In den letzten Jahren hatte die Statistik von Borussia Mönchengladbach doch sehr gelitten. So gab es beispielsweise die höchste Auswärtsniederlage (0:7) in der Hinrunde der letzten Saison beim VfB Stuttgart, die der VFL mit im negativen Sinne ‚rekordverdächtigen' zehn Punkten abgeschlossen hatte. Unter dem Trainer der Hinrunde Lucien Favre atmet die Borussen-Statistik allmählich wieder auf.
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| Eine Starke Truppe - Der VfL sorgt in dieser Saison für durchweg positive Serien. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
Viele Negativserien haben in dieser Saison ihr langersehntes Ende gefunden. Dies hat für die Fohlen-Fans einen hohen psychologischen Wert. Am Samstag war wieder so ein Tag, an dem man endlich einen Deckel über eine weitere Serie legen konnte.
Seit dem 19.08.1995 hatte der VfL nicht mehr auf dem Lauterer Betzenberg gewonnen. Mit dem 2:1-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern haben die Fohlen auch dem FCK zu wissen gegeben, dass diese Saison eine andere ist.
Zuvor hatte der VfB Stuttgart selbiges zu spüren bekommen. Dort wartete der VfL seit dem 03.12.1994 auf einen Sieg. Besonders befriedigend ist das Ende der sieglosen Serie beim FC Bayern München, dem ein atemberaubender Rekord von drei Siegen innerhalb einer Saison sicherlich sehr gut stehen würde. Seit ganzen 15 Jahren hatten die Fohlen bei den Bayern nichts reißen können, bis Igor de Camargo in der ersten Begegnung der aktuellen Spielzeit auch diese Serie ad Acta legen konnte.
Auch bei der Hertha aus Berlin konnte Gladbach seit 10 Jahren keinen Erfolg vorweisen. Ganz bitter war dort die 6:0 Klatsche am 04.12.2004. In Wolfsburg hatten die Borussen seit 2003 alle Begegnungen verloren.
Es gibt noch viele weitere Beispiele, an die man sich aus Sicht der Borussen nicht gerne erinnern möchte und die aus diesem Grund hier erst mal unerwähnt bleiben. Ein genauerer Blick auf die letzten Jahre der Borussia mit der dazugehörigen objektiven Selbstreflexion, lässt die aktuellen Erfolge nur vorsichtig genießen. Insofern ist die „Von Spiel zu Spiel"-Taktik der Favre-Elf absolut nachvollziehbar.
Dennoch ist festzuhalten, dass Gladbach wieder mehr als auf dem Weg der Besserung ist. Die ruhmreiche Geschichte des VfL hat seit der Saison 1994/1995 keine Erfolgsstories mehr zu bieten gehabt. Leicht verfällt man daher in Euphorie, wenn die Mannschaft plötzlich auf dem zweiten Platz steht - und das mit verdienten 46 Punkten nach 22 Spieltagen. Aber die Gefahr, wieder in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen ist trotz alldem groß. Niemand weiß das besser als Lucien Favre selbst.
Sicherlich wird Borussia die Teilnahme an dem europäischen Fußballgeschehen in der nächsten Saison nicht mehr zu nehmen sein. Aber die Ein- und wieder Auswechslung Mathew Leckies gegen Kaiserslautern, wenn auch von Favre taktisch bedingt begründet, ist vielleicht nicht nur eine kleine Abstrafung des jungen Australiers, sondern auch ein Wink mit dem Zaunpfahl für Max Eberl.
Sozusagen eine unmissverständliche Botschaft an den Fohlen-Manager, dass eine adäquate Vertretung für einen Stammspieler, wie Patrick Herrmann, derzeit nicht bzw. lediglich unzureichend existiert und eine Investition in ‚fertige' Spieler, die der Borussia unmittelbar weiterhelfen können, absolut von Nöten ist.
Deswegen wird der Schweizer auch ein genaues Auge auf das Verhalten Max Eberls bei der Vertragsverhandlung mit wichtigen Spielern, wie Dante, werfen, bevor er sich vollends zur Borussia bekennt. Spielerisch ist dem VFL zur Zeit sicherlich nichts vorzumachen. Das Geschäftliche wird über unsere Zukunft entscheiden.
Max Eberl kommt dabei eine Schlüsselstellung zu. Mit der Verlängerung des Vertrags von Juan Arango ist ihm der erste Clou gelungen. Es müssen aber noch weitere folgen, wenn er für Favres Verbleib sorgen will, ohne unter dem Druck zu Grunde zu gehen, den der FC Bayern München schon aufzubauen begonnen hat.
Favre und Dante sind gleichermaßen interessant für den schwächelnden Rekordmeister. Folgende schwere Aufgaben hat Borussias Sportdirektor in naher Zukunft zu bewältigen. Die tolle Eigendynamik, die uns auf der Erfolgswelle hält, muss genutzt werden, um die Weichen für folgende Spielzeiten zu stellen. Dabei muss er in enger Zusammenarbeit mit Favre den Borussen-Kader in der Breite und in der Qualität für europäische Aufgaben aufrüsten.
Denn Eines ist festzuhalten: Ganz gleich, welche Spieler kommen oder gehen, der Schweizer Trainer ist der Garant für den Gladbacher Erfolg. Deswegen müssen alle Spieler, die Max Eberl im Team halten kann oder neu verpflichten will, hundert prozentig in das System Favre passen.






