Natürlich war die Stimmung einen Tag nach dem grandiosen 3:0-Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen den FC Schalke 04 bei den Protagonisten und den Fans gleichermaßen überragend. Nicht nur der Sieg gegen die Knappen, sondern auch aus Heimspiel gegen den FC Bayern München im DFB-Pokal-Halbfinale sorgte für Gesprächsstoff und freute die Borussen ungemein.
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| Jubelnde Borussen weiter oben auf - Auch Schalke konnte den VfL nicht stoppen. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
»Es ist ein Traumlos. Wir wollen Bayern gerne ein drittes Mal schlagen«, sagte Geburtstagkind Patrick Hermann nach dem Auslaufen am Sonntag. Schwer bepackt und mit Geschenken unter dem Arm verließ er das Gelände des Borussia-Parks.
Doch nicht etwa Fans oder gar Mitspieler hatten ihn beschenkt, sondern die Geschenke sind für seinen Bruder bestimmt. »Mein Bruder hat heute auch Geburtstag. Wir sind ja Zwillinge«, erklärte Herrmann.
Derweil freute sich auch Tony Jantschke auf das Pokalspiel gegen den deutschen Rekordmeister. »Bayern wird wieder ein harter Brocken, aber wir wollen jetzt nach Berlin«, sagte der Rechtsverteidiger und strahlte: »Wir spielen zu Hause. Darüber sind wir alle überglücklich«.
»Mir ist egal gegen wen wir spielen. Wir können es eh nicht ändern. Ich freue mich sehr, dass wir ein Heimspiel haben«, kommentierte VfL-Coach Lucien Favre das Los gewohnt nüchtern und sachlich. »Es ist ein KO- Spiel, aber ich habe 100 Prozent Vertrauen in die Mannschaft und habe keine Angst vor Bayern«.
Doch verständlicherweise ist das DFB-Pokal-Halbfinale bei dem Schweizer noch nicht im Kopf. »Bis März ist noch ein wenig Zeit. Unsere Gedanken sind noch nicht bei Bayern«, schob der Schweizer den Klassiker bei Seite. »Bis dahin haben wir noch wichtige Spiele in der Bundesliga vor der Brust«.
Das nächste Spiel ist bekanntlich immer das schwerste und mit dem Motto „Wir denken von Spiel zu Spiel" haben sich die Borussen in dieser Saison unter der Leitung von Fohlenflüsterer Lucien Favre zu einem Spitzenteam und Titelaspirant gemausert. »Wir haben jetzt 12 Punkte Vorsprung auf den 7. Platz. Das ist ein riesen Polster«, stellte Mike Hanke fest. »Wir wollen so lange wie möglich oben dranbleiben. Es ist ein Märchen und was Europa angeht - träumen darf man ja. Ich bin einfach nur glücklich«.
Derzeit stellt der VfL nicht ‚nur' die beste Defensive in Europa, sondern wird mit den Besten der Besten auf eine Stufe gestellt. Teilweise ist in den Medien gar von ‚Borussia Barcelona' die Rede. »Das ist ein riesen Kompliment, aber ein Vergleich mit Barcelona ist nicht realistisch. Das ist noch eine ganz andere Welt«, bleibt Favre auf dem Boden und weiß, dass solche Vergleiche dann vielleicht doch noch ein stück weit hinken.
»Wir müssen immer dran denken wo wir vor acht Monaten waren«, wird Favre nicht müde zu erwähnen. »Klar kann ich verstehen wenn die Fans träumen, aber 90 Prozent der Fans sind realistisch und freuen sich einfach über die momentane Situation. Wir wissen aber alle, dass wir weiter hart arbeiten müssen«.
Zweifelsohne hat der Schweizer großen Verdienst an dem derzeitigen Erfolg des VfL. »Lucien Favre ist der beste Trainer, den ich je hatte«, schwärmt Mike Hanke. »Wie intensiv er mit uns arbeitet ist einfach nur unglaublich«.
»Wir haben gestern ein unglaubliches Spiel abgeliefert«, war der leichterkältete Favre einfach nur stolz auf seine Mannschaft. »Das frühe Tor hat uns natürlich in die Karten gespielt, aber wir waren Schalke in allen Belangen überlegen. Am Ende war es sehr einfach«.
Und daran, dass gegen die Knappen alles wie am Schnürchen lief, hatte sicherlich auch Roman Neustädter seien Anteil. Der defensive Mittelfeldspieler hatte mit 94 Ballkontakten die meisten beim VfL und sorgte im Mittelfeld mit dafür, dass seine zukünftigen Mitspieler keinen Zugriff bekamen.
»Noch spiele ich bei Borussia, der Rest ist mir noch egal«, hat Neustädter nach wie vor ausschließlich den VfL im Kopf. »Es hat sich hier richtig was entwickelt und ich bin froh, meinen Teil dazu beigetragen zu haben. Am Ende werden wir sehen, was bei rumkommt«. Galoppieren die Fohlen in diesem Schritttempo weiter, dann unter dem Strich beachtlich viel ...






