Borussias Direktor Unternehmenskommunikation im Interview (Teil II)
Aretz: »Man wird weiter an die Spieler herankommen«
Markus Aretz ist seit 18 Jahren bei Borussia und jetzt Direktor Unternehmenskommunikation. Foto: Andreas Plum.
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07.07.2017 14:25 Uhr
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Verfasst von Andreas Plum

Seit nunmehr 18 Jahren steht Markus Aretz in Diensten von Borussia Mönchengladbach. Im zweiten Teil des Interview mit unserer Redaktion spricht der 51-Jährige unter anderem über den neuen TV-Vertrag, die Teil-Medienausschlüsse bei 1860 München, eventuelle Neuerungen im Bereich Vereinsmedien, die Kommunikation mit den Fans/Ultras, die Baustelle am Borussia-Park und deren Auswirkungen auch für die Zukunft, einen möglichen Ärmelsponsor, neue Trikots und richtet den Blick auf die neue Spielzeit.

Fohlen-Hautnah: Herr Aretz, kommen wir mal zur Aktualität und dem neuen TV-Vertrag, bei dem ab der kommenden Spielzeit nicht mehr gänzlich alle Spiele vom Pay-TV-Sender Sky übertragen werden. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Markus Aretz: Das ist eine Entwicklung, die man sehr gut im Auge behalten muss. Ich weiß aber auch, dass die Deutsche-Fußball-Liga (DFL) das tut. Wenn man sich die anderen europäischen Ligen anschaut, dann glaube ich schon, dass die Bundesliga am fanfreundlichsten aufgestellt ist. Unser Spielplan ist noch nicht komplett zerstückelt, aber natürlich gibt es jetzt mehrere Sender, die Spiele übertragen. Nicht mehr nur Sky sondern auch Eurosport mit der Freitagsübertragung. RTL ist dazugekommen, das ZDF hat jetzt Liverechte. Das wird vielleicht etwas unübersichtlicher. Aber am Ende glaube ich, dass es immer noch so ist, dass die Bundesliga fannah und fanfreundlich aufgestellt ist. Es wir bei uns deutlich mehr auf Fanbelange Rücksicht genommen, als das im Ausland der Fall ist. Wenn man sich alleine die Ticketpreise anschaut: Gehen Sie mal nach England oder Italien. Zum Teil gibt es keine Stehplätze sondern nur noch Sitzplätze. Es hat schon einen Grund, warum es einen Fußball-Tourismus nach Deutschland gibt. Für einen Fan in Newcastle oder London ist es manchmal billiger ein Bundesligaspiel zu besuchen, als zuhause in seiner Stadt ein Premier League-Spiel zu sehen. Trotz Anreise per Flugzeug.

Fohlen-Hautnah: Seit kurzem hat Borussia das Fohlenradio eingeführt. Gibt es auch zur neuen Saison Neuerungen?

Markus Aretz: Wir arbeiten daran, dass Fohlenradio weiter auszubauen. Im Fohlen.TV werden weiterhin alle Testspiele live gezeigt.

Fohlen-Hautnah: Wie kommt der Direktor Unternehmenskommunikation mit den Fans zusammen um beispielsweise im aktuellen Fall mit der unglücklich entsorgten Choreo zu vermitteln?

Markus Aretz: An erster Stelle haben wir unsere Fanbeauftragten, deren Aufgabe es ist, mit der Fanszene zu kommunizieren. Wenn daraus aber ein Medienthema wird, wird es auch zu meinem Thema. Wenn wir intern darüber diskutieren, was sich in der Fanszene tut, dann bin ich meistens dabei. Auch wenn wir Treffen mit Vertretern der Fanszene oder der Ultras haben, dann bin ich da auch fast immer dabei. Es ist aber schon wichtig zu sagen, dass die Fanbeauftragten die Leute sind und sein sollen, die sich im Klub darum kümmern. Denn sie haben viel mehr Knowhow über die Fanszene als andere das haben können. Über die aktuelle Situation möchte ich nichts sagen. Es haben Gespräche stattgefunden und werden auch weiter stattfinden.

Fohlen-Hautnah: Sie sind mittlerweile für 22 Mitarbeiter verantwortlich. Ist damit das Ende der Fahnenstange schon erreicht?

Markus Aretz: Ich sage eigentlich jedes Jahr, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist, weil wir keinen Platz mehr haben und die Büros voll sind. Es gab immer neue Anforderungen, auf die wir mit Einstellungen reagiert haben. Wenn man über die Social Media-Kanäle kommunizieren muss – und das muss man als Bundesligist – dann braucht man auch die entsprechenden Mitarbeiter, die das machen. Wir haben derzeit 15 Kanäle, die alle bespielt werden müssen – und das quasi rund um die Uhr. Wenn wir im Fohlen.TV Liveübertragungen haben, Vereinsmagazine produzieren oder Nachrichtern über die Homepage oder die sozialen Netzwerke verbreiten, braucht man die entsprechenden Mitarbeiter dafür. Da braucht man Redakteure, Kameraleute, Mediengestalter. Wir haben inzwischen einen eigenen Fotografen für den Verein, weil es einfach viel günstiger ist, als die notwendigen Fotos bei Agenturen einzukaufen.

Fohlen-Hautnah: Bei alle den vielen Mitarbeitern kommt mitunter bei den Medien die Missgunst auf, keine exklusiven Geschichten mehr machen zu können.

Markus Aretz: Das ist einfach nicht richtig. Wir haben noch nie ein Spielerinterview oder Ähnliches abgesagt, weil wir es exklusiv für unsere Medien haben wollten. Das gibt es hier nicht. Es mag Journalisten geben, die so etwas sagen. Ich bekomme das schon mit, aber das ist Unsinn. Natürlich lassen wir uns Dinge für unser FohlenEcho und gehen bspw. mit Fabian Johnson Basketball spielen und machen darüber eine größere Geschichte. Dann kann ich mir vorstellen, dass ein Journalist das theoretisch auch gerne machen würde, aber im Zweifel hat er keine sechs Seiten Platz in seiner Zeitung. Wenn wir Anfragen absagen, dann vielleicht weil wir zu viele Spiele haben oder weil ein Spieler verletzt ist und aktuell kein Interview geben möchte. Das gilt dann aber auch für die eigenen Medien.

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