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HomeSeitenlinieSaison 2011/2012Sorglos in die Adventszeit

Sorglos in die Adventszeit

In freudiger Erwartung auf die letzten Spiele des Jahres

Gerade die letzte Saison hat die Fans von Borussia Mönchengladbach das ein und andere graue Haar gekostet und im übertragenen Sinne altern lassen. Da ist der derzeitige und anhaltende Höhenflug gleichermaßen wahrlich Balsam auf die in den letzten Jahren oftmals geschundene die Borussen-Seele und erfreulich zugleich. Noch vor einem Jahr sah das alles ganz anders aus.

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Gewohntes Bild in den letzten Wochen: Strahlende und feiernde Borussen. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Auf den Tag genau vor einem Jahr am 27.11.2010 hatte die Hoffnung einen neuerlichen Dämpfer erlitten. Die Borussen hatten an einem Samstagabend das Kräftemessen bei Borussia Dortmund mit 4:1 verloren und somit nach 14 Spielen die achte Niederlage kassiert.

Zog der BVB zu diesem Zeitpunkt mit 37 Punkten an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga einsam seine Kreise, so hatte der VfL mit mickrigen zehn Punkten sowie einem Torverhältnis von 24:40 nahezu aussichtslos die rote Laterne inne und war von der Namenscousine meilenweit entfernt.

In der kommenden Woche kommt es nun im Rahmen des 15. Spieltags erneut zum Aufeinandertreffen beider Mannschaften. Doch diesmal im Borussia-Park und zudem mit völlig anderen Voraussetzungen sowie mit Gemeinsamkeiten, die man gerade nach der letzten Saison allen voran dem VfL zu diesem Zeitpunkt wohl lediglich als kühnster Optimist zugetraut hätte.

Während die Namenscousine aus Dortmund als amtierender deutscher Meister mit 29 Punkten nach Gladbach reist, so liegt der VfL mit der Klopp-Truppe in diesen Tagen auf Augenhöhe. Ebenso 29 Punkte haben die Fohlen auf der Habenseite und liegen somit mit dem BVB in der Spitzengruppe Tabelle gleichauf. Im letzen Jahr waren es sage und schreibe 19 Punkte weniger!

Das gilt auch für die Gegentore. Nach Bayern München bilden die beiden Borussen mit jeweils neun Gegentreffern die zweitbeste Abwehr der Bundesliga. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres hatte es im Gladbacher Tor bereits 40 Mal geklingelt.

Und neben der spielerischen Komponente sind die Namenscousinen auch in der aktuellen Jahrestabelle nicht allzu weit entfernt. Mit 61 Punkten aus 31 Spielen und 1,97 Punkten im Schnitt liegt der BVB auf Platz Zwei rangierend, lediglich sechs Punkte vor der Favre-Truppe, die mit 55 Punkten und 1,77 Punkten im Schnitt den vierten Platz belegt.

Alles Parallelen bzw. Gemeinsamkeiten, die gerade das Gladbacher-Herz höher schlagen lassen und die man gerne zur Kenntnis nimmt. Beide Mannschaften befinden sich also durchaus auf Augenhöhe und gehören derzeit zu den Topmannschaften in Deutschland. Und gerade auch im Bezug auf den VfL, dem es derzeit mehr als Spaß macht, bei der Arbeit zuzusehen, völlig zu Recht.

Die Fohlen eilen derzeit im Stile einer Spitzenmannschaft von Sieg zu Sieg und überzeugen dabei mit tollem Offensivfußball, hohem taktischem Verständnis und einem Defensivverbund, der nur schwer zu knacken ist.

Dabei rühren die Borussen allerdings keinen Beton an, sondern spielen erfrischend nach vorne und verwerten dabei ihre kreativ kreierten Tormöglichkeiten. Der VfL hat sich seine bisherigen Punkte im wahrsten Sinne des Wortes erspielt sowie verdient und dabei gerade die letzten beiden Partien gegen Bremen (5:0) und Köln (3:0) auf eine Art und Weise dominiert, die beachtlich ist und die durchaus träumen lässt.

Vor einem Jahr war der VfL vom Klassenerhalt meilenweit entfernt, dieses Jahr treffen auch einige Meilen zu - allerdings im Bezug auf den Abstieg, denn mit 29 Punkten besitzen die Fohlen zum gegenwärtigen Zeitpunkt 17 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Sicherlich ist noch nicht aller Tage Abend, aber in der derzeitigen Verfassung und bei dieser vorhandenen Punktzahl sollte die magische 40-Punktemarke, die für gewöhnlich zum Klassenerhalt reicht, schnell erreicht sein, sodass man als VfL-Fan beispielswiese an einen Verlauf von Eintracht Frankfurt nicht denken muss, sondern wohlmöglich alsbald an andere Ziele denken und nicht lediglich träumen darf.

Der VfL kann befreit aufspielen, hat sich bereits viel Winterspeck ‚angefressen' und steht im Dezember 2011 gleichermaßen vor rosigen Zeiten und wahrlich fröhlichen Weihnachten ohne Abstiegssorgen. Es wartet tatsächlich eine schöne Bescherung auf die Borussen, die sich ihren Gabentisch mit einem Erreichen des Viertelfinals im DFB-Pokal zusätzlich füllen können.

Auch in der normalerweise kalten und tristen Jahreszeit scheint also über dem Borussia-Park noch die Sonne. Der VfL ziert positive Statistiken und ist ob des derzeitigen Höhenflugs in aller Munde sowie Gesprächsthema in einschlägigen Sportsendungen.

Mit breiter Brust, einer tollen mannschaftlichen Geschlossenheit, einem starken Kollektiv, mit dem nötigen Selbstvertrauen im Rücken und ohne jeglichen Druck können die Borussen nun in die letzten vier Pflichtspiele gehen.

So darf man sich also auch als VfL-Anhänger im Gegensatz zum letzten Jahr in diesen Tagen durchaus entspannt zurücklehnen und sich auf die letzten drei Bundesligaspiele sowie auf das Pokalspiel gegen den FC Schalke 04 freuen. Somit auch auf das kommende Duell gegen den BVB, dass eben in diesem Jahr unter völlig anderen Voraussetzungen steht.

Die Adventszeit ist die Zeit der Besinnung und für gewöhnlich eine kalte und mitunter triste Jahreszeit - im Bezug auf den VfL wird einem in diesem Jahr auch in der kalten Jahreszeit durchaus warm um das Borussen-Herz ...


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