um jeden Punkt kämpfen und dürfen nicht vergessen, wo wir noch vor Monaten standen«, warnt Favre immer wieder.
Demzufolge sollte die Erwartungshaltung zwar nicht allzu groß sein, doch träumen ist bekanntlich erlaubt. Man darf also tatsächlich gespannt sein, wie die Borussen die kommenden Spiele bestreiten. Die kommenden Wochen und Spiele werden jedenfalls zeigen, ob die Borussia auch weiter oben mitmischen kann und mitmischen wird.
»Ich finde es ganz spannend jetzt mal zu beobachten, wie wir uns in den kommenden Wochen entwickeln und wie wir da aussehen«, sagt Marco Reus im Hinblick auf die kommenden Aufgaben in der Bundesliga und ergänzt: »Ich denke, es werden jetzt sehr spannende und richtungsweisende Wochen, wie es der Trainer auch schon gesagt hat. Danach wissen wir, wo wir stehen«.
Hoffentlich und gerne dann noch da, wo man jetzt steht oder zumindest in der oberen Tabellenregion und jenseits von dem, wo keiner stehen möchte ...






