FOHLENHAUTNAH
'Nordkurve Aktiv' kann auf prominente Unterstützer zählen

Nordkurve Aktiv: »Martin Stranzl hat uns einen dicken Batzen Geld gespendet«

Kurz & Knapp
08.05.2019 12:30 Uhr
Steven Mähler hat unserer Redaktion im Interview alles über 'Nordkurve Aktiv' erzählt. Foto: Fohlen-Hautnah.de
Verfasst von Hannah Gobrecht

’Nordkurve Aktiv’ ist das soziale Bündnis der aktiven Fanszene in Mönchengladbach. Seit fast zehn Jahren sammelt das Team in diversen Spendenaktionen innerhalb der Fanszene Geld, um zum Beispiel soziale Einrichtungen zu unterstützen. Wir haben uns mit Steven Mähler, Mitglied von ’Nordkurve Aktiv’ zu einem Interview getroffen, um mehr über die Arbeit und die Aktionen zu erfahren. Gerade das ’Bechern für den guten Zweck’ dürfte dabei einigen Anhängern bekannt sein.

Fohlen-Hautnah: Steven, das Projekt ’Nordkurve Aktiv’ ist mittlerweile bei sehr vielen Fans bekannt. Trotzdem gibt es mit Sicherheit einige, die noch nie etwas von Euch gehört haben. Was genau verbirgt sich denn hinter dem Namen ’Nordkurve Aktiv’? 

Steven Mähler: Gegründet hat sich ’Nordkurve Aktiv’ im Jahr 2010. Die Initiative ging von der Ultra-Szene Mönchengladbach aus. Wir haben so eine gigantisch große Fanszene und haben damals gemerkt, dass in einem Fußballstadion jede Menge soziales Potential vorhanden ist. Das wollten wir abrufen und für den guten Zweck nutzen. Die Gladbacher sind tatsächlich sehr engagiert, uns immer wieder zu unterstützen. 

Fohlen-Hautnah: Wie viele Leute wirken denn bei Euch mit?

Steven Mähler: Wir haben aktuell ein festes Team von zehn Mitgliedern, bekommen aber auch ganz viel Hilfe von der gesamten aktiven Fanszene. Ohne die wäre vieles nicht machbar. Deswegen sind wir froh und stolz, immer auf die Leute zurückgreifen zu können, egal ob es die Ultra-Gruppierungen Sottocultura, Ascendente oder die vielen Fanklubs sind. 

Fohlen-Hautnah: Im Stadion führt Ihr jedes Jahr die Aktion ’Bechern für den guten Zweck’ aus, bei der Eure Arbeit sicherlich die größte Aufmerksamkeit bekommt, oder? 

Steven Mähler: Das ist natürlich die Aktion, mit der wir die meisten Einnahmen im Jahr erzielen. Die Fans können uns dabei ihre Pfandbecher spenden. Wir werden diese Aktion allerdings erst wieder in der Hinrunde der kommenden Spielzeit durchführen. Es ist immer ein irrsinniger organisatorischer Aufwand, den wir ohne Hilfe von Außen nicht stemmen könnten. Die Einnahmen gehen dann zur Hälfte an den Jugendhilfeträger ’De Kull’ und an ’Nordkurve Aktiv’. Im letzten Jahr haben wir dadurch insgesamt 7356,80 EUR sammeln können. 

Fohlen-Hautnah: Wie genau läuft die Becheraktion im Hintergrund ab? 

Steven Mähler: Vor ein paar Jahren mussten wir die Becher noch selbst spülen. Da haben wir uns ein paar Tage später getroffen und haben uns an die Spülstraße im Borussia-Park gestellt. Im letzten Jahr wurde uns das aber glücklicherweise abgenommen. Trotzdem müssen wir uns natürlich um die ganze Abwicklung kümmern. Über die EGN, die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein, haben wir die zahlreichen Mülltonnen organisiert, die im ganzen Stadion verteilt und gekennzeichnet werden. Dann haben wir Teams gebildet, die die Mülltonnen betreuen und die Leute motivieren, auf den Becherpfand zu verzichten und zu spenden. Zum Schluss werden die Becher dann zentral gesammelt, gezählt und zurückgegeben.

Fohlen-Hautnah: An welche Einrichtungen gehen die Spenden im Anschluss?

Steven Mähler: Im letzten Jahr haben wir zum Beispiel an den Verein ’Achtsam e.V.’ gespendet, der Menschen in Mönchengladbach mit einer Autismus-Spektrum-Störung unterstützt. Der ’Astrid-Lindgren-Schule’ haben wir einen Tischkicker finanziert und zuletzt dem Verein ’Zornröschen e.V.’, der Kinder und Jugendliche, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind, hilft, einen Spendencheck überreicht.

Fohlen-Hautnah: Wie wählt Ihr denn die Einrichtungen oder Vereine aus, die Ihr unterstützt? 

Steven Mähler: Ziemlich oft treten wir an die Einrichtungen heran, aber es ist auch schon vorgekommen, dass jemand an uns herangetreten ist. Wir sagen immer, dass es im Prinzip einfach ist, über uns an Geld zu kommen, da die Wege sehr kurz sind. Wir lassen uns in den Einrichtungen einen Termin geben, sprechen mit den Vereinen und schauen uns die Räumlichkeiten an, um sicherzugehen, dass das alles Hand und Fuß hat. Wir sind schließlich für das Geld von unseren Spenden verantwortlich. 

Fohlen-Hautnah: Wie hoch sind denn immer die Spenden?