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HomeSeitenlinieSaison 2011/2012Ein gesundes Unentschieden

Ein gesundes Unentschieden

Nach Wolfsburg: Weder Grund noch Platz für Trübsal

Man darf ehrlich sein. Dieses Unentschieden von Borussia Mönchengladbach beim VFL Wolfsburg hilft den mittlerweile verwöhnten Fohlen-Fans doch, die Dinge wieder etwas nüchterner und frei von Euphorie zu betrachten. Doch unter dem Strich war und ist es ein Punkt, der keinen Platz dafür hat, großartig die Köpfe hängen zu lassen.

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Wertvoller Punkt in Wolfsburg für Håvard Nordtveit und den VfL. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Es ist ohne Frage sehr schön, den VfL Woche für Woche siegen zu sehen. Aber irgendwann werden die Fohlen auch mal wieder ein Spiel weniger erfolgreich bestreiten, ja sogar verlieren.

Und dieses 0:0 in Wolfsburg macht einen dessen, auf relativ schmerzfreie Weise, wieder bewusst. Auf sanfte Art wurde Borussia auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Und machte dabei keine so schlechte Figur. In Anbetracht des nicht gegebenen Tores von Mike Hanke und der vergebenen Großchance von Marco Reus, wäre ein Sieg trotz Allem nicht unverdient gewesen.

Im Grunde wäre es sogar nicht unbedingt falsch, zu behaupten, dass man uns um zwei verdiente Punkte gebracht hat. Aber dennoch ist man mit der Punkteteilung nicht unzufrieden. Eine Niederlage hätte die Fans ungleich härter getroffen. Ganz einfach aus dem Grund, dass man Niederlagen nicht mehr gewohnt ist. So nimmt man ein Unentschieden dankbar an und empfindet es als Schuss vor den Bug.

Deswegen fällt die Trauer um das nicht anerkannte Tor und die vergebene Chance doch ziemlich klein aus. Außerdem tröstet die Tatsache, dass die unmittelbare Konkurrenz bis auf Borussia Dortmund an diesem Spieltag auch nicht über eine Punkteteilung hinauskam.

Auch wenn dieses torlose Remis nicht viel zu bieten hatte- zwei Erkenntnisse, die uns nicht neu sind, hat sie uns unverkennbar wieder vor Augen geführt. Die Unerfreulichere von Beiden ist, dass die Borussia kein Spiel gewinnt, wenn Reus nicht in Form ist. Dies lässt uns mit Wehmut auf die Zukunft Borussias ohne das Stürmertalent schauen.

Die positive Erkenntnis ist, dass die Abwehr, auch bei mäßiger mannschaftlicher Leistung der Fohlen, dicht hält. Selbst das Fehlen von Martin Stranzl ist hervorragend kompensiert worden. Zu nennenswerten Chancen kam die Truppe von Wölfe-Coach Felix Magath, der in der Winterpause nochmal eingekauft hat und dessen Ersatzbank fast bald auf die Westkurve der Volkswagen- Arena ausgeweitet werden kann, nicht.

Spätestens bei Marc-André ter Stegen war Schluss mit den Wolfsburger Offensivbemühungen. Ach ja. Eine erfreuliche Nachricht gibt es noch. Das 40 Punkte-Ziel ist endlich erreicht worden. Neue Zielvorgabe ist, wen wundert´s, 40 Punkte plus. Man sollte sich nun endgültig damit abfinden, dass Lucien Favre, Max Eberl und Co einfach nicht zu konkreten Zielvorgaben bereit sind. Das europäische Fußballgeschäft ist immer noch absolut machbar und das Remis in Wolfsburg kann mit bestem Wissen und Gewissen als Punktgewinn, denn als Schlappe gesehen werden.

In drei Spielen der Rückrunde holten die Fohlen sieben Punkte bei 6:1 Toren. Da ist weder Grund noch Platz für Trübsal. Der Auftritt in Wolfsburg bestätigte zudem die Dominanz des Spielsystems von Taktikfuchs Lucien Favre. Nur Borussia Dortmund und Bayern München haben durchschnittlich pro Spiel mehr Ballbesitz als die Fohlen- Elf. Gleichzeitig ist der VFL die beste Kontermannschaft der Liga.

So kann man sich durchaus ruhigen Gewissens auf das DFB-Pokal-Viertelfinale am Mittwoch bei Hertha BSC Berlin freuen, wo sich die Borussen eine ‚Ersatz-Tür' zum europäischen Fußball offen halten kann. Anschließend folgt dann der Kracher gegen den FC Schalke 04 im Borussia-Park. Wird es der Borussia gelingen, einen direkten Konkurrenten in der Tabelle zu überholen? Den Glauben daran kann ein Remis in Wolfsburg jedenfalls nicht nehmen...


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