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Max Eberl spricht über Borussias Transferpläne im Sommer

»Haben größtenteils schon eine gute Einigung erzielt«

Kurz & Knapp
30.05.2019 11:33 Uhr
Max Eberl ist voller Tatendrang und arbeitet mit Hochdruck und Akribie an der "neuen" Borussia. Foto: Dirk Päffgen.
Verfasst von Andreas Plum

In Marco Rose hat Borussia Mönchengladbach den neuen Trainer bereits an Bord. Mit der Verpflichtung des 42-Jährigen einher geht auch eine neue Spielidee. Dafür braucht es auch neue Spieler. Max Eberl arbeitet jetzt fieberhaft daran, das Gesicht des Kaders dafür zu verändern, wie er im Interview mit dem Lokalsender Radio 90,1 verriet.

Natürlich lag den Journalisten bei der Pressekonferenz zur Vorstellung von Marco Rose eine Frage auch brennend auf der Zunge: In wie weit wird es Veränderungen im Kader geben. Doch nachvollziehbar wollte sich der neue Coach dazu (noch) nicht äußern. »Über Personalentscheidungen rede ich in erster Linie mit Max Eberl und dem Trainerteam. Und wenn dann irgendetwas entschieden ist, werden wir uns auch dazu äußern«, ließ Rose natürlich keine Katze aus dem Sack.

»Mit den Ideen der Spieler sind wir relativ weit«

Bis es dahingehend mal soweit ist, wird laut Max Eberl noch etwas Zeit vergehen. Aktuell arbeitet Borussias Sportdirektor mit Hochdruck daran, den Kader bis zum Trainingsauftakt am 30. Juni (11:00 Uhr, Trainingsgelände am Borussia-Park) weitestgehend beisammen zu haben. »Ich hoffe, dass es sich nicht zu lange zieht. Wir haben klare Vorstellungen, die wir umsetzen wollen«, sagte Eberl am Mittwochabend im Live-Interview mit dem Lokalsender Radio 90,1. »Ich kann aber nicht versprechen, das alles in den nächsten zwei, drei Wochen passiert.«

»Mit den Ideen der Spieler sind wir relativ weit, da haben wir größtenteils schon eine gute Einigung erzielt«, verriet der 45-Jährige und erläuterte, warum sich die angedachten Verpflichtungen noch hinziehen könnten. »Die Problematik ist einfach der abgebende Verein. Früher hat man sich vielleicht in einem Reigen zwischen 10 und 15 Millionen Euro bewegt, heute sagt der eine 10 und der andere dann 30 Millionen. Da ist man dann erstmal meilenweit auseinander. Also das ist schon noch ein Prozess, den wir gehen müssen und wo wir noch einige Reisen machen werden und an die Klinke müssen, um mit den Vereinen zu verhandeln.«

Defensive und Offensive soll verstärkt werden – Italiano kommt

Zu welchen Vereinen sich Eberl mit Geschäftsführer Stephan Schippers auf den Weg machen wird, kann nur spekuliert werden. Derzeit werden die Fohlen mit zahlreichen Namen in Verbindung gebracht. Fest steht im Moment nur, dass Jacob Italiano im Juli zu den Borussen stoßen wird, wir berichteten. Der offensive Mittelfeldspieler vom australischen Club Perth Glory hatte bereits im Dezember 2017 einen Vertrag unterschrieben, der aufgrund der Statuten aber erst dann greifen darf, wenn er das 18. Lebensjahr vollendet hat. Das wird am 30. Juli der Fall sein. Bis dahin war er an seinen Stammklub ausgeliehen. Italiano dürfte zwar zunächst mit den Profis trainieren, dann aber in der U23 Spielpraxis sammeln, um sich vor allem zunächst einmal auch an das neue Land, die neue Liga, das viel höhere Niveau und die neue Umgebung gewöhnen zu können. 

»Wir wünschen Jacob alles Gute. Er wird in Deutschland eine neue aufregende Chance wahrnehmen«, sagt Perth-Fußballdirektor Jacob Burns im Interview mit ‚FTBL Australia’ und ergänzt: »Er hat eine sehr glänzende Zukunft vor sich und wir freuen uns darauf, dass er die Entwicklung fortsetzt, die er gezeigt hat, zunächst in unserer Akademie und anschließend im ersten Team hier bei Perth Glory.«

Italiano wird sich also ab dem Sommer bei den Borussen präsentieren. Wer noch, bleibt eben abzuwarten. Auf der Torhüterposition wird Max Grün (SV Darmstadt 98) als Neuzugang gehandelt und soll Youngster Moritz Nicolas „ersetzen“, der auf höherem Niveau als die Regionalliga Spielpraxis sammeln soll. »Es ist schon so, dass wir für unsere neue Art Fußball zu spielen und das System, das wir im Kopf haben, gerne ein, zwei, neue Stürmer holen würden. In der Defensive haben wir momentan mit Nico Elvedi, Matze Ginter und Tony Jantschke drei Innenverteidiger. Joran Beyer hat für mich, auch wenn es nicht so viele Spiele waren, eine super Saison gespielt und trotzdem den Durchbruch aus unserer Akademie geschafft. Auch er kann im Zentrum, aber auch rechts spielen«, erläutert Eberl. »Auf der linken Seite haben wir Andreas Poulsen, von dem wir im nächsten Sommer schon mehr erwarten als es im ersten Jahr war. Aber die Verteidigung ist auch ein Punkt, wo wir uns Gedanken machen. Dann kann es vielleicht noch die eine oder andere „Nebenposition“ sein.«

»Wollen unsere Philosophie nicht verlassen«

Dass die Borussen mit einem Budget von 50 Millionen Euro shoppen gehen können, bestreitet Max Eberl allerdings vehement. Er könne sich zwar nicht beschweren, aber eine derartige Summe stünde nicht im Raum. Vielmehr wolle man grundlegend erneut „nur“ das ausgeben, was man mit Erlösen erwirtschaftet hat. »Es sollen gute Spieler sein, die zu dem passen, was wir uns vorstellen. Aber trotzdem wollen wir unsere Philosophie nicht verlassen«, untermauerte Eberl. »Wir haben uns in den letzten Jahren auch deshalb immer wieder Transfers leisten können, weil wir talentierte Spieler gefunden und diese später wieder verkauft haben. Mit den Transfererlösen haben wir uns dann neue Spieler holen können.«

»Das ist diese Gleichung, die ich im letzten Sommer wunderbar mit Jannik Vestergaard machen konnte. Ihn habe ich verkauft und dafür Alassane Plea geholt. Das werden wir weiter forcieren und das ist auch die Idee von Marco Rose. Er kennt diese Philosophie von Salzburg und die werden wir fortsetzen«, so Borussias Sportdirektor weiter. »Wir werden Spieler finden, die Potenzial besitzen und die vielleicht auch schon mehr nachgewiesen, haben als zum Beispiel Andreas Poulsen. Aber wir werden den einen oder anderen Spieler dazu nehmen, der schon im mittleren Alter ist, um auch diese Struktur zu besetzen. Das versuche ich umzusetzen.«

Wer verlässt die Borussia? Kadergröße wird nicht erhöht