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HomeSeitenlinieSaison 2011/2012»Mich kann man überall hinstellen, außer ins Tor«

»Mich kann man überall hinstellen, außer ins Tor«

Mittelfeldspieler Tolga Cigerci kommt aus Wolfsburg

Borussia Mönchengladbach hat den ersten Transfer des Winters unter Dach und Fach. Mittelfeldspieler Tolga Cigerci kommt auf Leihbasis vom VfL Wolfsburg und erhält einen Vertrag bis zum 30.06.2013. Der VfL sicherte sich zudem eine Kaufoption für den U20-Nationalspieler, der bei den Wölfen noch einen Vertrag bis Sommer 2015 besitzt. Und beim VfL möchte sich der 19-Jährige weiterentwicklen und durchsetzen.

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Borussias Neuzugang aus Wolfsburg - Tolga Cigerci. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de

Bereits im Sommer hatte der VfL um die Dienste des Deutsch-Türken gebuhlt, musste sich aber dort noch dem Veto von Felix Magath beugen. Wolfsburg-Manager und Trainer wollte den 19-Jährigen zu diesem Zeitpunkt nicht hergeben.

»Wir wollten Tolga schon im Sommer verpflichten und freuen uns, dass es nun geklappt hat. Er ist ein sehr talentierter, spielstarker Mann fürs zentrale Mittelfeld, der unseren Kader verstärken wird«, freut sich Borussias Sportdirektor Max Eberl über die Verpflichtung.

»Ich freue mich und bin überglücklich, dass es jetzt geklappt hat und ich hier bin. Und ich bedanke mich auch bei Herrn Magath, dass er mich gehen gelassen hat«, strahlte Tolga Cigerci, der zunächst alleine nach Gladbach kommt und vorläufig im Mönchengladbacher Dorint Hotel wohnt, nach seinem ersten Arbeitstag bei Borussia.

Nun gibt ihm Felix Magath also die Möglichkeit, sich auf höherem Niveau zu präsentieren und in der Bundesliga Spielpraxis zu sammeln. Denn dies war bei den Wölfen in dieser Spielzeit noch nicht der Fall.

Lediglich im Regionalliga-Team kam der U20-Nationalspieler, der 2005 von Arminia Vöhrum bei Peine nach Wolfsburg, zum Einsatz. Hier erzielte der im niedersächsischen Nordenham geborene Mittelfeldspieler in elf Partien zwei Tore. Unter Trainer Lorenz-Günther Köstner spielte er sowohl im zentralen als auch im offensiven Mittelfeld.

»Ich erhoffe mir, dass Tolga über Gladbach in die Bundesliga findet. Daher haben wir ihn ausgeliehen. Hier beim VfL ist die Situation für ihn keine leichte gewesen. In Gladbach ist die Chance für ihn gegeben neu anzugreifen«, sagte VfL-Cheftrainer und Geschäftsführer Felix Magath au der Internetseite der Wölfe.

Ins kalte Wasser geschmissen wird Cigerci, der Xavi (»Ein geiler Spieler«) vom FC Barcelona als sein Vorbild nennt, unter Lucien Favre allerdings nicht. Denn in der vergangenen Spielzeit sammelte der Rechtsfuß unter Ex-Coach Steve McClaren erste Erfahrungen im Oberhaus des deutschen Fußballs. Dem Bundesligadebüt gegen den 1.FC Köln am 28. November 2010 folgten weitere fünf Bundesligaeinsätze. Unter McClaren beackerte der vornehmlich die linke Mittelfeldseite.

Aber auch auf der rechten Mittelfeldseite oder auf der offensiveren Position der beiden „6er" kann der A-Jugend-Meister von 2011 eingesetzt werden. »In Wolfsburg hat er in der Jugend vornehmlich im zentralen oder offensiven Mittelfeld gespielt. Aber er kann im Mittelfeld auf allen Postionen spielen«, sagt Borusse Moritz Göttel, der zusammen mit Cigerci in der U19 der Wölfe spielte. »Ich kenne Moritz natürlich, werde jetzt auch mal mit ihm sprechen und mich mit ihm treffen«, sagt Cigerci.

»Ich kann überall im Mittelfeld spielen. Man mich kann man überall hinstellen, außer ins Tor«, sieht sich auch Cigerci als flexible einsetzbar. »Aber meine Lieblingsposition ist der zweite „6er", also der „8er"«.

Also ein vielseitig einsetzbarer Spieler, der auch Havard Nordtveit und Roman Neustädter Druck machen wird und somit perfekt in das Anforderungsprofil von Borussias Trainer Lucien Favre, der nun eine weitere Alternative hat, passt. »Er gibt immer 100 Prozent, hat Siegeswillen und legt stets eine hoch professionelle Einstellung an den Tag«, lobt Borussias U19-Torjäger und befindet: »Eigentlich ist er überall dort aufgehoben, wo ihn der Trainer aufstellt. Da gibt es keine Probleme, denn er kann überall super spielen«.

»In der Bundesliga etablieren und Titel gewinnen« und »Wer glaubt, er kann alles, hat schon verloren. Du musst Dich immer wieder im Training beweisen und über das Training anbieten«, hat sich Cigerci auf seiner Internetseite auf die Fahne geschrieben. »Ich möchte mich weiterentwickeln und im Training meine Leistung bringen«, hat sich Cigerci seine Ziele für die Zeit beim VfL gesetzt. »Ob ich dann spiele, entscheidet der Trainer«.

»Wir werden sehen, ob er sich langsam in der Bundesliga etablieren kann. Er hat in Wolfsburg lange nicht mehr gespielt, wir können also noch nicht viel sagen«, warnt Lucvien Favre vor allzu großen Erwartungen in den Youngster, ist aber dennoch überzeugt, dass er den Durchbruch schaffen kann: »Aber wir haben große Hoffnung, auch bei Julian Korb und anderen Jungen«.

Und so wird der 1,85m große Mittelfeldspieler nun bei den Fohlen alles in die Waagschale legen und versuchen, nach vorne zu galoppieren. »Tolga hat ein gutes Auge, spielt mit Übersicht und findet in jeder Spielsituation eine gute Lösung. Er hat eine starke Technik, ein sehr gutes Passspiel, einen starken rechten Fuß und ist laufstark«, beschreibt Göttel den Neu-Borussen, der zukünftig im Trikot mit der Rückennummer 6 aufläuft.

»Und er legt sehr viele Meter zurück und hat dann auch noch das Auge, um seine Mitspieler gut einzusetzen. Zudem schaltet er sich auch mit in die Offensive ein und versucht auch selber zum Abschluss zu kommen«, so Göttel weiter. »Ich kann viel laufen, habe eine gute Technik und einen guten Abschluss«, beschreibt Cigerci seine Stärken«.

Dazu dürfte Borussias erster Neuzugang also auch keine Eingewöhnungsprobleme haben, denn mit Moritz Göttel, Marc-André ter Stegen, Patrick Herrmann, Matthias Zimmermann und Julian Korb sind ihm einige seiner neuen Mitspieler bereits aus der U20-Nationalmannschaft bekannt. »Ich bin kein böser Mensch, sondern nett. Ich denke, die Integration wird gut klappen«, hat Cigerci keine Bedenken, sich in seinem neuen Umfeld schnell und gut zu Recht zu finden.

»Tolga ist generell ein super Typ und ein starker Fußballer, auf den man sich freuen und von dem man sich in Gladbach einiges erhoffen kann«, ist Moritz Göttel indes überzeugt.

Darauf, wie sich das Neu-Fohlen beim VfL schlägt und durchbeißt, darf man durchaus gespannt sein...


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