Suchfunktion

facetwiet
Rss-Feed

Einfach nur gut

Borussia nach Sieg in Stuttgart weiter oben auf

Derzeit weiß selbst wohl Trainer Lucien Favre nicht so recht einzuschätzen, wohin der Weg der von Borussia Mönchengladbach führt. Die Fohlen haben seit dem Amtsantritt des Schweizers zwei Spielweisen perfektioniert und wissen diese beeindruckend gegen immer wieder verwunderte Gegner einzusetzen. Zuletzt beim verdienten 3:0-Sieg im Auswärtsspiel gegen den VfB Stuttgart.

reus_30_01_12_sl
Marco Reus zeigt es an - Borussia weiter oben auf. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Zum einen ist da das System, das man auch von der Bayern-Truppe unter Trainer Jupp Heynckes kennt. Nämlich durch hohen Spielanteil und Ballbesitz, das Spiel zu kontrollieren und somit immer wieder eigene Akzente zu setzen.

Die andere Taktik-Variante, die die Borussia mittlerweile auch wie keine andere Mannschaft beherrscht, wendet Favre bei Gegnern an, von denen er besonders große Gegenwehr erwartet.

Beispielsweise bei den besagten Bayern aus München. Hier lässt der Schweizer die hinteren zwei Vierer-Ketten sehr eng beisammen stehen und gibt dem Gegner so fast keine Möglichkeit, durchzubrechen oder sich in irgendeiner Form dem Borussen-Tor zu nähern. Durch exzellent einstudierte Konter setzt die Fohlen-Offensive der vorgerückten gegnerischen Abwehr dann zu.

‚Fohlenflüsterer' Favre hat sich in Stuttgart für eben diese letztere Taktik entschieden, weil er vom VfB, der seit dem 14. Spieltag nicht mehr siegen konnte, ein besonders hohes Engagement erwartet hat. Denn die Elf von Trainer Bruno Labbadia war an diesem Sonntagabend zum Siegen verdammt.

Der langen Rede kurzer Sinn, die Entscheidung Favres, gegen Stuttgart auf konzentrierte Defensive und Konterspiel wie gegen Bayern, und somit auf Sicherheit zu setzen, passt irgendwie zu der Tiefstapelei, die der Trainer, wie auch seine Spieler bei den Interviews an den Tag legen.

Man mag es kaum glauben, aber Roman Neustädter hat nach dem Spiel immer noch von dem höchsten Ziel gesprochen, 40 Punkte zu sichern, um den Nichtabstieg zu garantieren. Die Wenigsten haben sich danach wohl das Lachen verkneifen können. Lucien Favre hat den Journalisten wenigstens die Tatsache zugestehen können, dass der VfL absolut verdient gewonnen hat, weil er vor allem in der zweiten Halbzeit die deutlich bessere Mannschaft war.

Zu einer neuen Zielsetzung für diese Saison hat er sich dennoch (noch) nicht hinreißen lassen. Und das aus einem ganz einfachen Grund: Er weiß selbst nicht recht einzuschätzen, wohin der Weg der Borussia führt. Wenn er geahnt oder gewusst hätte, dass seine Mannschaft den Stuttgartern so haushoch überlegen ist, dass sogar ein 4:0 oder 5:0 Auswärtssieg drin gewesen wäre, kann man dann glauben, dass er trotzdem auf die sichere Konter-Variante gesetzt hätte.

Sicherlich nicht. Fakt ist, dass die Borussia selbst den eigenen Trainer zu überraschen scheint. Favre sucht mittlerweile schon ‚krampfhaft' nach irgendwelchen Anhaltspunkten der Kritik für das Spiel seiner Mannschaft. Da ist aber nichts zu finden. Die gesamte Fußball-Nation erkennt nun an, dass Borussia in dieser Saison eine Top-Mannschaft ist.

Der Abstand auf den fünftplatzierten Werder Bremen beträgt nun acht Punkte, Meisterschafts-Topfavorit Bayern München wurde in dieser Saison zweimal geschlagen und mit ganzen zwölf Gegentreffern nach nunmehr 19 Spielen ist der VfL im stolzen Besitz der sichersten Abwehr der Liga. Der VfB hatte in seinem eigenen Stadion nicht den Hauch einer Chance gegen die Fohlen.

Lucien Favre denkt derweil immer noch von „Spiel zu Spiel". Vielleicht hätte er sich einfach die „Tagesthemen" anschauen sollen. Die haben Borussia Mönchengladbach sogar zu einem Titelaspiranten ernannt. Borussia ist derzeit einfach gut ...


letzte Foren-Beiträge

Konter I schnell & direkt