FOHLENHAUTNAH
Testspiel: SV Wehen Wiesbaden – Borussia Mönchengladbach 1:1 (0:1)

Traoré trifft bei 1:1-Remis im Test gegen Wiesbaden

Testspiel
05.09.2019 20:32 Uhr
Ibrahima Traoré zeigte sich spritzig und erzielte die Führung in Haiger. Foto: Dirk Päffgen.
Verfasst von Andreas Plum

Mit 1:1-Unentschieden trennte sich Borussia Mönchengladbach am Donnerstagabend im Testspiel vom SV Wehen Wiesbaden. In Abwesenheit zahlreicher Nationalspieler gab Borussias Trainer Marco Rose vor allem den Spielern Einsatzzeit, die bis dato nicht so zum Zuge gekommen waren. Ibrahima Traoré traf für die Fohlenelf, die vor allem vor der Pause gute Ansätze zeigte.

Borussias Trainer Marco Rose nutzte das Testspiel in Haiger wie gewöhnlich vor allem dazu, um den Spielern Wettkampfpraxis zu geben, die zuletzt eher weniger zum Zuge gekommen waren. Unterdessen musste der Fußball-Lehrer neben den zahlreichen Nationalspielern auf Jonas Hofmann (Innenbandriss im Knie), Torben Müsel (arthroskopischer Eingriff im Knie), Tobias Strobl (Knieprobleme) und Lars Stindl (Aufbautraining) verzichten. Dazu wurde Alassane Plea aufgrund von Wadenproblemen geschont und der wiedergenesene Mamadou Doucouré sollte bei der U23 Wettkampfpraxis sammeln. 

Derweil durften wie in solchen Spielen oftmals praktiziert, zahlreiche Jungfohlen ihre Visitenkarte bei den Profis abgeben. Sander Christiansen, Julian Niehues, Jordi Bongard und Tom Gaal aus Borussias U19 machten die Reise nach Mittelhessen in den Lahn-Dill-Kreis mit. 

So schickte Rose im 4-2-3-1-System mit Raute zunächst folgende Fohlenelf ins Rennen: vor Torhüter Tobias Simpel bildeten Fabian Johnson, Tom Gaal, Tony Jantschke und Oscar Wendt die Viererabwehrkette, während Christoph Kramer und Florian Neuhaus auf der Doppel-6 agierten. Davor. Davor postierten sich Ibrahima Traoré (rechts), Raffael und Patrick Herrmann (rechts). Marcus Thuram bildete die Sturmspitze.

Auffälliger Traoré trifft

Die Partie hatte einen recht ruhigen Beginn, wenngleich die Borussen mehr Ballbesitz hatten und den Weg nach vorne suchten. Gerade bei hohem Ballgewinn versuchten die Fohlen direkt umzuschalten und loszulegen. Erstmals versuchte es Traoré dann mit Tempo über die Flügel, doch die Flanke fand keinen Abnehmer (2.), ehe ein Freistoß von Raffael direkt in die Arme des SVWW landete (5.). Auf der Gegenseite zeigte sich der Zweitligist bissig und störte gerade im Mittelfeld früh. Dann hatte Traoré nach schöner Flanke von Thuram die Möglichkeit zur Führung, verpasste die Kugel aber im Strafraum (11.). Ein schöner schneller Spielzug der Borussen, die in der Anfangsphase gute Ansätze zeigten.

Die Fohlen zeigte auf weiterhin eine ordentliche Vorstellung und belohnte sich dann nach einer knappen halben Stunde auch dafür. Nach schöner Ballstafette über Neuhaus und Kramer war es Traoré, der Wehens Keeper rumkurvte und dann locker zum 1:0 einschob (29.). Eine verdiente Führung für die Fohlenelf, die in der ersten halben Stunde trotz zwischenzeitlichen Leerlaufs deutlich mehr getan hatte. Und beinah hätte Traoré dann ein Doppelpack geschnürt, doch Franke hatte nach Zuspiel von Herrmann so gerade noch den Schlappen dazwischen (37.). So blieb es bei einem Treffer in Hälfte eins für die Borussen, die im Spiel nach vorne eine ordentliche Figur abgegeben hatten. Tobias Sippel hatte hingegen wenig bis gar nichts zu tun.

Taktische Umstellung nach der Pause

Zum zweiten Durchgang nahm Rose dann lediglich einen Wechsel vor: Keanan Bennetts kam für Tom Gaal in die Partie. Damit verbunden war auch eine taktische Umstellung.  Johnson, Jantschke und Wendt bildeten fortan die Dreierkette in der Abwehr, Herrmann und Bennetts besetzten die Außenbahnen und vorne agierten Raffael, Thuram und Traoré. Derweil tat sich in der ersten Viertelstunde nach Wiederanpfiff nicht allzu viel. Der Fohlenelf gehörte zwar zumeist das Spielgerät, aber Wiesbaden hielt gut dagegen. So gab es im zweiten Durchgang auch nach 60 Minuten keine zwingenden Torchancen zu verzeichnen. Wehen versuchte es dann mit körperlicher Härte, die auch Thuram zu spüren bekam. Der Franzose musste nach einem Foul kurzzeitig behandelt werdnen, konnte dann aber weitermachen (62).

Wehen trifft aus heiterem Himmel

Und fünf Minuten später kam der Zweitligist dann plötzlich zum 1:1-Ausgleich. Daniel-Kofi Kyereh ließ auf rechts gleich mehrere Borussen stehen, fasste sich aus spitzem Winkel ein Herz und versenkte die Kugel  an Sippel vorbei ins lange Eck (67.). Ein Treffer wie aus heiterem Himmel. Doch Wehen zeigte sich sehr effizient, denn es war der erste Torschuss in Hälfte zwei. Die raue Gangart des SVWW blieb - und Rose echauffierte sich darüber zurecht. Der nächste, der „dran glauben“ musste, war Kramer. Auch der Weltmeister musste behandelt werden, konnte aber Gott sei Dank weitermachen (71.). Wehen ging weiter mit Foulspielen zu Werke und versuchte, die Borussen zu in die Knie zu zwingen. Was auch im übertragenen Sinne eben gelang. Dich dann hatte Schiedsrichter Wieckenmeier dahingehend endlich mal genug und bewies, auch den Gelben Karton mitgebracht zu haben. Bartels erhielt dann Gelb, nach dem Bennetts er rüde zu Fall gebracht hatte. 

Sonst passierte in der Schlussphase bis auf einen Pfostentreffer von Bartels nicht mehr allzu viel, so dass es am Ende beim 1:1-Remis blieb. Viele Erkenntnisse gab es zwar nicht. Aber der Zweck der Spielpraxis wurde für den einen und andere Akuter wurde erfüllt. Vor allem aber ist keiner ernsthaft verletzt, was bei der Herangehensweise des Zweitligisten auch hätte schief gehen können. Auf der anderen Seite war es bis auf die Ansätze in Durchgang eins auch recht dünn, was die Fohlen gegen den Zweitligisten zustande brachten. Aber im rheinischen Derby - da zählt's!

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sippel (71. Grün) – Johnson, Gaal (46. Bennetts), Jantschke, Wendt - Kramer, Neuhaus -Traoré (69. Bongard), Raffael (83. Niehues), Herrmann - Thuram (83. Christiansen)

Tore: 0:1 Traoré (29.), 1:1 Kyereh (67.)

Gelbe Karten: Bartels / Bennetts

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Jonas Wieckenmeier (Frankfurt)

Zuschauer: 2.000 (SIBRE-Sportzentrum Haarwasen Haiger)